„Ein Zeichen der Solidarität setzen“

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Marlene Siegel: Leider gibt es regelmäßig Nazi-Aufmärsche in unserer Region. Ursprünglich wollte ich die Gegendemo in Worms unterstützen, das Vorderpfälzer Netzwerk gegen Rechts ruft ja schon lange dazu auf. Wir Freireligiösen schließen uns friedlichem Protest mit klarer Stimme an, zeigen Flagge. 1933 hat man uns verboten, und viele Mitglieder unserer humanistischen Organisation, die für ihre freie Weltanschauung eintraten, leisteten Widerstand. Sie wurden verfolgt und kamen ins KZ. Darum: Wehret den Anfängen!

Marlene Siegel © Dieter Leder
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Nun ist dieser unfassbare Mord an George Floyd verübt worden. Die Berichterstattung der Trauerfeiern hat mich sehr bewegt. Als Sprecherin der Freireligiösen Landesgemeinde Pfalz halte ich viele Trauerreden für Menschen, die, frei und ohne Gott, selbstbestimmt gelebt haben. Ich weiß, wie schwer Hinterbliebene ein Leben lang durch einen plötzlichen und sinnlosen Tod belastet werden. Auch darum habe ich mich entschieden, in Mannheim ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Ich möchte meine Trauer und mein Mitgefühl ausdrücken.