Corona - Zunächst aus Südafrika und Großbritannien gemeldete Virusvariante auch hier entdeckt / Stadt hat erste Impfbriefe verschickt Erste Mutation in Mannheim

Von 
Steffen Mack
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Es war wohl nur eine Frage der Zeit. Nachdem in den vergangenen Tagen bereits im Rhein-Neckar-Kreis, an der Bergstraße und in der Vorderpfalz mutierte Varianten des Coronavirus aufgetreten sind, ist am Montag auch eine erste aus Mannheim gemeldet worden. Es handelt sich um den Typ N501Y, der Ende vergangenen Jahres zunächst in Großbritannien (N501Y-V1) und Südafrika (N501Y-V2) entdeckt wurde. Welche dieser beiden Formen nun hier vorliegt, teilt die Stadt ebenso wenig mit wie den möglichen Übertragungsweg hierher.

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„Die infizierte Person ist beschwerdefrei, die Kontaktpersonen sind durch das Gesundheitsamt unmittelbar ermittelt und informiert worden“, heißt es in der städtischen Mitteilung.

Die Mutation sei im Zuge der weiterführenden Diagnostik bei positiven Proben bemerkt worden. In Baden-Württemberg wird bei jedem positiven Corona-Test neuerdings gezielt untersucht, ob eine mutierte Variante vorliegt. Das geht nur in Speziallabors. Erfolgt ein entsprechender Nachweis, müssen die Betroffenen und ihre direkten Kontaktpersonen nicht wie inzwischen üblich nur für zehn Tage, sondern für 14 Tage in Quarantäne.

Inzidenz jetzt unter Landesschnitt

Neben der Mutation hat die Stadt am Montagabend auch wieder zwei Todesopfer gemeldet. Eine über 80 alte und eine über 70 Jahre alte Frau verstarben in Mannheimer Kliniken.

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Positiv sind wenigstens die nur acht neuen Fälle, die das Gesundheitsamt am Montag (Stand: 16 Uhr) registriert hat. So wenige waren es zuletzt vor mehreren Monaten. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach den Zahlen der Stadt auf 73,1 zurückgegangen. Damit liegt der einstige Corona-Hotspot Mannheim nun unter dem baden-württembergischen Landesdurchschnitt (74,2).

Unterdessen hat die Stadt am Montag nach Auskunft von Sprecher Ralf Walther damit begonnen, gezielt über 80-Jährige anzuschreiben und ihnen auf eigene Faust Impfungen in der Maimarkthalle zu vermitteln. Die per Zufallsprinzip aus dem Melderegister entnommenen Empfänger erhalten einen individuellen Zugangscode und eine städtische Telefonnummer, unter der sie dann ihre beiden Termine (zwischen denen drei Wochen liegen sollten) unkompliziert vereinbaren können.

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Die ersten Schreiben seien an eine „niedrige dreistellige Zahl“ von Senioren gegangen, sagt Walther. Nun würden Tag für Tag jeweils mindestens 100 weitere über 80-Jährige folgen. Dies werde nach und nach gesteigert. „Wir rechnen mit etwa vier bis fünf Wochen, bis alle per Brief erreicht werden.“

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Es sei aber wichtig und sinnvoll, sich weiter selbst über die deutschlandweite Hotline 116 117 oder die Internetseite www.impfterminservice.de um eine rasche Impfung zu bemühen.

Dafür wirbt auch der Stuttgarter Sozialminister Manne Lucha (Grüne) in einem Brief, der nun nach Angaben von Ministeriumssprecherin Claudia Krüger an alle sechs Millionen Haushalte in Baden-Württemberg geschickt worden ist.

Anders als im Schreiben der Stadt an über 80–Jährige geht es hier aber nur um allgemeine Informationen. Ein direkterer, unkomplizierter Weg zur Impfung wird hier nicht gewiesen.

Redaktion Steffen Mack schreibt als Reporter über Mannheimer Themen