Mitte/Neckarstadt-West - Entwurf der Architekturstudentin Julia Heinz erhält bei Bürgerbeteiligung zum Neumarkt die meisten Stimmen Pavillon kann mit wenigen Handgriffen umgebaut werden

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Roger Scholl
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Der Sieger-Entwurf der Architekturstudentin Julia Heinz. Zu sehen ist der Pavillon in Visualisierungen von außen (o.) und in einer Innenansicht. © MWSP, Julia Heinz

Ein Pavillon, der mit wenigen Handgriffen komplett umgebaut werden kann – das ist der Siegerentwurf eines Wettbewerbs unter Studierenden der Hochschule Darmstadt. Eingericht hat ihn Julia Heinz, ihre Ideen hatten die Mehrheit der 222 eingegangenen Stimmen bei der Bürgerbeteiligung im Stadtteil zum „Pavillon Neumarkt“ erhalten. Das gab die städtische Entwicklungsgesellschaft MWSP jetzt bekannt.

Aufenthaltsqualität soll steigen

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Um die Aufenthaltsqualität zu steigern, wird der Neumarkt als öffentlicher zentraler Platz der Neckarstadt-West seit 2019 auf Initiative der Lokalen Stadterneuerung (LOS) punktuell umgestaltet. Der Gewinnerentwurf von ‚Greenbox Landschaftsarchitekten‘ aus einem Wettbewerb von 2018 soll das Nutzungsangebot am Platz verbessern. Nachdem in den letzten zwei Jahren schon einige Maßnahmen dort umgesetzt wurden, soll nun also der Pavillon auf der Stadtbühne neue Nutzungsmöglichkeiten für die Bewohner schaffen.

In Kooperation mit der Hochschule Darmstadt war dazu für Architektur-Studierende unter der Leitung von Kerstin Schultz ein Wettbewerb ausgelobt worden. Neben öffentlichen Toiletten und einer Trinkwasserstation soll der eingeschossige Pavillon auch Sitzmöglichkeiten und überdachte, wettergeschützte Bereiche bieten. Insbesondere aber soll das Gebäude Kindern und Jugendlichen als Bildungsstätte im öffentlichen Raum dienen. Hier seien Angebote des Projektes „Campus Neckarstadt-West“, der Neckarstadt-Kids oder der angrenzenden Schulen sowie weiterer Akteure denkbar, erklärt die MWSP.

Abstimmung im Dezember

Im Dezember 2020 hingen drei durch die Steuerungsgruppe LOS vorausgewählte Entwürfe für einen möglichen Pavillon zwei Wochen lang am Neumarkt zur Abstimmung aus. Alle Bewohner des Stadtteils wurden per Postwurfsendung und Plakate über die Beteiligung informiert und waren eingeladen, ihre Stimme abzugeben. Für Detailinformationen und Erläuterungen standen online Erklärvideos zu den Entwürfen in drei weiteren Sprachen zur Verfügung.

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Nach der offiziellen Auszählung der 222 Stimmen durch Larissa Mikulasch, der Bezirksleiterin des Bürgerservices Zentrum der Stadt, lag Julia Heinz mit ihrer „Adaption“ vorne, hinter ihr belegten To-To Tran mit ihrer Idee „Strukturelle Vielfalt“ den zweiten und Louisa Rehm mit „Vorhang auf“ den dritten Platz.

Mit dem gewählten Titel, „Adaption“, beschreibt Julia Heinz zugleich die Besonderheit ihres Entwurfs: „Ich wollte mit einer einfachen Architektur komplexe Nutzungsszenarien entwickeln. Das heißt, der Pavillon ist mit wenigen Handgriffen komplett umbaubar. Ob Kinoabend, Sommerfest, Workshop oder Lesestunde – alles ist umsetzbar.“

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Auch Achim Judt, Geschäftsführer der MWSP, freut sich über die Wahl: „Eine flexible umbaubare Raumstruktur, die unterschiedlichste Nutzungsmöglichkeiten bietet, ist eine gelungene Antwort für die gestellte Aufgabe. Das Einbeziehen der Bodenmarkierung und das Mitdenken von Bepflanzung und Bäumen kann dem Ort eine tolle Atmosphäre verleihen.“

Machbarkeit wird jetzt geprüft

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Nun gelte es, den Entwurf auf Machbarkeit, Genehmigungsfähigkeit und Akzeptanz zu prüfen. Die nächsten Schritte sind jetzt die konzeptionelle Entwicklung sowie die Prüfung der baulichen Rahmenbedingungen am Neumarkt. Gespräche mit möglichen Akteuren, die sich zur Bespielung eines Pavillons eignen, würden aufgenommen.

Aber auch die kritischen Stimmen der Bürger, die es während des Abstimmungsprozesses im vergangenen Dezember gegeben hat und die unter anderem die grundsätzlichen Fragen nach dem Mehrwert oder unerwünschter Nutzungen des Pavillons betreffen, sollen in die weiteren Überlegungen einfließen.

Redaktion Lokalredaktion, Koordinator Stadtteilseiten