Schwetzingerstadt/Oststadt - Politiker erfahren die Wünsche der Stadtteiljugend / Bei den Etatberatungen sollen Parteien handeln Klage über triste Schulhöfe und volle Straßenbahnen

Von 
Sylvia Osthues
Lesedauer: 
Filip und Felix (v.l.) wollen einen schöneren Schulhof. Dirk Grunert und die Politiker Thomas Hornung, Christiane Fuchs und Gunter Zimmermann hören zu. © osthues

Begrünte Schulhöfe mit Sport- und Spielmöglichkeiten, Taktverdichtung beim ÖPNV und saubere Spielplätze: Bei der Stadtteilversammlung für Kinder und Jugendliche in der Schwetzingerstadt und Oststadt äußerte die Stadtteiljugend ihre Wünsche. Bei der gut besuchten Veranstaltung des Kinder- und Jugendbüros 68DEINS! konnte Stefan Salewski auch den neuen Bildungsbürgermeister Dirk Grunert (Grüne), Stadtrat Thomas Hornung (CDU), zahlreiche Bezirksbeiräte und Vertreter der Verwaltung sowie weitere interessierte Erwachsene im Mehrzweckraum der Pestalozzischule begrüßen.

AdUnit urban-intext1

Im Vorfeld hatten Mitarbeiter des Kinder- und Jugendbüros mit den jungen Stadtteilbewohnern in verschiedenen Foren über deren Bedürfnisse und Anliegen gesprochen. Dabei wurden Präsentationsplakate vorbereitet, anhand derer die Jugendlichen den Erwachsenen ihre Anliegen vorstellten.

Pia und Fidel vom Lessing-Gymnasium fanden ihren Schulhof „grau und trist“. Sie wünschten sich, ebenso wie Filip und Felix, für den Schulhof ihrer Pestalozzischule mehr Bäume und Grün, Spiel-, Sport- und Sitzmöglichkeiten. Außerdem hätten die Pestalozzischüler gern mehr Fahrradständer und sichere Radwegeverbindungen.

Dreckiger Kopernikusplatz Thema

Ksenia und Christian aus dem Liselotte-Gymnasium wünschten sich Picknicktische und Bänke auf der Wiese beim benachbarten Carl-Reiß-Platz. Der Fußball- und der Basketballplatz dort sollten zudem zuverlässig aufgeschlossen, sowie der Volleyballplatz fertiggestellt und gepflegt werden. Außerdem möchten die Schüler die hässliche Außenlüftung der Tiefgarage künstlerisch gestalten.

AdUnit urban-intext2

Auch der Kopernikusspielplatz müsste nach Meinung der Jugendlichen sauberer sein und schöner, beispielsweise durch einen neuen Belag und Tore auf dem Bolzplatz.

Diskutiert wurde über das Thema Nahverkehr: Henning, Inaya und Patrick vom Lisolotte-Gymnasium ärgern sich immer vor und nach der Schule über die überfüllten Straßenbahnen. „Oft fallen auch Bahnen aus oder sind verspätet.“ Sie wünschen sich deshalb den Einsatz von mehr, beziehungsweise längeren Bahnen in den Stoßzeiten. Nachts sollten die Bahnen häufiger fahren, forderten Ferhat, Christian, Karthik, Manti und Natalia von der offenen Jugendarbeit in der Schwetzingerstadt.

AdUnit urban-intext3

Die Kommunalpolitiker hörten ihnen zu und machten sich Notizen. Ihre Rückmeldungen fanden die Kinder und Jugendlichen überwiegend zufriedenstellend. Stadtrat Hornung war „beeindruckt, wie intensiv sich die Schüler in manche Themen vertieft hatten“. Doch der Wunsch nach Taktverdichtung bei den Bahnen und kostenlosem ÖPNV für Schüler sei nur schwer finanzierbar. Allerdings gebe es in der Oststadt nächstes Jahr Verbesserungen auf der Linie 60. „Wir investieren viel in den ÖPNV, allein für neue Straßenbahnen wird in den kommenden Jahren rund eine Viertelmilliarde Euro ausgegeben“, erklärte Hornung.

AdUnit urban-intext4

Die Grünen-Vertreter Melanie Schmitt und Daniel Bockmeyer versprachen, sich für Verbesserungen auf dem Kopernikusspielplatz sowie für mehr und sichere Radwegeverbindungen einsetzen. Christiane Fuchs von der Mannheimer Liste versprach, auf die Sauberkeit der Spielplätze zu drängen. Gunter Zimmermann von der FDP erklärte, die geforderten Verbesserungen auf den Schulhöfen von Pestalozzi und Lessing seien in allen Parteien ein Thema – da müssten die Parteien jetzt bei den Etatberatungen die entsprechenden Finanzmittel bereitstellen. Der Bezirksbeirat werde jedenfalls nicht locker lassen beim Thema Schulhöfe.

Zum Schluss wurden die Teilnehmer von den Politikern ermutigt, sich weiterhin verstärkt in politische Diskussionen einzumischen und zum Beispiel die öffentlichen Bezirksbeiratssitzungen zu besuchen.

Mehr zum Thema

Kommentar Langer Atem nötig

Veröffentlicht
Von
Anke Philipp
Mehr erfahren

Freie Autorenschaft