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 Behörden - Gebäude in L 3 gegenüber des Schlosses wird bis 2025 komplett entkernt und saniert Finanzämter ziehen um

Von 
Peter W. Ragge
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Wird komplett entkernt und saniert: das Gebäude der Finanzämter in L 3 mit dem charakteristischen Innenhof. © Thomas Tröster

Mannheim. Ab Juni ziehen die beiden Mannheimer Finanzämter von L 3 in angemietete Räume in der Salzachstraße. Vermutlich bis 2025 müssen sie in Neckarau bleiben. In dieser Zeit wird der Sitz der Finanzämter gegenüber des Schlosses „grundlegend saniert“, wie Bernd Müller, Leiter von Amt Mannheim von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, jetzt auf Anfrage bestätigt.

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Die Pläne zur Sanierung sind nicht neu. Zeitweise war auch ein Neubau geprüft, aber verworfen und dann der Beginn der Sanierungsarbeiten für 2020 angekündigt worden. Bereits Ende 2019 schloss daher die lange im Erdgeschoss ansässige Fachbuchhandlung Erhard G. Leydorf, weil der Mietvertrag gekündigt wurde und der Inhaber Erhard Leydorf in Ruhestand ging.

Wird komplett entkernt und saniert: das Gebäude der Finanzämter in L 3 mit dem charakteristischen Innenhof. © Thomas Tröster

Vorübergehend stellte Vermögen und Bau die Ladenfläche als temporären Ausstellungsraum dem Verein Künstlernachlässe Mannheim zur Verfügung – auch befristet bis Ende Juni. Er zeigt derzeit Arbeiten von Hans Graeder. Geplant sind noch Will Sohl („Kunst am Bau“) und vielleicht noch Bieneck-Roos.

Das Finanzamt war früher in F 6, nach dem Krieg zunächst im Schloss untergebracht. 1964 bis 1968 wurde nach Plänen von Wilhelm und Karl Schmucker auf einem Trümmergrundstück, wo früher Adelshäuser und das ehemalige Karmeliterkloster standen, der fünfgeschossige Stahlbetonbau als schwebender Körper auf einem offenen Erdgeschoss errichtet. Durch die aus dunkelbronze-eloxierten Aluminiumplatten bestehende Fassade wirkt der kubische, das gesamte Quadrat einnehmende Bau dunkel und streng, bei der Einweihung wurde das aber als positiv gewertet – denn es wirke gegenüber dem Schloss zurückhaltend.

Asbest und Wasserschäden

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Inzwischen muss das Anwesen „komplett saniert werden“, so Bernd Müller. Bei einem Besuch von Abgeordneten des Finanzausschusses des Landtags vor über drei Jahren war davon die Rede, das Gebäude sei unter anderem mit Asbest belastet, es gebe Wasserschäden und undichte Fenster. Zeitweise hat das Land einen Abriss erwogen, davon aber schon wegen des großen Aufwands und des unter dem Finanzamt befindlichen Bunkers und der Tiefgarage, die 2016 saniert wurde, Abstand genommen. Man müsse das Haus aber „bis auf das Stahlbetonskelett entkernen und quasi neu aufbauen“, wobei die Büros neu zugeschnitten würden, erläutert der Amtsleiter. Die Kosten der Sanierung bezifferte er mit einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“.

Den Zuschlag für die Sanierung hat das Architekturbüro Schmucker erhalten. Oberirdisch bleibt lediglich die Tragstruktur mit den vier Fluchttreppenhäusern erhalten. Im Zentrum des Gebäudes entsteht eine neue zentrale Treppenanlage gegenüber der Aufzugsgruppe. An der Stelle der ehemaligen Kassenhalle ist ein begrünter Innenhof, anstelle der Kantine im Staffelgeschoss ein Konferenzraum geplant. Dank einer, wie es heißt, „Flächenoptimierung“ gebe es künftig über 500 Arbeitsplätze – und damit die Chance, bisher extern untergebrachte Abteilungen ins Haus zu holen.

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In dem Gebäude sitzt das Finanzamt Mannheim-Neckarstadt, das für die Stadtteile nördlich des Neckars, Friedrichsfeld und Seckenheim sowie Ilvesheim und Edingen-Neckarhausen zuständig ist. Der Amtsbezirk des etwas kleineren Finanzamts Mannheim-Stadt umfasst den Bereich südlich des Neckars mit Ausnahme von Friedrichsfeld und Seckenheim.

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pwr
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Redaktion Chefreporter