Oststadt - Zehn Schüler vom Verein Unsere Welt zu Gast im Bildungscamp „Okean“ in Russland / 2000 Teilnehmer aus 22 Ländern dabei Lernen statt Faulenzen

Von 
Sylvia Osthues
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Stolz zeigen die Geschwister Danilo und Anastasia Krämer ihre Diplome, rechts Irina Fitz. © Osthues

Chinesische Kalligrafie, Kochen, Bau- und Kunstwerk, verschiedene Sport-AGs sowie Austausch mit dem Modul „Junge Diplomaten“ standen trotz Ferien auf ihrem Stundenplan. Zehn Kinder aus Mannheim und Ludwigshafen nahmen in diesem Sommer am Bildungs- und Kulturprogramm „Die Kinder der Welt“, am Internationalen Jugendzentrum „Okean“ in Vladivostok (Russland) teil.

Das Bildungscamp

„Okean“ (deutsch Ozean) ist ein ganzjähriges Bildungscamp in Vladivostok (Russland).

Am Japanischen Meer gelegen empfängt das Bildungscamp seit 1983 jährlich rund 17 000 Kinder von elf bis 17 Jahren. ost

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Für die Teilnahme am Bildungscamp qualifiziert hatten sich sechs Mädchen und vier Jungen vom Verein Unsere Welt e.V., die bereits bei Wettbewerben Preise gewonnen, das ganze Jahr über Leistungen gezeigt haben oder in anderen Vereinen aktiv sind. „Unser Ziel ist es, Kinder für ihre Leistung zu belohnen, sie zu aktivieren und motivieren, weiterhin aktiv zu sein“, erklärte Irina Fitz vom Vorstand des Vereins. Auch in diesen Sommerferien war bei ihnen Lernen angesagt: Rund 2000 begabte Schüler aus 22 Ländern machten im Juli und August mit bei den Arbeitsgemeinschaften des Internationalen Jugendzentrum „Okean“. Bei täglichen kreativen AGs vertieften sie ihr Wissen – und das ganz freiwillig: „Hier ist Lernen für alle Spaß und wird nicht als Qual und Pflicht gesehen“, sagt die 17-Jährige Anastasia Krämer. Sie ist Schülerin der 11. Klasse der Freien Interkulturelle Waldorfschule Mannheim.

Ziel des Internationalen Jugendzentrums ist die Förderung begabter Schüler. Neben den AGs nahmen die Kinder auch am siebten Kinderfestival-Wettbewerb „Live! Created Dream!“ sowie an den zehnten Internationalen Sportspielen „Oh, sport, you are the World“ teil. Dabei belegte der 13-jährige Danilo Krämer aus der Freien Interkulturellen Waldorfschule Mannheim einen stolzen zweiten Platz beim Schach-Turnier.

Bekanntschaften aus aller Welt

Die Elf- bis Siebzehnjährigen aus Mannheim lernten die Kultur anderer Länder kennen, sowohl im persönlichen Austausch als auch auf dem „Jahrmarkt der Völker“. Auf der kreativen Messe konnten die Teilnehmer auch ihre AG-Leistungen und -Erfolge präsentieren, beispielsweise Anastasia ihre farbenfrohe Glasmalerei oder Danilo sein selbstgebautes Schiff.

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Außerdem stellten die Teilnehmer aus Mannheim ihr eigenes Land und den Verein „Unserer Welt“ vor, unter anderem mit einer Polka und einem modernen Tanz. Ob sie hochbegabt sind oder nicht, wissen die meisten Teilnehmer nicht. Es gibt weder Intelligenztests noch sonstige Prüfungen. „Entscheidend ist, dass die Schüler eine hohe Lernmotivation, Kreativität und Intelligenz mitbringen“, so Fitz. Und natürlich jede Menge Talent: So bekam beispielsweise Anastasia für ihr Gitarrenspiel ein Diplom. Für die 17-Jährige steht Geselligkeit ebenso hoch im Kurs wie Lernen: „Das sind hier tolle Wochen gewesen mit tollen Leuten“, schwärmt sie. Auch Freizeitaktivitäten wie der Besuch des „Okeaniums“ auf der Insel Russkij, Baden im Japanischen Meer oder die allabendlichen Discos gehörten zum Alltag der Teilnehmer. Noch heute halten Anastasia und Danilo Kontakt zu ihren neuen Freunden aus Russland, Holland, Vietnam oder Japan. Irina Fitz dankte der Stadt Mannheim und der Sparkasse Rhein Neckar für ihre Unterstützung.

Durch die Bildungsreise hätten ihre Schützlinge nicht nur an Selbstbewusstsein gewonnen sowie ihre Sprachkenntnisse in Russisch und Englisch verbessert, sondern seien auch zu weiterem Engagement motiviert worden.

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