Kommunalpolitik - Ralf Eisenhauer kündigt Bewerbung an / Grüne suchen Umwelt-Dezernenten Auf dem Weg zum Baubürgermeister

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Timo Schmidhuber
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Fünf Bürgermeister-Posten gibt es im Mannheimer Rathaus – gleich zwei von ihnen werden voraussichtlich am 3. November neu besetzt. An diesem Tag soll der Gemeinderat den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Baubürgermeister Lothar Quast (SPD) und Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala (Grüne) wählen. Während die Grünen noch auf der Suche sind nach der passenden Kandidatin oder dem Kandidaten für das Umweltdezernat, hat ihn die SPD für das Baudezernat offenbar gefunden: Ralf Eisenhauer, ihren schon länger für den Posten gehandelte Fraktionschef.

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Der 51-Jährige kündigte am Montag auf Anfrage dieser Redaktion seine Bewerbung an – für die aber noch Beschlüsse von Fraktion und SPD-Kreisverband nötig seien, wie er betonte. Die SPD hat das Vorschlagsrecht für die Bürgermeister-Stelle, die Wahl ihres Bewerbers gilt so als sicher. Die SPD wolle „eine gerechte und zukunftsfähige Stadt. Das sind auch bei der Stadtentwicklung wichtige Fragen“, so Eisenhauer zu seiner Motivation.

Der SPD-Kreisvorsitzende Stefan Fulst-Blei bescheinigt dem Fraktionschef im Baubereich „eine ausgeprägte Fachkompetenz“. Eisenhauer hat Geologie und Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Er arbeitete zwölf Jahre beim Frankfurter Bauunternehmen Wayss & Freitag und ist aktuell als Projektleiter für Altlastensanierung bei der städtischen Projektentwicklungsgesellschaft MWSP tätig. Seit neun Jahren führt er die SPD-Fraktion im Gemeinderat.

Bewerbung bis Ende September

Neben der Amtszeit von Quast – er will nicht mehr antreten – endet im Dezember auch die von Umweltbürgermeisterin Kubala. Die 64-Jährige hätte gerne weitergemacht. Die Grünen-Fraktion, die hier das Vorschlagsrecht hat, entschied sich aber aus „strategischen“ und „inhaltlichen“ Gründen für eine Neubesetzung. Eine Kommission sucht derzeit nach der passenden Person.

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Über die organisatorischen Fragen zur Wahl der beiden Dezernenten muss der Gemeinderat Anfang Juli entscheiden. Eine Vorlage zur Sitzung nennt den 3. November als Wahltermin, die Bewerbungsfrist für die beiden Stellen würde dann am 25. September enden.

Laut Gemeindeordnung sollen die Dezernenten-Posten an die Parteien entsprechend ihrer Sitze im Gemeinderat vergeben werden. Bei der Kommunalwahl 2019 waren die Grünen stärkste Kraft geworden, vor SPD und CDU. Entsprechend einigten sich die drei Fraktionen darauf, das Vorschlagsrecht für die freiwerdenden Dezernentenstellen neu zu verteilen, und sicherten einander die Wahl ihrer Kandidaten zu. Die Grünen bekamen dabei das Bildungsdezernat, das früher die SPD hatte, der Grüne Dirk Grunert wurde vergangenen Oktober zum Bürgermeister gewählt. Für die in diesem Jahr freiwerdende Dezernate Bauen und Umwelt blieb das jeweilige Vorschlagsrecht bei SPD und Grünen. Die Sozialdemokraten bekamen außerdem das Vorschlagsrecht für das 2024 neu zu besetzende Dezernat für Wirtschaft, Arbeit, Soziales und Kultur, das derzeit CDU-Mann Michael Grötsch leitet. Den Christdemokraten dagegen bleibt nur noch das Vorschlagsrecht für das Dezernat des Ersten Bürgermeisters Christian Specht im Jahr 2023.

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Redaktion Redakteur in der Mannheim-Redaktion