Landgericht Mannheim 35-Jährigen mit Sektflasche in der Neckarstadt erschlagen - Prozessauftakt

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tan
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Mannheim. Husam A. soll sein Opfer „ grausam getötet haben“. So lautet die Anklage von Oberstaatsanwältin Zipperer im Mordprozess gegen den 34-jährigen Iraker vor der 1. Strafkammer am Mannheimer Landgericht. Am 7. Juli 2020 soll der Angeklagte sein Opfer mit einer gefüllten Sektflasche erschlagen haben, „aus Verärgerung, weil er in der Wohnung in der Neckarstadt nicht übernachten durfte“, so die Staatsanwaltschaft am Donnerstagvormittag. Mehrfach habe Husum A. zugeschlagen, aus roher Gesinnung und um dem 35 Jahre alten Mann schwere Qualen zuzufügen, sagte die Staatsanwältin. Alle Schläge seien mit großer Wucht ausgeführt worden. Der Schädel des Opfers sei danach komplett zertrümmert gewesen, das Opfer verstarb noch am Tatort und wurde dort erst am 15. Juli durch seinen vom Hausmeister alarmierten Ehemann aufgefunden.

Symbolbild. © dpa
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„Mein Mandant macht Angaben zur Person, zur Sache schweigt er“, erklärte sein Verteidiger Steffen Kling am Beginn der Beweisaufnahme. Danach schilderte Husam A. seinen Lebensweg, der ihn aus Bagdad, wo seine Familie heute noch lebt, als Flüchtling zuerst in die Türkei führte, wo er eine Freundin gefunden hat, mit der er dann über Griechenland, Serbien und Österreich zuerst 2016 nach München und dann nach Mannheim-Neckarau reiste. Hier arbeitete Husam A. zeitweise bei einer Leiharbeitsfirma. Dann habe er sich von der Frau getrennt und aufgrund seiner Lebenssituation immer mehr Probleme mit Alkohol und Drogen bekommen, berichtete der Angeklagte. Eine Hautkrankheit habe ihn zur Tatzeit zusätzlich belastet. Da intervenierte sein Anwalt: „Sie sagen jetzt nichts mehr!“ für den Prozess unter dem Vorsitz von Richter Rackwitz sind zehn Verhandlungstage angesetzt.