Buga Mannheim: So geht es im Luisenpark und auf Spinelli weiter

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Stefan Proetel
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Durch den Spinelli-Haupteingang, hier ein Entwurf, sollen 2023 auch viele Touristen und nicht nur Besucher aus der Region strömen. © Buga/Northern Light

Mannheim. Viel Platz im Terminkalender haben die Buga-Macher in diesem Jahr nicht: Das Programm, das sie sich auf dem Weg zur Bundesgartenschau 2023 vorgenommen haben, ist eng getaktet. Das gilt für beide Flächen, denn wenn 2021 zu Ende geht, sollen auf Spinelli und im Luisenpark wichtige Zwischenziele erreicht sein. Ein Überblick:

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Seilbahn
Eine Vorabversion liegt dem Regierungspräsidium in Karlsruhe schon vor. Nun soll das Planfeststellungsverfahren zum Bau der Seilbahn zwischen Spinelli und Luisenpark offiziell eingereicht werden, sagte Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Mannheimer Bundesgartenschau-Gesellschaft am Donnerstag vor Journalisten. Mit der Seilbahn – 2,1 Kilometer lang; ausgestattet mit rund 65 Zehn-Personen-Kabinen – sollen rund 65 Busse pro Stunde eingespart werden, die sonst zwischen den Arealen pendeln müssten.


Verkehrskonzept
Im Frühjahr will die Buga-Gesellschaft ihr Verkehrsmanagementkonzept vorstellen. Schwerpunkt soll laut Schnellbach ein Kombi-Ticket für den Öffentlichen Personennahverkehr werden. Dennoch erwarte man natürlich auch eine große Zahl an Autos. An Buga-Spitzentagen mit mehr als 30 000 Besuchern (erwartet an ungefähr vier Tagen) rechnen die Buga-Macher mit maximal rund 4500 Fahrzeugen. Die sollen bei der Anfahrt auf den großen Besucherparkplatz (6000 Plätze) am Flughafen geleitet werden. Klar ist Schnellbach, dass es während des Maimarkts 2023 eng werde: „Da müssen wir noch nachjustieren.“ Vom großen Parkplatz pendeln Wasserstoff- und Elektrobusse nach Spinelli. Reisebusse sollen während der Buga am Friedrichsplatz parken.


Essen und Trinken
Mit einem klaren Auftrag ist Gastronomie-Chef Ingo Wessel ausgestattet: Er soll ein innovatives Konzept entwerfen mit dem Schwerpunkt auf grüner, regionaler Küche. „Auch hier wollen wir etwas Neues zeigen“, sagt Schnellbach. In einem Biergarten dürfen die Besucher – wie in Bayern – eigene Speisen mitbringen.

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Parkschalen
Wenn es trocken bleibt, beginnen in den nächsten zwei, drei Wochen die Baumpflanzungen in der Parkschale Käfertal. Die Parkschale ist der Bereich am Rand des Spinelli-Geländes, der an Käfertal angrenzt. Die ersten Bäume werden laut Schnellbach im Westen an der Rüdesheimer Straße gesetzt. Von dort arbeite man sich in Richtung „Im Rott” vor. Insgesamt werden auf dieser 1,4 Kilometer langen Strecke 400 Bäume gepflanzt. Später im Jahr werden hier Spiel- und Bewegungsangebote entstehen, zudem in der Parkschale Feudenheim Bäume gepflanzt.
Ausstellungsflächen
Zwei Büros sind für das Aussehen wichtiger Spinelli-Flächen verantwortlich. Den „Willkommensbereich“, also das Areal hinter dem Eingang zu Spinelli, plant das Büro Loma aus Kassel. Der Bereich werde eine eigene Handschrift tragen, verspricht Schnellbach. Hier werde dem Besucher gezeigt, was ihm auf dem gesamten Gelände alles blühe. Baubeginn ist November. Das 20 Hektar große Experimentierfeld nördlich der U-Halle wird die Spielwiese für die Landschaftsarchitekten von RMP Lenzen sein. Das Büro plant für die Stadt auch den Grünzug. Los gehen die Arbeiten am Experimentierfeld im August. Die Arbeiten an den gärtnerischen Ausstellungsflächen westlich davon sollen im November starten.


Luisenpark
Anfang/Mitte Februar beginnen im Luisenpark die Arbeiten an den Versorgungsleitungen im Bereich der „Neuen Parkmitte“. Sie dauern bis Ende Juni. Dort sind nach Angaben von Park-Geschäftsführer Joachim Költzsch außer der Überwinterungshalle und des Aquariums alle Bestandsgebäude abgerissen. Der erste Spatenstich für die Unterwasserwelt der „Neuen Mitte“ soll Anfang Juli gemacht werden. Wie Költzsch sagte, wird der Zugang zum Gondolettasteg dann barrierefrei vom Freizeithaus möglich sein. Jedenfalls müsse der Gondolettasteg während der Bauarbeiten nicht verlegt werden. Weitere erste Spatenstiche werde es für die Freiflugvoliere und das Pinguingehege geben.

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Panorama-Steg
Im zweiten Quartal geht es mit den Arbeiten am Panorama-Steg los. Das 80 Meter lange Bauwerk wird einmal in zwölf Meter Höhe über das Au-Gewässer hinausragen. Der Aussichtspunkt werde neue Blickachsen schaffen und eine neue Wahrnehmung des Landschaftsschutzgebietes Au ermöglichen, verspricht Schnellbach.

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Blumen
Für die Gestaltung der Beete werden sich laut Schnellbach bekannte Büros bewerben, die schon mehrere Bundesgartenschauen bestritten haben. Bewusst habe man aber auch andere Büros angeschrieben, um auch hier eine neue Handschrift zu bekommen. Eine Jury entscheidet dann. Die ersten Rosen und Stauden sollen Ende 2021 gepflanzt werden.


Gewässer
In den nächsten drei bis vier Wochen beginnen die ersten Baumaßnahmen am Neckar. Dort wird der Verlauf des Ufers verändert, um ihn zum einen für die Menschen besser erlebbar zu machen und zum anderen günstigere Bedingungen für Tiere zu schaffen. Gekoppelt ist das Projekt mit dem Augewässer und der Anbindung der Au an den Neckar.


U-Halle
Im Sommer wollen die Buga-Macher mit dem Rückbau der U-Halle loslegen. Sie wird für die Gartenschau von derzeit 21 000 Quadratmeter Fläche auf 12 000 Quadratmeter verkleinert. In einem Teil der Halle wird der Rückbau bereits im Februar getestet.

 

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Chefredaktion Ressortleiter Lokales/Regionales und Mitglied der Chefredaktion