"Corona-Rebellen" protestieren auf dem Marktplatz

Von 
Dieter Leder
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Zwischen 200 und 500 Menschen sowie etwa 60 Gegendemonstranten versammelten am Samstagmittag zu einer Proteskundgebung der Corona-Rebellen auf dem Marktplatz in Mannheim. © Dieter Leder

Mannheim. Zu einer Protestkundgebung gegen die Corona-Maßnahmen hatte der Mannheimer Ableger der „Corona-Rebellen“ aufgerufen. Durch eine Fehlinformation versammelten sich bereits um 15 Uhr mehrere Dutzend Menschen auf dem Marktplatz, obwohl die eigentliche Versammlung erst um 17 Uhr begann. Für die unter strengen hygienischen Maßnahmen genehmigte Kundgebung waren 120 Teilnehmer erwartet worden, doch es kamen deutlich mehr. Die Polizei sprach am Ende von 200 Teilnehmern, die Veranstalter gingen von bis zu 500 aus, wobei an dem Samstagmittag ohnehin viel los war in der Stadt und viele Schaulustige sich einfach neugierig dazu gestellt haben. Mehrere Linke Gruppierungen hatten zu einer Gegendemonstration aufgerufen, zu der etwa 60 teils vermummte oder maskierte Menschen kamen. Die mit einem Großaufgebot angerückte Polizei konnte ein Zusammentreffen der beiden Gruppierungen verhindern, eine kleine Gruppe der Gegendemonstranten schaffte es dennoch auf den Marktplatz und störte kurzfristig die Versammlung der Corona-Rebellen.

Mannheim "Corona-Rebellen" demonstrieren auf dem Marktplatz

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Teilnehmer der Protestkundgebung gegen die Corona-Maßnahmen hätten keine Angst vor dem Virus, wie sie skandierten: „Es gibt kein Virus, Merkel ist das Problem.“ Viele Demonstranten brachten auch ihre eigenen Thesen und Erklärungen zur Pandemie zum Ausdruck und grenzten sich von Verschwörungskritikern ab: „Das ist keine Verschwörung, das ist ganz klar hinterlegt“, wie ein Demonstrant erklärte. Pressevertreter wurden von den Teilnehmern lautstark als „Lügenpresse“ angegangen. Vielfach wurden auch die immer noch geschlossenen Schulen und Kitas kritisiert, während der Profifußball wieder seinen Betrieb aufnehmen dürfe. Einige Demonstranten hatten auch Grundgesetze dabei und wetterten gegen den Einfluss der Lobbyisten auf die Politik. Es gab auch radikale und diskriminierende Äußerungen von einigen Teilnehmern aus der Rechten Szene, die zahlreich unter den Demonstranten waren. Auch Friedrich von Preußen wurde von Demonstranten als neuer Staatschef herbei gesehnt: „Wir wollen keine BRD mehr, wir wollen unseren Kaiser wieder zurück.“  Nach anderthalb Stunden beendeten Veranstalter und Polizei die Veranstaltung, für nächste Woche sind bereist neue Protestkundgebungen geplant.

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