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 Bildung - Gesamtelternbeirat und Privatinitiative bitten um Computer für benachteiligte Schüler Ältere Geräte fit machen für Online-Unterricht

Von 
Bertram Bähr
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Detlef Müller frischt im Keller alte Computer auf, um sie dann bedürftigen Schülern zur Verfügung zu stellen. © Christoph Blüthner

„Ein Kind. Ein Tablet. Eine Chance.“ Unter diesem Motto ruft der Mannheimer Gesamtelternbeirat (GEB) dazu auf, nicht mehr benötigte iPads oder Laptops zu spenden. Sie sollen an Kinder und Jugendliche gehen, um ihnen einen „Zugang zum Online-Unterricht zu ermöglichen“, schreibt GEB-Vorsitzender Thorsten Papendick in einem Aufruf.

Digital-initiativen

Weitere Informationen zur Aktion des Gesamtelternbeirats gibt es auf der Homepage geb-mannheim.de oder per E-Mail an chance@geb-mannheim.de. Wer die Initiative von Detlef Müller als „Digitalpate“ oder Gerätespender unterstützen möchte, wendet sich per E-Mail an computer_boerse@fantasymail.de.
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Zwar steht dank eines Förderprogramms des Bundes den Schulen inzwischen eine große Anzahl von Leihgeräten zur Verfügung. Aber leider reichten die bei Weitem nicht für alle aus, die eines bräuchten. Laut einer GEB-Umfrage fehlten in Grund-, Werkreal- und Realschulen weit mehr als 1200 Geräte. Deshalb müssten sich „in der Regel mehrere Kinder zusammen mit ihren Eltern eines teilen. Teilweise verfügen Familien nur über ein Smartphone, welches für eine Beteiligung am digitalen Unterricht nicht geeignet ist“, so der GEB-Chef.

Die Folge sei, dass „Kinder aus finanziell benachteiligten Familien nicht oder nur eingeschränkt am Unterricht teilnehmen“ könnten: „Die Bildungsschere geht immer weiter auseinander. Jedes fünfte Kind in Mannheim zähle als bedürftig. Das Spenden technischer Geräte trage dazu bei, diesen Kindern „eine Chance zu geben“.

Das sieht Detlef Müller ähnlich. Der Vater, dessen Sohn die Kerschensteiner Gemeinschaftsschule auf der Schönau besucht, hat deshalb eine Computer-Börse ins Leben gerufen. „Viele sitzen zu Hause auf einem Riesen-Pool alter Hardware“, stellt er fest. „Da kann es doch nicht sein, dass es Kinder gibt, die gar nichts haben“, betont er im Gespräch mit dieser Redaktion. Im Auge hat er auch mittelständische Betriebe, die ihre Computer-Ausstattung erneuern und deshalb viele Altgeräte übrig haben. Gleiches gelte für ausgediente Drucker, Scanner oder Tastaturen.

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Die Desktop-Computer, die bis zu zehn Jahre auf dem Buckel haben könnten, müssten allerdings komplett neu konfiguriert werden – damit Schüler mit ihnen Internet, Textverarbeitungs- und Videoprogramme nutzen können. Detlef Müller hat das entsprechende Know-how. Er rüstet die PCs mit einem Linux-Betriebssystem für Schüler aus. Die Geräte seien danach zwar nicht spieletauglich, aber für Videokonferenzen geeignet. Drei Standcomputer hat der Vater auf diese Weise bereits fit gemacht und an Familien weitergegeben, denen die technischen Möglichkeiten bisher gefehlt haben.

„Digitalpaten“ gesucht

Im Moment ist er allerdings weitgehend Einzelkämpfer. Er wünscht sich deshalb Mitstreiter, die ihren Sachverstand beim Beschaffen und Konfigurieren der PCs einbringen. Ebenso wichtig ist aus Müllers Sicht allerdings technische Unterstützung für die Kinder und Familien, die einen Computer erhalten. Für viele sei ein Smartphone „das erste und einzige Gerät“, mit dem sie bisher zu tun gehabt hätten. „Es nutzt nichts, einfach ein Gerät hinzustellen, wenn den Nutzern Kenntnisse fehlen.“

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Deshalb sucht Müller auch „Digitalpaten“, die den Kindern im Falle von Problemen Tipps und Hilfestellungen geben könnten. Der Vater glaubt, dass sich der Aufwand in Grenzen hält, wenn ein Mitstreiter ein oder zwei Familien als Ansprechpartner zur Verfügung steht: „Das kann jeder im Rahmen seiner zeitlich begrenzten Möglichkeiten tun.“

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Dem Gesamtelternbeirat geht es eher darum, Technik zur Verfügung zu stellen, die von vornherein lauffähig ist. Er setzt deshalb auf neuere Geräte. Sie müssten Mindestvoraussetzungen erfüllen, da sie sonst für den Online-Unterricht nicht geeignet seien. Benötigt werden laut Papendick iPads oder Laptops, die nicht älter als zwei Jahre sind. Ein Laptop sollte außerdem mit dem Betriebssystemen Windows 10 oder macOs ausgestattet sein.

Alternativ bittet der Gesamtelternbeirat um Spenden an die IBAN DE79 1003 3300 2626 4592 01 oder per PayPal an chance@geb-mannheim.de. Als Betreff vermerkt werden sollte: „Ein Kind. Ein Tablet. Eine Chance.“