Wallstadt - Alt-Neubürger Waltraud und Hartmut Gossel im Gespräch mit Susanna Martinez Heimat und Freunde gefunden

Von 
Sylvia Osthues
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Hartmut Gossel (v.l.), Susanna Martinez und Waltraud Gossel sprechen bei der Rathaus-Matinée über das Thema Heimat. © Osthues

„Heimat erzählen“ lautete das Motto der Matinée im Rathaus Wallstadt. Die 1998 von Bürgerdienstleiterin Patricia Munterde, Manuela Müller, Hans-Peter Schwöbel und Waltraud Gossel begründete Sonntagsmatinee „Kultur im Rathaus“ fand auch dieses Mal wieder großen Zuspruch. Im Gespräch mit der Wallstädter Schriftstellerin Susanna Martinez erklärte das Künstlerehepaar Waltraud und Hartmut Gossel, warum Wallstadt ihre Heimat ist.

Kurzweiliges Interview

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Das kurzweilige, unterhaltsame und spannende Interview fand im Trausaal statt, der zum großen Teil aus den Einnahmen dieser Veranstaltungsreihe renoviert wurde. Martinez wollte wissen, woher die Künstler stammen und wie es dazu kam, dass Wallstadt ihre Heimat wurde.

Beide wurden während des Zweiten Weltkriegs geboren – Waltraud in Kamp-Lintfort am Niederrhein, wo sie auch aufgewuchs, und Hartmut in Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern. Nach Rückkehr seines Vaters aus russischer Kriegsgefangenschaft verließ die Familie die russische Besatzungszone und zog zunächst zum Bruder des Vaters im alemannischen Kandern. Nachdem sein Vater eine Anstellung als Studienrat in Lörrach gefunden hatte, fand Hartmut Gossel dort eine neue Heimat.

Kennengelernt haben sich Waltraud und Harmut Gossel durch ihre Arbeit bei Dornier in Friedrichhafen am Bodensee. Tochter Silke wurde geboren. Als die Arbeitsstelle von Hartmut Gossel bei Dornier gestrichen wurde, fand er eine Stelle als Berufsschullehrer an der Werner von Siemens-Schule in Mannheim.

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Die Familie wohnte zunächst auf der Vogelstang. Nach der Geburt ihrer Zwillinge wurde die Wohnung dort zu klein. Als kinderreiche Familie fanden sie 1981 mit Unterstützung der Stadt Mannheim ein Grundstück in Wallstadt, wo sie noch heute wohnen. „Wir fühlen uns hier wohl“, sagte Waltraud Gossel. Ihr Mann erklärte: „Wallstadt ist meine Heimat geworden, wir haben hier viele Freunde und Gleichgesinnte durch das Künstlerische.“

Viele Veränderungen

Viele Veränderungen hätten sie miterlebt in Wallstadt, auch für die Wallstädter Bürger durch das Neubaugebiet. Sie schätzten Wallstadt sehr mit allen Vergünstigungen – die Nähe zu Pfalz, Odenwald, die sie mit ihren Kindern erwandert hätten. Wie sie zur Kunst gekommen sind, wollte Martinez wissen. Nur Haushalt und Kinder genügte Waltraud Gossel nicht. Sie fand über Batiken und Seidenmalerei zum Malen. Sie liebt Landschaften und die Farbe Blau.

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Ihre erste Ausstellung fand in Yilmaz Kalenders Getränkehandel in Wallstadt statt. „Die Müllers und Schwöbels kamen dazu, dann ging es los“, erzählte Waltraud Gossel. Sie hätten das Rathaus umgebaut, saniert und eine flexible Aufhängevorrichtung für Bilder angebracht. Die erste Ausstellung von Waltraud Gossel mit Hans-Peter Schwöbel im Rathaus Wallstadt fand 1998 statt– sieben Ausstellungen sind es nun schon insgesamt.

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Bildhauer Hartmut Gossel, dessen Kettensägearbeiten auch im Garten der Kirche St. Peter und am Wegesrand zu bewundern sind und der momentan eine Ausstellung zum Thema Stühle in Heidelberg vorbereitet, hat bisher bei zwei Ausstellungen im Rathaus mitgemacht. Waltraud Gossel dankte Manuela und Thomas Müller, die dazu beigetragen hätten, dass Wallstadt ihre Heimat geworden ist. „Wenn man mitgestalten kann, da fühlt man sich wohl“, sagte sie. Manuela Müller bestätigte: „Egal, ob man 40 oder 50 Jahre in Wallstadt wohnt, Wallstädter ist, wer sich für die Gemeinschaft engagiert.“

Beim anschließenden Imbiss nutzten viele die Gelegenheit zum Gespräch mit den Künstlern.

Freie Autorin