Corona-Pandemie - Einsatz der Bundeswehr nun bis Mitte April genehmigt / Zahl der Soldaten im Gesundheitsamt reduziert Einsatz der Bundeswehr in Mannheim bis Mitte April genehmigt

Von 
Peter W. Ragge
Lesedauer: 
Bürgermeister Dirk Grunert informiert sich vor Ort im Stadthaus N1 - und dankt den Soldaten. © Thomas Tröster

Ihre Maultiere und Haflinger haben sie zu Hause gelassen: Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 aus Bad Reichenhall, darunter auch Angehörige der berühmten Tragtierkompanie, helfen jetzt in den Alten- und Pflegeheimen, Besucher und Mitarbeiter auf das Coronavirus zu testen. Noch bis mindestens Mitte April wird die Bundeswehr in Mannheim beim Kampf gegen das Coronavirus helfen.

AdUnit urban-intext1

Anfang Februar waren 44 Luftwaffensoldaten nach Mannheim in die Alten- und Pflegeheime beordert worden. Sie zählten zum Sicherungs- und technischen Bodenpersonal vom Taktischen Luftwaffengeschwader 33 aus dem Fliegerhorst Büchel. Zu der Einheit gehören auch jene Kampfflugzeuge vom Typ „Tornado“, die im Zuge der sogenannten „Nuklearen Teilhabe“ mit – von den Amerikanern kontrollierten – Atomwaffen ausgestattet werden können.

Zusage aus Berlin

Nun sind die Männer der Luftwaffe wieder nach Büchel zurückgekehrt und von den Gebirgsjägern – eigentlich Spezialisten für Kampf in großen Höhen und unter extremen Klima- und Wetterbedingungen in den Alpen wie beim Auslandseinsatz – abgelöst worden. Gründe dafür nannte das Landeskommando Baden-Württemberg, das die Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Pandemie steuert, nicht. Die Kontingente würden „in festgelegten Abständen ausgetauscht“, hieß es nur. So könnten Erholungsphasen und Abbau von Überstunden ermöglicht werden. Dabei komme es auch vor, „dass der Truppensteller gewechselt wird“, so das Landeskommando – sprich eine andere Einheit ihre Angehörigen nach Mannheim schickt.

Zu den 44 Gebirgsjägern kommt noch „ein koordinierendes Element“, wie das Landeskommando sich ausdrückt – gemeint ist damit ein Reservist vom Kreisverbindungskommando Mannheim, der sich vor Ort um die Logistik, die Fahrten und vieles mehr kümmert.

AdUnit urban-intext2

Der Einsatz in den Alten- und Pflegeheimen ist zunächst bis 7. März befristet. Allerdings hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Videoschaltkonferenz mit den Regierungschefs der Länder am 10. Februar die Unterstützung durch die Bundeswehr in den Heimen „bei Bedarf bis Ostern“ zugesagt. Daher heißt es auf Nachfrage auch ausdrücklich vom Landeskommando, die Truppe werde „wo Hilfe benötigt wird so lange unterstützen, wie sie gebraucht wird“.

Verringert wurde die Zahl der Soldaten an den anderen Stellen, an denen die Bundeswehr in Mannheim in Sachen Corona hilft. Seit Mitte Oktober sind 30 Angehörige vom Panzerbataillon 363 Hardheim für das Gesundheitsamt tätig. Sie helfen, Kontaktpersonen von Infizierten zu benachrichtigen. Diese Zahl wurde auf 22 verringert. Zudem unterstützen nun fünf statt bisher zehn Männer und Frauen des Sanitätsregiments 3 aus Dornstadt und weitere zwei Panzersoldaten aus Hardheim den Coronavirus Diagnose-Stützpunkt des Klinikums. Beide Einsätze sind bis 16. April genehmigt – mit Option auf Verlängerung.

Redaktion Chefreporter