Bildung - Netzwerk „Smart Production“ der Mannheimer Wirtschaftsförderung stellt neuen Sensorwürfel aus Mannheim vor / Werner-von-Siemens-Schule erste Kundin Aerosolwürfel: Berufsschule testet fünf Exemplare im Unterricht

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lia
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Stellen den Mannheim-Würfel vor (erste Reihe von links): Matthias Rädle, Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch und Schulleiter Albert Weiß. © Stadt MA

Beim Eintreffen in der Werner-von-Siemens-Schule in der Neckarpromenade springt der rote Würfel direkt ins Auge. Dass er wirklich funktioniert und vor zu hohem CO2-Gehalt warnt, zeigt sich im Laufe der Pressekonferenz, als das grüne Licht plötzlich auf Rot umspringt.

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Grund für die Zusammenkunft in Corona-Zeiten ist die Übergabe von fünf Sensorwürfeln, genannt Proxicubes, die die Menge der Aerosole in der Luft messen können. Erfunden und entwickelt in Mannheim. Die Partner sind dabei Teil des regionalen Netzwerks „Smart Production“, das von der Wirtschaftsförderung der Stadt initiiert und gemanagt wird. 51 Partner sind in dem Netzwerk vertreten.

„Für alle Beteiligten ist das ein großer Gewinn. Die Entwicklung des Cubes passt in unsere Zeit und rückt Mannheim und die Metropolregion in den Fokus“, sagt Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch bei der Übergabe der Exemplare an Schulleiter Albert Weiß. Weiß will fünf Klassenräume mit den Geräten ausstatten und damit die Bewegungsprofile der Aerosole nachvollziehen. Als erste Schule in Mannheim sollen die Berufsschüler und Lehrenden den Würfel aktiv in den Unterricht einbinden. Weiß will auch beobachten, wie viele sich gleichzeitig im Klassenzimmer aufhalten können, bis das Gerät Alarm schlägt.

Zwar haben seine Schüler schon selbst CO2-Ampeln gebaut, die auf dem freien Markt um die 250 Euro kosten. Mit dem neuen Sensorgerät lässt sich nun die Wirkung der Klimaanlage genau bewerten. „Das sind wichtige Werte, die wir an die Lehrer übermitteln. Sie werden ein didaktisches Konzept für den Würfel entwickeln“, sagt Weiß. Damit die Würfel im Schulalltag nicht plötzlich verschwinden, hat Erfinder Thomas Schäfer ein Kensington-Schloss eingebaut, das mobile Geräte sichert. Für Matthias Rädle, Leiter des Kompetenzzentrums Cemos der Hochschule Mannheim, ist die Technologie des Würfels älter als die Idee. In den vergangenen Jahren habe man viele Millionen Euro Förderung vom Bund für Forschung erhalten, was solche Erfindungen erst möglich mache. Entstanden ist der Detektor aus der Idee, Feinstaubsensoren kostengünstig auf die Straße zu bringen. Herausgekommen sei der Sensorwürfel. Laut Rädle kosten Referenzgeräte rund 20 000 Euro, weshalb man das Verfahren direkt zum Patent angemeldet hatte.

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„Der Cube ist so modular gebaut, dass sich neue Aufgaben darauf stecken lassen“, erklärt Rädle. Und verweist auf ein neues Projekt, mit der chemischen Industrie. Auch für Busunternehmen, Lüftungsanlagen in Krankenhäusern oder Transportboxen für Organspenden könne das Messgerät verwendet werden. Denn der Würfel könne auch Klimaanlagen oder Lüftungen steuern. lia