Süd/Rheinau - Trauerfeier für Altstadtrat Winfried Höhn / Oberbürgermeister Peter Kurz würdigt die herausragenden Leistungen des Verstorbenen „Er hat sich um unsere Stadt verdient gemacht“

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Konstantin Groß
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Oberbürgermeister Peter Kurz (l.) bei seiner Ansprache am Sarg von Winfried Höhn. © Konstantin Groß

„I did it my way“ – der anrührende Song von Frank Sinatra stand am Beginn der bewegenden Trauerfeier auf dem Waldfriedhof Rheinau, mit der Angehörige, Freunde und Weggefährten von Altstadtrat Winfried Höhn Abschied nahmen. Der Kommunalpolitiker war am 3. Januar im Alter von 91 Jahren verstorben.

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Fast 30 Jahre war er Mitglied des Gemeinderates, 40 Jahre Vorsitzender des Sportclubs Rot-Weiß Rheinau – in normalen Zeiten wären viele gekommen, um ihm das letzte Geleit zu geben. Doch diese Zeiten sind nicht normal: Exakt 28 angemeldete Personen durften in die Trauerhalle, und so viele waren es dann auch. Allen voran seine Angehörigen, aber auch Weggefährten aus seinem Verein, dem Rot-Weiß, sowie die Spitzen der Stadt und seiner Partei, der SPD: Oberbürgermeister Peter Kurz, Baubürgermeister Ralf Eisenhauer, dessen Vorgänger Lothar Quast und SPD-Fraktionschef Thorsten Riehle.

„Winfried Höhn war ein Mann, der Großes geleistet hat“, betonte Pfarrer Lorenz Seiser in seiner beeindruckenden Trauerrede, „aber er war vor allem ein Mensch“, fügte er hinzu: „Ein Mensch mit Ecken und Kanten, aber ein Mensch, in dessen Herzen viele Platz hatten.“ Das galt vor allem für seine Frau Walfriede, mit der er 65 Jahre lang verheiratet war und deren Tod vor einigen Jahren er nie verwunden hatte: „Sie war ein Schatz, der die Familie zusammenhielt.“ Das galt aber auch für die jüngsten Mitglieder der Familie: „Wenn seine beiden Urenkel auf ihm herumgeklettert sind, dann war Winfried Höhn so richtig glücklich.“

Mit Dankbarkeit erinnerte sich Seiser an seine letzte persönliche Begegnung mit dem Verstorbenen: „Es war an seinem 90. Geburtstag, und er saß in seinem geliebten braunen Sessel“, berichtete der Geistliche: „Er hatte viel zu erzählen, und man hätte gerne mehr davon gehört. Das ist nun leider nicht mehr möglich.“

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Was Winfried Höhn geleistet hat, das machte Oberbürgermeister Peter Kurz in seiner Ansprache deutlich, in der er das Lebenswerk des Verstorbenen Revue passieren ließ. „Er war niemals bequem“, bezeugte der OB: „Aber er verstand es, bei allem Streit persönliche Bindungen zu bewahren und neue Brücken zu bauen, das kann ich aus eigenem Erleben bezeugen“, bekannte das Stadtoberhaupt und schloss mit den Worten: „Winfried Höhn hat sich um unsere Stadt verdient gemacht.“

Für seine Weggefährten im Rot-Weiß sprach dessen Präsident Erwin Prudlik, der die Leistungen seines Vorgängers herausstellte, allen voran die schmucke Vereinsanlage am Rheinauer See (1963) und das neue Clubhaus (1970). Bis zuletzt habe Winfried Höhn ihm mit Rat zur Seite gestanden: „Er hinterlässt eine große Lücke“, bekannte Prudlik: „Für mich war er ein Vorbild. Doch vor allem habe ich einen Freund verloren.“

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