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Feuerwehr - Jens Stiegel, seit 30 Jahren ehrenamtlich engagiert, wird stellvertretender Kommandant

Erfahrener Ausbilder rückt in die Chefetage auf

Von 
Peter W. Ragge
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Jens Stiegel, bisher bei der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Nord engagiert, wird stellvertretender Chef der gesamten Mannheimer Feuerwehr. © Michael Ruffler

Mannheim. Es gilt als eine der renommiertesten, innovativsten Ausbildungsstätten der Feuerwehr in in Europa: das Feuerwehr & Rettungstrainingscenter (FRTC) in Frankfurt. Nun hat Mannheim mit Jens Stiegel den Mann, der es aufbaute und seit der Eröffnung 2013 leitete, für die Feuerwehr der Quadratestadt gewinnen können – weil er sich bisher hier schon ehrenamtlich engagierte.

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Seit Jahresbeginn wird er bereits eingearbeitet und übernimmt Leitungsaufgaben. Ab 1. März fungiert der 48-jährige Ingenieur und Branddirektor als Chef der Abteilung Personal/Einsatz sowie stellvertretender Kommandant der Mannheimer Feuerwehr. Er folgt dann auf den bisherigen zweiten Mann Thomas Näther, der seit 2013 in Mannheim ist und den Kommandanten Karlheinz Gremm ablöst. Der gebürtige Mannheimer Gremm geht, nach über 30 Jahren im Einsatz und seit Mai 2017 als Kommandant, zum 1. März in Pension. Dieses Paket zur Nachfolgeregelung hatte die Stadt frühzeitig in die Wege geleitet.

Ein Ausbildungszentrum von 20 000 Quadratmetern mit Übungen unter echten Bedingungen, 25 Meter hoher Übungshalle, Fahrsimulator, Rettungsdienstschule und täuschend echt nachgebauter U-Bahnstation – das war bisher die Welt von Jens Stiegel. 75 Feuerwehrleute bildeten er und sein Team jährlich aus.

Bis 1999 absolvierte er ein Ingenieurstudium an der Technischen Universität Darmstadt. Anfangs beim Technischen Hilfswerk (THW) tätig, bei dem auch sein Vater arbeitete, engagierte er sich bereits seit 1991 bei der Freiwilligen Feuerwehr, Abteilung Nord. Zuletzt war er dort 17 Jahre Kommandant, hat das Ehrenamt aber nun abgegeben.

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„Einiges bewirken“

Sich von seinen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr wie auch der Aufgabe in Frankfurt zu trennen, sei für ihn schon „sehr heftig“, gesteht Stiegel. Aus familiären Gründen wollte er aber nicht länger pendeln, sondern in der Kurpfalz arbeiten, wo er immer wohnte. Bei der Mannheimer Berufsfeuerwehr habe man ihn „super aufgenommen“, so Stiegel: „Ich weiß, dass ich zu einem tollen Team komme – ich kenne sie ja alle“, betont er. Er trete seinen Dienst in Mannheim „in der Überzeugung an, dass ich hier einiges bewirken kann“. Schließlich läuft gerade – wenn auch wegen Corona langsamer als geplant – die Arbeit an einem neuen Brandschutzbedarfsplan, wobei die Feuerwehr von dem Kölner Ingenieurbüro antwortING unterstützt wird.

Das bisher gültige Papier über den Personal- und Materialbedarf stammt von 2013 und wurde damals schon von der Politik nicht komplett umgesetzt. Der Auftrag umfasst ein Standortkonzept – vor allem die Frage, ob sich die Sanierung der 1961 errichteten, völlig maroden Feuerwache Süd auf der Rheinau lohnt – sowie ein Ehrenamtskonzept, wie man mehr Kräfte für die Freiwillige Feuerwehr gewinnen und auf Dauer motivieren kann. Gerade viele Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr setzen da große Hoffnungen auf Stiegel, weil er aus ihren Reihen kommt, ihre Probleme und Wünsche kennt.

Redaktion Chefreporter

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