Rettungsdienst - Neue Einrichtung in der Hauptfeuerwache nimmt nach mehrfacher Verzögerung zum 1. April ihre Arbeit auf Alle Notrufe landen bei einer Leitstelle

Von 
Peter W. Ragge
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Das Datum ist nicht als Scherz gedacht: Am 1. April nimmt die neue Integrierte Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Mannheim in der Hauptfeuerwache ihre Arbeit auf. „Aufnahme des Wirkbetriebs“ nennt sich das offiziell, denn gearbeitet hat das Team schon bisher, um diesen Termin einhalten zu können – er ist mehrfach verschoben worden.

So sieht ein Arbeitsplatz in der neuen Leitstelle aus. © Markus Proßwitz
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Für die Bürger bedeutet das: Alle Anrufe bei der Notrufnummer „112“ werden auch in Mannheim bearbeitet. Bislang landete man zwar bei der Wahl der „112“ in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr. Handelte es sich aber nur um einen medizinischen Notfall, stellten die Beamten das Gespräch per Knopfdruck nach Ladenburg durch, zur Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar. Sie schickte Notarzt und Rettungswagen los und steuerte deren Einsatz, auch in Mannheim. Damit ist nun Schluss.

Langjähriger Streit

Hintergrund ist ein langjähriger Streit, ob Mannheim vom Rettungsdienst schnell genug versorgt wird. 2014 hatte das Land mit Hilfsorganisationen und Krankenkassen – jedoch ohne Rücksprache mit der Stadt Mannheim – einen neuen, großen Rettungsdienstbereich geschaffen. Darin wurden Heidelberg mit allen Landkreis-Gemeinden und Mannheim zusammengefasst – mit einer Leitstelle in Ladenburg.

Erst im März 2017 gab Innenminister Thomas Strobl (CDU) grünes Licht, dass der große Rettungsdienstbereich wieder getrennt und Mannheim eigenständig wird. Das ist zum Jahresbeginn 2019 in Kraft getreten (wir berichteten).

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Die Vorbereitungen zur Leitstelle zogen sich aber hin. Zwar war beim Bau der Hauptfeuerwache in Neckarau vorausschauend Platz dafür geschaffen worden. Technische Vorbereitungen, Auswahl und Schulung des Personals, das nun Feuerwehr- und Rettungsdienstaufgaben gemeinsam bewältigen muss, zogen sich jedoch hin. Die Inbetriebnahme sollte mal „im Lauf des Jahres 2019“ sein, dann der Jahreswechsel, dann ab Frühjahr 2020. Im Dezember sprach Oberbürgermeister Peter Kurz von März. Nun wird es der 1. April – trotz Corona-Krise, weshalb der Termin zuletzt noch wackelte.

Die Stadt hat, da das Land eine gemeinsame Trägerschaft vorschreibt, mit dem Kreisverband des Roten Kreuzes einen Vertrag geschlossen und eine gemeinnützige GmbH gegründet. Als Geschäftsführer fungieren Christoph Scherer (Rotes Kreuz) und Maximilian Schneeganß (Feuerwehr) sowie zudem der ehrenamtliche Koordinator der Stadt für den Rettungsdienst, Andreas Pitz.

Redaktion Chefreporter