Flüchtlinge - Große Unterstützung bei Spendenaktion von „Save me“ für Lager in Griechenland / Hoher Betrag vom Theater 12 000 Euro zur Selbsthilfe auf Lesbos

Von 
Timo Schmidhuber
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Flüchtlinge haben auf Lesbos selbst Initiativen gegründet, etwa zur Versorgung mit Masken (unser Bild). Dafür gab’s jetzt Geld aus Mannheim. © Heimatstern

Mannheim. Das Engagement des griechischen Staates im Flüchtlingsquartier Kara Tepe auf der Insel Lesbos lasse „ganz extrem zu wünschen übrig“, findet Tilman Haerdle vom Münchner Hilfsverein „Heimatstern“. In der Nachfolgeeinrichtung des abgebrannten Lagers Moria hätten sich Geflüchtete deshalb selbst zu Hilfsinitiativen zusammengeschlossen. Diese bekamen jetzt mehr als 12 000 Euro als Spenden aus Mannheim.

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Die Mannheimer Initiative „Save me“, die mit „Heimatstern“ zusammenarbeitet, hatte zum „Tag der Menschenrechte“ im Dezember zu der Sammelaktion aufgerufen – mit großer Resonanz. Allein vom Schauspiel des Nationaltheaters um Intendant Christian Holtzhauer kamen rund 4100 Euro, wie Bettina Franke von „Save me“ berichtet. Die Mannheimer Initiative freue sich sehr über die große Hilfsbereitschaft in der Stadt. Besonders der Einsatz des Schauspielensembles sei großartig.

Über „Heimatstern“ wurde das Geld laut Franke nun „ohne Abzüge direkt nach Lesbos geschickt“. Unterstützen wird es dort drei von Geflüchteten auf die Beine gestellte Initiativen im Lager: das „Moria Corona Awareness Team“, das sich um die Corona-Prävention kümmert und zum Beispiel Masken und Desinfektionsmittel kauft, die „Moria White Helmets“, die sich um die Müllentsorgung im Lager kümmern und die „Moria Academia“, die Unterricht für Kinder, aber auch Erste-Hilfe-Kurse organisiert.

Das alles sei eigentlich Aufgabe der Behörden vor Ort. Die kämen dem aber nur unzureichend nach, sagt Haerdle von „Heimatstern“. Natürlich könnten theoretisch auch Helfer aus dem Ausland kommen. Aber es gebe „ein großes Potenzial an fähigen Menschen“, die selbst im Lager lebten, so dass dies gar nicht nötig sei. Unterstützung brauchen deren Initiativen laut Haerdle lediglich bei ein paar Dingen – etwa dem Sammeln von Spenden gegen Spendenquittung. Schutzmasken oder zum Beispiel zusätzliches Essen für die Bewohner kaufen könnten sie dann selbst. „Heimatstern“ arbeitet in Griechenland mit einem dortigen Hilfsverein zusammen.

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Haerdle beschreibt Kara Tepe mit rund 7000 Bewohnern als extrem voll – Abstand halten sei da sehr schwierig. Außerdem gebe es zu wenig sanitäre Einrichtungen. „Die Mehrheit wohnt in sehr einfachen, nicht winterfesten Zelten.“ Während des Winters regne es in Griechenland sehr viel – zum Glück gebe es seit kurzem ein Abwassersystem.

„Save me“ erneuert unterdessen seinen Appell, dass Mannheim „Platz und Kapazitäten“ habe, mehr Flüchtlinge als die bislang 50 angebotenen aus Lagern wie Kara Tepe oder auch aus Lipa in Bosnien aufzunehmen.

Redaktion Redakteur in der Mannheim-Redaktion