Schönau: Neuwahlen scheitern, weil Kandidaten fehlen / Vorstand bleibt geschäftsführend im Amt BdS Schönau bangt um seine Existenz

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Krisenzeiten beim BdS Schönau. Im Siedlerheim nahm die Jahreshauptversammlung der Selbstständigen eine lähmende Wendung. Nach dem üblichen Prolog von Positionsberichten und Entlastung der Funktionsträger sorgte plötzlich der Punkt Neuwahlen für ein Fiasko. Dr. Karl-Christian Schroff und Antonia Wunsch ziehen sich als stellvertretende Vorsitzende zurück, Nachfolger fehlen.

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Dieses Tief sorgte bei den Verantwortlichen für ratlose Minen, wo eigentlich Tatkraft gefragt war. Schroff und Wunsch haben in den vergangenen Jahren dem Vorsitzenden Horst Süss zugearbeitet. Beide fühlen sich aber durch andere Verpflichtungen zu stark eingebunden, um den BdS weiter zu unterstützen. Während Wahlleiter Karl Wowy unter den Mitgliedern nach Kandidaten suchte, platzte Süss der Kragen: "Wenn jetzt nicht bald was passiert, lege ich ebenfalls mein Amt nieder", polterte der sichtlich genervte 62-Jährige dazwischen.

Gute Ideen reichten eben nicht aus, man brauche auch Leute, die mitzögen, fühlte sich der Dachdeckermeister im Stich gelassen. Nur mühsam gelang es der Versammlung, ihren Vorsitzenden davon zu überzeugen, nicht gleich alles hinzuwerfen. 2008 hatte der BdS noch sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Die erfolgreichen Veranstaltungen mit positivem Entwicklungstrend für den Schönauer Einzelhandel gerieten nun in den Hintergrund. Weihnachtsmarkt und Lange Nacht der Kunst und Genüsse könnten auf der Schönau bald der Vergangenheit angehören - obwohl es langsam gelungen war, den Stadtteil und sein Zentrum zu reaktivieren. Mit viel Engagement können die 33 Mitglieder ihre organisierte Selbstständigkeit behalten. Anna Döbler erklärte sich bereit, in den kommenden Tagen und Wochen direkt auf die Geschäftsleute zuzugehen und um deren Engagement zu werben.

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Bis zum 20. April sollten Nachfolger in Sicht sein, dann sollten auch mehr Mitglieder zur außerordentlichen Versammlung ins Siedlerheim kommen. Bis dahin bleibt der Vorstand geschäftsführend im Amt. Sollte es zu keiner Lösung kommen, muss das Amtsgericht einen Notvorstand berufen. Danach droht die Auflösung des Vereins. "Wir müssen für die Vororte kämpfen", warb der BdS-Kreisvorsitzende Wolfgang Bauer um Einsicht: "Bitte lassen Sie uns nicht im Stich!" jba