Asyl - Stadt plant Gemeinschaftsunterkunft Flüchtlinge auf Spinelli

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imo
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Ab Herbst sollen auf dem Spinelli-Gelände wieder Flüchtlinge untergebracht werden. Das teilte das Rathaus mit. Die Stadt will im östlichen der drei großen Sandsteinhäuser an der Straße Am Wingertsbuckel eine Einrichtung für rund 100 Personen betreiben. Sie sollen in kleineren Einheiten mit Küchen wohnen, in denen sie sich versorgen können.

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Das Gebäude gehört der städtischen Wohnungsgesellschaft GBG, die es an die Kommune vermietet und bis Herbst bezugsfertig macht. Die Anmietung hat der Gemeinderat am Dienstag im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung beschlossen. Das Haus war bis 2019 bereits als Flüchtlingsunterkunft vom Land genutzt worden. Wie berichtet, bekommt die Stadt Mannheim seit Januar vom Land wieder Schutzsuchende zur Unterbringung zugewiesen. Bislang war die Kommune davon befreit, weil das Land in Mannheim eine Erstaufnahmestelle (LEA) betreibt. Das Gebäude in der Industriestraße wird derzeit aber renoviert, deshalb entfällt die als „LEA-Privileg“ bezeichnete Befreiung bis zum Ende dieser Arbeiten.

„Unabhängig vom LEA-Privileg bleibt die Stadt Mannheim immer in einer Unterbringungsverpflichtung“, so Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD). Etwa für Familienangehörige, volljährig gewordene, unbegleitete minderjährige Antragstellerinnen und Antragsteller oder Personen, die im Rahmen des Bündnisses „Sicherer Hafen“ aufgenommen werden. „Deshalb ist eine langfristige Anmietung des Gebäudes erforderlich.“ Das Rathaus geht davon aus, dass übers laufende Jahr verteilt insgesamt rund 300 Personen aufgenommen werden. Aktuell betreibt die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft auf dem Franklin-Gelände, viele Personen werden aber auch in angemieteten Wohnungen untergebracht. imo