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Seckenheim - Kleinkunstbühne „Palü“ stellt „Linsending” vor

Viel Spaß für 70 Cent

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Harald Schabbach (v.l.), Peter Moslener und Dirk Ebel. © Hartwig Trinkaus

Es ist gut ein Jahr hier, dass die Kleinkunstbühne „Palü“ eine Vorstellung Open Air geben konnte, danach war wieder Ebbe. Nun war es „Palü“-Chef Andreas Hänssler abermals möglich, im Dossenwald einen fröhlichen Sommerabend anzubieten und er versprach: „Es wird schon lustig werden.“ Im luftigen Zelt auf dem idyllisch gelegenen TSG-Sportgelände war das trotz Corona möglich.

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Nicht nur die lokalen „Palü“-Freunde hatten monatelang verzichtet, auch die Band „Linsending” übt seit 18 Monaten für ihren Auftritt in Seckenheim. Die Musiker bringen selbst verfasste Texte von klug bis makaber, verstehen sich auf Ironie, Witz und schwarzen Humor. „Wir sind die richtigen, um sie wieder an Kultur heranzuführen“, stellen sie fest.

Nasenflügel und Bratsche

Sie betonten sehr stark den Spaßfaktor, was jedoch von den Gästen überwiegend positiv aufgenommen wird. Das Trio, mit Peter Moslener, Harald Schabbach und dem obergescheiten Dirk Ebel, singt häufig gemeinsam und spielt Gitarre, Mundharmonika, Nasenflöte, Glockenspiel oder Bratsche. Zur Besetzung der Band erklärt Ebel, man suche eine Frau als Ersatz für Moslener, doch sichtet der die Bewerbungen und hat noch nichts Passendes für sich gefunden. So machen sie halt als Männerband weiter bis zur Demenz. Sich selbst auf den Arm nehmen fällt dem Trio nicht schwer.

Zum Auftakt meinen viele Gäste, die Band beschreibe den Dossenwald mit den Vögeln, die zwitschern, und der Autobahn, die rauscht. Doch gemeint sind nicht Waldsportplatz und nahe A 656, sondern die WC-Anlagen von „Sanifair“, von denen es auf den Raststätten heißt: „Entdecken Sie die Welt von Sanifair. Erfahren Sie alles“ – und das für 70 Cent. Aus einem Lied über Iren wird ein Song über Viren und nach dem Lied „Ute, Ute, Dieter, Dieter“ meint Ebel „Heidi, ich habe heute leider kein Foto für dich“.

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Aber auch dem Alltag wendet sich die Band zu. Denn wenn sich die Freundin anschickt shoppen zu gehen, ist es höchste Zeit, die Kreditkarte zu sperren, und: „Was willst du bei Engelhorn mein Schatz, geh doch lieber auf den Waldsportplatz“, zeigt sich das Trio ortskundig.

Auch Liebeslieder erklingen, aber mit Nebenwirkungen. „Zum Schluss – gab’s einen Bluterguss und in Rom – ein Hämatom“. Schließlich wird die einzig bekannte Melodie, Billy Joels „Uptown girl“ von 1983, als Befehl an das Girl, den Gefrierschrank abzutauen, umgetextet.

Wer permanent anspruchsvolle, hochintellektuelle Kost erhoffte, der wurde enttäuscht, alle anderen Zuschauer hatten ihren Spaß – auch „Linsending“. hat

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