Fridays for Future - Mannheimer Organisatoren fordern autofreie Innenstadt und „massive Investitionen“ in ÖPNV und Radverkehr / Teilnehmer fahren mit Abstand und Schutz Fahrraddemo für nachhaltigere Mobilität

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Katja Geiler
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Die Teilnehmer der Demonstration ab Ehrenhof waren mit dem Fahrrad unterwegs – unter Einhaltung der Abstands- und Schutzregeln. © Thomas Rittelmann

Zu einer Demo auf Fahrrädern hatte Fridays for Future (FFF) aufgerufen. Treffpunkt war am Freitag für die etwa 300 Radfahrer der Ehrenhof des Schlosses, von da aus ging es auf zu einer zehn Kilometer langen Fahrt durch Mannheim. Quadrate, Augustaanlage, Neckarstadt und wieder zurück zum Ehrenhof – so lautete die Route der Radfahrer, die für eine Verbesserung der Verkehrssituation für alle, die nicht motorisiert sind, demonstrierten. In Zeiten von Corona gab es bestimmte Regeln: Maske auf, auch auf dem Rad, 1,50 Meter Abstand halten.

Mannheim "Fridays for Future": Fahrraddemo durch die Quadratestadt

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„Die Sicherheit der Teilnehmer ist gewährleistet. Die Strecke ist für die Räder frei befahrbar, da in den jeweiligen Querstraßen der Verkehr gestoppt wird“, sagte Dennis Häfner von der Polizei Mannheim. Die Autos mussten eben warten, bis die Raddemo vorbeigezogen war. Beim Warten bleibt vielleicht Zeit zum Nachdenken, ob man nicht doch lieber aufs Rad umsteigen möchte. Oder vielleicht auf Bus und Bahn? Auch der ÖPNV ist Thema bei FFF.

Man fordert massive Investitionen, einen kostenlosen ÖPNV für die Teilnehmer und gut bezahlte Arbeitsplätze. Fragte man die Teilnehmer, hörte man immer wieder den Wunsch nach Reduzierung des Autoverkehrs heraus. „Es ist sehr wichtig, dass eine Demo zum Thema Verkehrswende stattfindet, da der Verkehr autozentriert ist. Es gibt keinerlei Raum für Rad-Infrastruktur, ÖPNV und für Fußgänger. Der Fokus sollte nicht mehr auf dem Auto, sondern auf ökologischen und nachhaltigen Verkehrsmitteln liegen“, sagte Laura von FFF.

Auf dem Ehrenhof trudelten nacheinander die Teilnehmer auf ihren Fahrrädern ein. Beim Befahren des Ehrenhofes gab es erst einmal das inzwischen zum Ritual gewordene Aufsetzen der Maske. Die Stimmung war trotz Corona-Regeln positiv, offensichtlich haben sich die meisten schon daran gewöhnt. „Ich nehme teil, da ich finde, Mannheim hat viel zu viel Verkehr in der Innenstadt und auch außen herum. Es sollte mehr Verkehrsmittel mit Menschen als Antrieb geben: Fahrrad, Inliner, Longboard. Oder einfach Fußgänger“, so Jens, der mit Freundin Leonie die Demo besuchte. „Der ÖPNV sollte attraktiver gemacht werden“, meinte Leonie. „Car is over – Bike is now (deutsch: Auto war einmal – jetzt heißt es Fahrrad)“ war auf einem der zahlreichen Schilder zu lesen. „Viel zu viele Autos machen viel zu viel Lärm. Ich bin dafür, keine Autos mehr in die Innenstädte zu lassen. Da passen die Autos nicht hin, die Innenstädte sollten nur für Menschen sein“, sagte Birgit, die mit dem Fahrrad aus Ludwigshafen gekommen war. „Ich fahre alle Strecken mit dem Rad, Ludwigshafen, Mannheim, Heidelberg. Die ganze Region.“ Die Radfahrer stellten sich vor dem Schloss auf, Vorderreifen Richtung Breite Straße, wie am Start eines Rennens. Immer wieder wurde geklingelt. Dann konnte die „Demo gegen Radlosigkeit“ beginnen.

Freie Autorenschaft Ich arbeite hauptsächlich für die Redaktion Ludwigshafen, bin aber auch zwischendurch in Mannheim unterwegs. Am liebsten schreibe ich über kulturelle Events wie Lesungen, Theaterstücke oder Konzerte. Auch wenn es um Tiere geht, bin ich gerne mit dabei, ich habe einen Hund und einen Hasen. Außerdem bin ich ein großer Sixties-Fan und führe auf Instagram einen Vintage-Blog unter miss_marble_arch.