Wetter des Monats - Temperatur liegt im April im Maximalbereich – der Niederschlag bleibt bei einem Minimum Extrem trocken und sehr sonnig

Von 
Lea Seethaler
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Mit einer Mitteltemperatur von 13,2 Grad war der April um 3,3 Grad wärmer als üblich – und belegt damit Platz fünf seit Aufzeichnungsbeginn. Das berichtet Andreas Pfaffenzeller vom Deutschen Wetterdienst, der die Wetterdaten für die Quadratestadt auswertet.

Der Mannheimer April beeindruckte mit drei Sommertagen. © Michael Ruffler
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Der wärmste Tag des Monats war Freitag, 17. April, mit einem Höchstwert von 25,3 Grad. Insgesamt gab es drei Sommertage, also Tage, bei denen das Maximum der Temperatur mindestens 25 Grad Celsius beträgt. Der Durchschnitt der Sommertage im April liegt normalerweise bei einem, so der Meteorologe. Die tiefste Temperatur betrug in den Frühstunden des 1. April -3,9 Grad, berichtet Pfaffenzeller. Insgesamt gab es fünf Frosttage, Durchschnitt sind im April eigentlich zwei.

Infos und Historie

  • Kurze Informationen zum Luftdruck in der Quadratestadt und in der Region sowie zu historischen Daten geben die Experten von der für Mannheim zuständigen Regionalzentrale unter 069/80 62 95 23.
  • Die Mannheimer Wetter-Warte zog im Jahr 1975 von der Gartenstadt an den Rand der Vogelstang am Köthener Weg. Damals wurde auch das Aufgabengebiet erweitert.
  • 1996 wurde die Wetter-Warte in eine Wetterstation umgewandelt. Die persönliche Beratung übernahm die Regionalzentrale in Stuttgart. (mai)

Die Sonne schien rund 303 Stunden, das sind etwa 181 Prozent des vieljährigen Mittels, also der Referenzabschnitte, auf die die Wissenschaftler sich zum Vergleich beziehen. Damit belegt der April 2020 in der Gesamtübersicht der Aufzeichnungen Platz zwei: Die höchste Monatssumme bisher wurde im April 2007 mit 337,9 Stunden erreicht. Mit einer Monatssumme von 8,3 Millimeter (Liter/Quadratmeter) war der April zudem extrem trocken. Genauer gesagt war der April nur zwei Mal trockener: 2017 mit 5,7 Millimeter und 2007 mit 0,7 Millimeter. Vom 1. April bis zum 28. April 2020 gab es außerdem keinen einzigen Niederschlagstag, erläutert Pfaffenzeller.

Im Verlauf wechselhaft

Im Verlauf des Monats notierten die Meteorologen trotzdem einige Wetterwechsel: Der Anfang des Aprils war erst kühl – dann wurde es mild, überwiegend sonnig und trocken. Das von den Azoren über Mitteleuropa bis zum Balkan reichende Hoch Keywan führte an seiner Nordflanke anfangs kühle Luft von der Nordsee nach Süddeutschland, berichtet Andreas Pfaffenzeller. Danach dominierten Hoch Loris und Hoch Max das Wetter in Baden-Württemberg. Der Kern der Hochdruckgebiete lag über Polen, so dass an ihren Westflanken warme und trockene Luftmassen von Südosten einflossen, erklärt der Wissenschaftler. Bei strahlendem Sonnenschein und nur wenigen Quellwolken stieg das Thermometer so auf 20 bis 25 Grad.

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Zur Mitte des Monats schwächte sich Hoch Max ab, so dass das über Skandinavien gelegene Tief Tanja mit einer nördlichen Strömung Polarluft vom Nordmeer an den Neckar transportierte. Doch der Einfluss eines Hochs kam mit Nikolas mit Schwerpunkt über dem Balkan zurück, so Pfaffenzeller. Hoch Nikolas lenkte mediterrane Warmluft über die Alpen bis nach Baden-Württemberg. Die Folge: Zuerst gab es Sonne pur, dann einen Sonne-Wolken-Mix und dementsprechend war es fast durchweg trocken.

Teilweise ziemlich windig

Gegen Monatsende strömte zwischen Hoch Odilo über Südskandinavien und Tief Vera über Italien milde und trockene Luft vom Balkan nach Süddeutschland. Im weiteren Verlauf gewann laut Pfaffenzeller Hoch Odilo die Oberhand. Zeitweilig gab es zudem lebhaften Ostwind, am kräftigsten am 21. April mit 51,8 Stundenkilometern. Auf der Beaufort-Windstärkenskala, die von 0 bis 12 reicht, entsprach das einer 7. Ganz zum Schluss zeigte sich der April jedoch bei vielen Wolken, wiederholtem Regen und nur kurzen sonnigen Abschnitten noch einmal von seiner sprichwörtlichen Seite.

Redaktion Redakteurin und Online-Koordinatorin der Mannheimer Lokalredaktion

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