Nord: Weiß und Mark über Kultur in den Stadtteilen "Gartenstadt unterschätzt"

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Im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Lothar Mark und Stadtrat Roland Weiß (beide SPD) ist auch die Bewerbung Mannheims zur Kulturhauptstadt ein Thema. Dieses Mal müssten die Stadtteile involviert werden, fordert Weiß. Auch im Hinblick auf den 100. Geburtstag der Gartenstadt kommendes Jahr.

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Dass das Stadtjubiläum "nur in der Kernstadt" gefeiert wurde "ohne Impulse in die Stadtteile" findet Weiß skandalös. "Wenn man in Mannheim solche Großereignisse organisiert, muss es auch gelingen, die Menschen mitzunehmen", fordert der Stadtrat. "Wenn das nicht gelingt, zerfällt die Bürgerstadt, wie Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz sie sich vorstellt", erklärt er.

Den Bürgern dürfe nicht ausschließlich Hochkultur - wie Nationaltheater oder Reiss-Engelhorn-Museen - geboten werden, meinen beide Politiker. "Laienmusik und -kunst gehören gefördert. Man muss allen Kulturbedürfnissen gerecht werden", sagt Mark. "Das ist eine Bereicherung und für das Selbstbewusstsein der Stadtteile ganz wichtig", so der 64-Jährige. Generell kritisiert er: "Mannheim hat bis heute nicht kapiert, dass man Flagge zeigen muss; international wird die Stadt nicht gut repräsentiert." Sogar im Ausland könne Mannheim mit der Gartenstadt punkten - aber die Verwaltung unterschätze den Wert der Gartenstadt, ist Roland Weiß der Ansicht. So hätte auch Geld aus dem Konjunkturprogramm in das geplante neue Bürgerhaus fließen können. Das sei aber versäumt worden: "Man hätte doch auch ein ganz neues Projekt anstoßen können." cos