Waldhof - Neujahrsempfang des Kulturvereins / Vorsitzender Stefan Höß und Stadtrat Chris Rihm (CDU) kritisieren Vorgehensweise der Verwaltung beim Taunusplatz Bürger lehnen Pläne der Stadt ab

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Bertram Baehr
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Der Ort, um den sich an diesem Abend beim Neujahrsempfang des Kulturvereins Waldhof vieles dreht, ist gerade mal wenige Meter entfernt: der Taunusplatz. Mehrfach hat sich der zweite Teil des Umbaus schon verzögert, jetzt soll er frühestens Ende 2020 beginnen – und dann noch nicht einmal so, wie es die Bürger und Bezirksbeiräte des Stadtteils erklärtermaßen wollen: als zentrale Veranstaltungsfläche.

Waldhof Neujahrsempfang des Kulturvereins

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„Du bist für mich ein Phänomen, mach’ weiter so, bleib unbequem“, wendet sich Christa Krieger, Ehrenvorsitzende der Freilichtbühne Gartenstadt, an Kulturvereinschef Stefan Höß. Der kommt dem Wunsch nach deutlichen Worten prompt nach. Die Stadt bevorzuge für den Taunusplatz „eine Begegnungsfläche, die so gar nicht geplant war“. Niemand vor Ort wolle hier „schöne Sitzflächen“, mit denen „die Waldhöfer nichts anfangen können“.

Nach drei Workshops, in denen Bürger und Vereine ihre Vorstellungen verdeutlicht hätten – und nachdem schon alles beschlossen gewesen sei – habe die Stadt „neue Pläne und neue Ideen“ präsentiert. Die Folge: weiterer Abstimmungsbedarf mit den Bürgern – und statt des ursprünglich avisierten Baubeginns im Sommer 2019 mindestens eineinhalb Jahre Zeitverzug.

Stadtrat Chris Rihm (CDU), eigentlich als Vertreter der Stadt ins Kulturhaus am Speckweg gekommen, spricht denn auch vom „Mannheimer Berliner Flughafen, eine never ending story“. Als die Stadt ihre neuen Pläne vorgestellt habe, sei „parteiübergreifend eine gewisse Fassungslosigkeit“ aufgekommen. Rihm erwartet vom Rathaus: „Dinge, die in den Workshops besprochen wurden, sollten sich in den Plänen wiederfinden.“ Oder, mit den Worten von Höß: „Es kann nicht sein, dass irgendjemand oktroyiert, was der Waldhof braucht.“

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Auch die Begründungen der Stadt hält Höß für nicht schlüssig. So habe die Verwaltung argumentiert, für den vom Stadtteil gewünschten Wochenmarkt gebe es keine Interessenten. Das sei falsch, sagt Stefan Höß. Gespräche des Kulturvereins mit Marktstand-Betreibern hätten klar ergeben, dass sie gerne auf den Waldhof kommen würden.

Viele positive Nachrichten

Von diesem Thema einmal abgesehen, da sind sich Rihm und Höß einig, gebe es viel Positives zu berichten. Der Kulturvereinsvorsitzende geht insbesondere auf die Kriminalstatistik ein, der Waldhof sei „ein ruhiges Revier“ und zugleich „ein lebendiger Stadtteil“. Beim „Benz“ solle in diesem Jahr der Bau eines Parkhauses starten, das werde hoffentlich die Anwohner rund um das Werk entlasten.

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Chris Rihm freut sich über „zusätzliche Mittel“ der Stadt für Festivitäten vor Ort und über die Aufstockung des Personals bei Müllabfuhr und Kommunalem Ordnungsdienst. Damit trage man zahlreichen Beschwerden aus den Stadtteilen über Müll- und Parksünder Rechnung. Auf dem Luzenberg beginne demnächst der Bau des Jugendtreffs, und das geplante Kombibad in der Gartenstadt werde eine attraktive Alternative zu Waldhof-Ost werden.

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Ergänzungen von Bürgerservice-Leiterin Michaela Diehl bestätigen das positive Gesamtbild: Die Obere Riedstraße sei frisch saniert – auch wenn der Speckweg noch auf der To-Do-Liste stehe. Der Umbau der Ebert-Schule sei in vollem Gange, auch an der für Schüler schwierigen Verkehrssituation am Haupteingang werde sich bald etwas ändern. Und ein Ende der Teilsperrung an der Walter-Pahl-Brücke sei absehbar.

Ein Höhepunkt des Empfangs sind die musikalischen Beiträge des 17-jährigen IGMH-Schüler Rouven Gruber. Mit Gitarre und ausdrucksstarker Stimme interpretiert er gefühlvoll „Wake Me Up“, „Wo auch immer das ist“ und „Hoch auf hier“ – bevor sein eigener Song „Raketen“ erklingt. Die Gage spendet Rouven Gruber komplett für soziale Zwecke.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/stadtteile

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Redaktion Reporter in der Lokalredaktion Mannheim. Schwerpunkte: Schulen und Kitas