Feudenheimer Straße - Nach dem Aus für die Esso-Tankstelle ist einiges unklar / Grundwasser in Umgebung verseucht Fragen und Antworten zum Abriss der Feudenheimer Esso-Tankstelle

Von 
Lisa Wazulin
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Nur noch bis einschließlich 14. Oktober ist die Tankstelle in der Feudenheimer Straße geöffnet. Wegen der Schließung ist das Angebot bereits eingeschränkt. © Schmeing

Mannheim. Am 14. Oktober schließen sich die Türen der Esso-Tankstelle nach mehr als 50 Jahren Betrieb in der Feudenheimer Straße für immer. Wann der Abriss startet, wer dafür verantwortlich ist, was mit dem Grundstück passiert, ob sich eine Tankstelle, an der täglich Benzin in Autotanks fließt, tatsächlich so zurückbauen lässt, dass dort später wieder Pflanzen wachsen und was als Nächstes für die Bundesgartenschau 2023 umgebaut wird – die wichtigsten Antworten im Überblick:

Pläne für das Areal rund um die Tankstelle

Pläne für das Areal rund um die Tankstelle

Wie lange dauert es, eine Tankstelle abzureißen?

Das Umfeld

  • Nach dem Verschwinden der Tankstelle in der Feudenheimer Straße bleiben für Autofahrer noch fünf andere Alternativen übrig, die sich im Umkreis von drei Kilometern befinden.
  • Für die Bundesgartenschau, die 2023 in Mannheim stattfindet, wird zurzeit das ehemalige Militärgelände Spinelli umgebaut und aufwendig saniert.
  • In der Feudenheimer Au soll ein Radschnellweg und ein See entstehen. Der Grünzug Nordost kostet 105,5 Millionen Euro. lia
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Diese Frage hat der „MM“ einem Abbruchunternehmen in der Region gestellt. Die Antwort: „Das ist kein Hexenwerk. In zwei Monaten ist nichts mehr davon zu sehen“, erklärt der Geschäftsführer, der seinen Namen nicht in den Medien lesen will. Seine Firma hat sich auf den Abbruch von Bauwerken aller Art und Sanierungen von kontaminierten Böden und Gebäuden spezialisiert. Für mögliche Pflanzen, die nach dem Verschwinden der Tankstelle auf dem Grundstück wachsen könnten, sieht er keinen Nachteil.

Wie läuft der Abriss ab?

Das erklärt der Abrissexperte so: „In der Regel reißen wir oberirdisch alles ab. Ein Gutachter prüft dann den Boden und das Grundwasser, aber auch die Tanks. Das Benzin wird aus den Tanks und den Leitungen abgesaugt. Die unterirdischen Behälter werden gereinigt und dann ausgehoben. Erde, die durch eingesickertes Benzin oder andere Stoffe verunreinigt ist, entsorgen wir. Das Loch, das nach dem Verschwinden der Tanks entsteht, wird mit frischer Erde wieder zugeschüttet.“

Wer macht den Abriss?

Beim Betreiber der Esso-Tankstellen in Deutschland, der Echo Tankstellen GmbH, erklärt eine Sprecherin auf Anfrage, dass man für den Rückbau verantwortlich sei, Pläne für eine neue Tankstelle gebe es aber nicht. Ein Gutachter werde Bodenproben entnehmen und eine Analyse erstellen. Wann mit dem Abriss begonnen wird, stehe noch nicht fest. Von Seiten der Stadt heißt es auf „MM“-Anfrage: „Die Entfernung beziehungsweise Entsorgung im nächsten Jahr ist mit der Stadtverwaltung abgestimmt.“

Welche Probleme könnten dabei entstehen?

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Der Rückbau der Tankstelle könnte nicht aber nur wegen des möglichen verunreinigten Bodens problematisch werden: Schon im vergangenen Jahr war bekanntgeworden, dass das Grundwasser auf dem ehemaligen US-Militärgelände Spinelli verseucht ist (wir berichteten). Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hatte an fünf von sieben untersuchten Stellen erhöhte Werte von sogenannten leichtflüchtigen, halogenierten Kohlenwasserstoffen (LHKW) gefunden. Eine der Proben war damals auch auf dem Neckarplatt entnommen worden.

Seit wann gibt es die Pläne, die Tankstelle abzureißen?

Stadtsprecher Jan Krasko teilt auf Anfrage dieser Zeitung mit, die Planung des Grünzugs Nordost schließe seit 2014 die Umgestaltung des Gebiets ein. Krasko weist auch auf die Leitentscheidung zum Grünzug Nordost 2014 hin: „Im Bereich des Neckarplatt wird der Planung zugestimmt, unter Beibehaltung der umstrukturierten Berufsgärtnereien, die durchgängige Anbindung des Grünzugs Nordost an den Neckar voranzutreiben.“ Auch sei die Stadt mit der Esso Deutschland GmbH schon seit dem Jahr 2016 bezüglich der Nachnutzung und der Nichtverlängerung des Pachtvertrages im Gespräch.

Was wird als Nächstes für die Buga 2023 umgestaltet?

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Mittlerweile haben die Eidechsen am Aubuckel das Feld geräumt, um Platz zu machen für einen Schnellradweg und den Grünzug Nordost. Dafür müssen aber nicht nur die Eidechsen weichen, sondern auch 26 Kleingärten, die gegenüber der Esso-Tankstelle liegen. Der Umbau soll im kommenden Winter starten. Zur gleichen Zeit sollen dann auch die Bäume der Robinienallee auf dem Aubuckel gefällt werden. Auf Anfrage erklärt die Buga-Gesellschaft: „Für die Bundesgartenschau Mannheim 2023 wird nichts geschlossen – auch die Esso-Tankstelle nicht.“ Hier laufe der Pachtvertrag 2019 planmäßig aus.

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Redaktion Lokalredaktion,Online-Koordinatorin. Schwerpunkte: Polizei, Hochschulen, Frauen,

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