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Pandemie - Neue Folge im Podcast-Spezial „Leben in Zeiten von Corona“ mit Mannheimer Schülerinnen und Schülern

Auch Politiker haben keine Superkräfte

Von 
Stefanie Ball
Lesedauer: 

Mal dürfen sich zwei Haushalte treffen, mal fünf, Frisöre dürfen öffnen, Restaurants nicht, mal gibt es Fernlernunterricht, mal Wechselunterricht, und oft steht das wenige Tage vorher noch nicht fest. Die Regeln in der Corona-Pandemie waren oft nicht immer klar, und dann änderten sie sich ständig. Das hat viele Menschen verunsichert und verärgert. Auch Salomé Kleinschmidt.

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Gleichzeitig wirbt die 15-jährige Schülerin der Johannes-Kepler-Schule für Verständnis. „Die Regierung weiß genauso wenig wie wir. Die können auch nicht in die Zukunft sehen“, sagt sie in einer neuen Folge des Podcasts „Leben in Zeiten von Corona“. Bis zu den Sommerferien Ende Juli kommen in einem mehrteiligen Spezial Mannheims Schülerinnen und Schüler zu Wort, in Folge sechs sind es Salomé Kleinschmidt und Ray-Lewis Syengo-Naumann. Die Gesellschaft erwarte, dass die Politiker gewisse Aufgaben erledigten, sagt Salomé. „Sie sollen sagen, was kommt und was wir tun sollen, aber die haben auch keine Superkräfte.“

Salomé Kleinschmidt und Ray-Lewis Syengo-Naumann blicken skeptisch in die Zukunft. © Stefanie Ball

Angst vor Verschlechterung

Dass die Corona-Pandemie schon bald zu Ende ist, glauben die beiden nicht, den nächsten Wochen blicken sie eher skeptisch entgegen. „Ich habe natürlich Angst, dass sich die Situation wieder verschlechtert“, sagt Salomé. Ohnehin gebe es ein ständiges Auf und Ab, nie wisse man, wie es weitergehe. Ray fürchtet um sein Basketballtraining, das er gerade wieder begonnen hat. „Das ist mir sehr wichtig.“ Und er fürchtet, dass die Masken schon bald wieder zum Alltag in den Schulen gehören könnten. „Die mag ich gar nicht.“ Auch die Zeit im Fernlernunterricht ist dem 16-Jährigen schwergefallen. „Ich fand das anstrengend, sich morgens um acht Uhr vor den PC zu setzen und dann alle Aufgaben allein zu machen.“

Auch viele seiner Mitschüler seien unmotiviert gewesen. „Die haben sich verschlechtert.“ Ray will in zwei Jahren seinen Realschulabschluss machen; die Kepler-Schule ist eine Gemeinschaftsschule, an der die Schülerinnen und Schüler beginnend mit den fünften Klassen aus allen Schularten in einem Klassenverband auf ihrem persönlichen Leistungsniveau lernen. Salomé hat die Zeit im Homeschooling, wie sie findet, gut überstanden: „Ich fand das eigentlich angenehm. Ich hatte bei meiner Mutter im Büro einen eigenen Bereich, in dem ich arbeiten konnte, so konnte ich schulische Sachen von privaten trennen.“ Worüber sich ihre Mutter viel mehr Gedanken gemacht habe, seien die fehlenden sozialen Kontakte gewesen. „Am Anfang hat sie mich gezwungen, jeden Tag eine Freundin anzurufen“, erzählt Salomé. Bei Ray war es umgekehrt: „Meine Mutter hatte Sorge, dass ich zu sozial bin.“ Jetzt aber dürfen sie wieder raus und sich treffen – doch auch hier hat Corona Spuren hinterlassen. So seien sie kürzlich mit einer größeren Gruppe auf den Neckarwiesen zusammengekommen. Plötzlich kam ein Polizeiauto und sofort sprangen alle auf, teilten sich auf in Kleingruppen und gingen in verschiedene Richtungen, als würden sie sich nicht kennen.

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„Da ist immer die Angst dabei, erwischt zu werden“, erklären die beiden. Dabei haben sie nichts Verbotenes getan, nur sich getroffen. Die Polizei wollte auch gar nichts von ihnen. „Die sind nur vorbeigefahren.“ Ständig auf der Hut – das ist Salomé auch bei anderen Gelegenheiten. Niest jemand in ihrer Umgebung, zuckt sie zusammen, trägt einer seine Maske nicht richtig, weist sie ihn darauf hin. „Manchmal war ich schon hysterisch, obwohl ich eigentlich gar nicht so bin.“

Gleichzeitig merkt sie, dass die Menschen auch zu ihr auf Abstand gehen und sie sich fragt: Ist das jetzt wegen mir, wegen meiner Hautfarbe oder ist das wegen Corona? „Jeder lebt in seiner eigenen Blase, in seiner eigenen Welt und lässt keinen mehr an sich ran.“

Der Schüler-Spezial-Podcast

  • Der Schüler-Spezial-Podcast läuft bis zu den Sommerferien Ende Juli immer freitags.
  • Mitmachen und mitteilen: Wie habt ihr, die Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, die Corona-Krise erlebt? Schickt dem „Mannheimer Morgen“ Texte, Bilder, Gedanken, Forderungen an Politik und Gesellschaft! Wir sammeln und berichten. E-Mail an lokal@mamo.de oder per Post an die Lokalredaktion, Dudenstraße 12-26, 68167 Mannheim. 

Freie Autorin

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