Rheinau - Der Angelsportverein Frühauf 1977 feiert am Samstag sein 40-jähriges Bestehen / Mit großem Engagement aus kleinen Anfängen viel geschaffen "Glücklich darüber, wie es geworden ist"

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Konstantin Groß
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Ein Höhepunkt im Leben des ASV Frühauf: Vor zehn Jahren haben die Aktiven unter Vorsitz von Lothar Ney (5. von links stehend) ihr Pachtgewässer am Pfingstbergweiher in Betrieb genommen.

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Rudi Ney wird Mitte September 83 Jahre alt. Bereits zuvor darf er so etwas wie ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk genießen: Der Angelsportverein Frühauf Rheinau, dessen Gründung Ney 1977 initiiert hat, feiert am Samstag 40-jähriges Bestehen. Und der Ehrenvorsitzende kann feststellen, dass sein "Kind" ein blühender Verein geworden ist.

ASV 1977 Frühauf Rheinau

Gründung: 5. Dezember 1977.

Vorsitzende: 1977-1987 Rudi Ney, seit 1987 Lothar Ney.

Mitglieder: 80, davon 47 Aktive.

Aktivitäten: Fischen am Pachtgewässer Pfingstbergweiher, naturkundliche Veranstaltungen für Schulen, öffentliches Fischessen mit Forellenräuchern, "Irischer Abend", Stand am Großen Rheinauer Stadtteilfest.

Vereinsgelände: Schwetzinger Landstraße 41, Mannheim-Rheinau.

Internet: asvmannheim.de -tin

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Dabei sind die Anfänge nicht einfach, die vier Jahrzehnte seither nicht ohne Herausforderungen. Am 5. Dezember 1977 setzen sich im Vereinslokal der TSG zehn Petrijünger zusammen, um den Angelsportverein Frühauf ins Leben zu rufen.

An Rhein und Neckar gehen sie ihrer Passion nach, räuchern das Geangelte, verspeisen es bei zunächst vereinsinternen Fischerfesten jeweils im Frühjahr in der TSG in geselliger Runde. Überhaupt ist das familiäre Miteinander seit den Anfangsjahren prägend. Die Weihnachtsfeiern und die Theaterabende des jungen Vereins bringen es schon mal auf 200 Besucher.

Ein Jahrzehnt nach der Gründung erfolgt eine neue Etappe der Frühauf-Geschichte: Gründervater Rudi Ney gibt den Vorsitz an seinen Sohn Lothar ab, der in Kurt Thomaschek bald seinen idealen Vize findet. Die Fischerfeste werden zum Sport-Club Pfingstberg-Hochstätt und drei Jahre danach in die Halle des Rassegeflügelzuchtvereins Phönix verlegt.

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Diese Aufzählung zeigt eine Problematik: Die Angler sind damals Gäste bei anderen, und so entsteht der Wunsch nach eigenem Gelände und Heim. Zunächst ist ein Areal am Pfingstbergweiher angedacht; am Ende klappt es doch nicht, weil die Stadt es nicht als geeignet erachtet.

Durch Vermittlung von Bezirksbeiratssprecher Kurt Kubinski tut sich eine andere Lösung auf: eine Wiese in Rheinau-Süd, ein fast vergessenes Brachgelände im Windschatten der B 36. Etwas abgelegen und entfernt von potenziellen Angelgewässern zwar, und doch greifen die Verantwortlichen zu: "Wer weiß, wann sich eine solche Chance neu geboten hätte", erläutert Lothar Ney.

2001 endlich eigenes Vereinsheim

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Am 6. September 1999 wird der erste Spatenstich gesetzt. Der Verein legt sich mächtig ins Zeug, 13 Aktive leisten exakt 3448 Arbeitsstunden. "Wir haben fast alles in Eigenarbeit gemacht", berichtet Ney: "Das Gelände ausgekoffert und die Leitungen verlegt." "Nur Fassade, Fenster, Estrich und Innenputz haben Firmen gemacht", ergänzt Thomaschek. An Ostern 2001 öffnet ein Gebäude, das sich auch im Vergleich zu großen Vereinen sehen lassen kann.

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Das Haus wird zum Kristallisationspunkt des Vereinslebens: Das Fischerfest wird hierher verlegt, aber nach zwei Jahren wieder eingestellt, als Aufwand und Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen; stattdessen nehmen die Angler seither mit einem großen Stand am Stadtteilfest auf dem Marktplatz teil.

Erfolgsstory "Irischer Abend"

Zur Erfolgsstory wird dagegen eine andere Idee: Entstanden aus Reminiszenz an eine private Reise von Vereinsmitgliedern nach Irland, wird zunächst im Vereinshaus der "Irische Abend" gefeiert. Die Mischung aus Musik und charakteristischen Speisen und Getränken der "grünen Insel" schlägt ein. 70 Leute drängen sich in dem kleinen Raum. "Da konnte keiner umfallen", lacht Ney. Auch nach Verlegung ins Nachbarschaftshaus und zuletzt in den Antoniussaal ist der Andrang ungebrochen. Die mittlerweile zwei Veranstaltungen sind oft lange zuvor ausverkauft. 2005 wird das Fischessen mit Forellenräuchern eingeführt. Von Januar bis März und September bis Dezember lädt der Verein dazu ein. Vor allem an Karfreitag gibt es dabei vor Ort kaum ein Durchkommen. 2007 erfüllt sich ein weiterer Wunsch: Ebenfalls durch Vermittlung von Kurt Kubinski erhalten die 77'er (gemeinsam mit einem Seckenheimer Verein) den Pfingstbergweiher als Pachtgewässer.

"Ich bin sehr glücklich, wie es geworden ist", sagt Ney, denkt wie Thomaschek aber auch an die Zukunft. Immerhin ist Ney gerade 60 geworden, Thomaschek wird es 2018. Mit Markus Eicher, der Thomaschek in diesem Jahr als Vize abgelöst hat, ist der Generationswechsel eingeleitet. "Beim 50. Jubiläum", so scherzt Thomaschek, "sind wir nicht mehr als Organisatoren dabei, sondern - sofern wir gesund bleiben - als interessierte Zuschauer."

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