Stadtmarketing - Ausstellung auf dem Alten Meßplatz folgt auf die „Allee der Innovationen“ / Zwei-Jahres-Turnus geplant Container voller Ideen

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Peter W. Ragge
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So soll es aussehen: Computersimulation der Container-Ausstellung „Galerie der Innovationen“ ab 24. Oktober auf dem Alten Meßplatz. © Stadtmarketing

Sie will „mit dem Thema viel stärker in die Stadt hineingreifen“: So begründet Karmen Strahonja, die Geschäftsführerin vom Stadtmarketing, ihr neues Großprojekt. Als Nachfolgeaktion der „Allee der Innovationen“, die es im Herbst 2016 auf der Augustaanlage gab, werden vom 24. Oktober bis 5. Dezember bei einer „Galerie der Innovationen“ auf dem Alten Messplatz in Seecontainern zehn besondere Mannheimer Entwicklungen aus Technik, Kultur und Gesellschaft präsentiert.

Die zehn Themen

  • In Mannheim eröffnete 1968 das erste Containerterminal in einem Binnenhafen von Contargo.
  • Die „DevSpaceCloud“ erleichtert das Programmieren.
  • Das Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie ist in dieser Form einzigartig, arbeitet weltweit für Museen.
  • Essity hat für den neuen Zewa Wisch&Weg QuickPack eine eigene Fertigungslinie entwickelt.
  • Auf dem Wohngebiet Franklin soll ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept entstehen.
  • 1782 wurden in Mannheim die „Räuber uraufgeführt, die Schiller weltberühmt machten.
  • Die von Opal Analytics entwickelte Software hilft Händlern, ihre Bestellmengen zu optimieren.
  • Roche hat ein System entwickelt, das Diabetikern den Alltag erleichtert.
  • Das „MindShhere-Betriebssystem von Siemens optimiert die Produktionsanlagen von Betrieben.
  • Joseph Anton Sickinger schuf um 1900 in Mannheim den Vorläufer des dreigliedrigen Schulsystems. (pwr)
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Der Erfinderstadt Mannheim ein Gesicht geben, die Innovationskraft Mannheims verdeutlichen – das war schon 2016 ihr Ziel. 18 Unternehmen und Institutionen stellten seinerzeit historische und aktuelle Ideen mit wenigen Exponaten, hauptsächlich aber auf großen Infowürfeln mit drei Metern Seitenlänge vor. Doch das sollte bewusst keine einmalige Aktion sein.

„Erfindungsreichtum und Pioniergeist gehört zur DNA Mannheims, zum Markenkern der Stadt, damit wollen wir uns langfristig positionieren“, so Strahonja. Man habe an den Erfolg der stark beachteten „Allee der Innovationen“ anknüpfen, sie aber weiterentwickeln wollen. „Die Grundidee ist gleich geblieben, aber wir ziehen es ganz anders auf“, so die Geschäftsführerin, „und gehen näher an die Stadt“. Die Wahl fiel auf den Alten Meßplatz in der Neckarstadt-West, wo man mit der Freiluftausstellung auch „eine neue Aufenthaltsqualität schaffen“ wolle.

Großformatige Bilder

Aber gerade weil „in der Neckarstadt die Kreativität brodelt, viele Künstler wohnen“, habe man das Projekt „dieses mal ganz anders aufgezogen“. So wurden zehn Fotokünstler ausgewählt. Jeder hat mit ganz individuellen, teils künstlerisch-futuristischen, teils realistischen oder amüsanten Motiven das Thema umgesetzt – für großformatige Bilder auf der Außenwand der Container ebenso wie in den Containern. „Wir binden so Kreativität und Innovationen zusammen“, erklärt Strahonja das Konzept. Da die Container begehbar seien, zusätzlichen Platz für Informationen als die Würfel in 2016 böten, habe das Ganze noch mehr Ausstellungscharakter“.

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Insgesamt gibt es zwölf Seecontainer, von der Firma Contargo zur Verfügung gestellt. Ein Container erinnert noch einmal an die Themen, die 2016 vorgestellt wurden, einer dient für Veranstaltungen. Geplant sind Führungen, Lesungen, Theater und Jazz, aber auch eine Blutzucker-Messaktion sowie eine Kooperation mit der Neckarstädter „Lichtmeile“. „Wir werden die Bürger auch einladen, uns mitzuteilen, welche Innovation ihnen fehlt – einfach um die Mannheimer stärker zu beteiligen“, kündigt Strahonja an.

Pläne für die Buga 2023

Bei der Auswahl der Themen habe man bewusst einen breiten Bogen geschlagen. Er reicht von der mit Mannheim verbundenen Uraufführung der „Räuber“ 1782 bis zu zwei erfolgreichen Start-ups aus dem Technologie-Gründerzentrum Mafinex. Eines hilft, Lebensmittelverschwendung einzudämmen – „ein hochaktuelles Thema“, so Strahonja. An das erste Containerterminal in einem deutschen Binnenhafen, 1968 in Mannheim gegründet und inzwischen auf verzehnfachter (!) Fläche, wird ebenso erinnert wie an den in Mannheim ab 1900 wirkenden Stadtschulrat Anton Sickinger, der den Grundstein des heutigen, vielgliedrigen Schulsystems legte. Unternehmen wie Siemens oder Roche steuern aktuelle, gerade erst eingeführte Neuentwicklungen bei.

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In zwei Jahren will Strahonja dann das Thema „noch mal ganz anders, noch größer“ darstellen – und dann solle es erneut in vier Jahren, bei der Bundesgartenschau 2023, „eine große Rolle spielen“.

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