Neckarstadt: Projektwoche der Humboldt-Grundschule Gemeinsam gegen Rassismus

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"Wir sind Kinder einer Welt - ob reich oder arm, ob Moslem oder Christ", sangen die Grundschüler der Humboldtschule. Die Feier war der Abschluss der Projektwoche mit dem Thema "Schule gegen Rassismus - Schule mit Courage"- einer bundesweiten Aktion an Schulen, die sich zum Ziel setzt nachhaltig Fremdenfeindlichkeit und Gewalt zu bekämpfen.

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Auf der Feier gaben alle Schüler eine Unterschriftenliste ab, mit der sie sich gegenseitig einen gewaltlosen Umgang miteinander versprachen. Zusammen mit der Haupt- und der Realschule möchte sich die Humboldt-Grundschule nun um den Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" bewerben. Mit diesem Titel verpflichtet sich die Schule sich auch weiterhin gegen Rassismus und Diskriminierung einzusetzen - ob nun im Schulalltag oder auch in einzelnen Projekten.

Lernen, Gefühle auszudrücken

Die Initiative ging vor ungefähr zwei Jahren von der Schülermitvertretung der Humboldt-Realschule aus, die die ersten Projekte gegen Rassismus startete. Doch ist es auch im Grundschulalter schon wichtig, sich das Problem der Fremdenfeindlichkeit bewusst zu machen. Auf der Humboldt-Grundschule haben 70 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund, rund 45 verschiedene Nationen treffen in den Klassenzimmern aufeinander. Da kann es schon zu Problemen kommen, die vor allem an mangelhaften Sprachkenntnissen liegen. "Die Kinder mussten zunächst lernen, ihre Gefühle auch verbal auszudrücken. Bisher waren sie entweder sauer oder glücklich", so die Lehrerin Susanne Stuhmeier.

In den drei Projekttagen lernten sie eine Fülle von Gefühlsnuancen kennen und wurden sich so der Unterschiede zwischen beleidigt und wütend oder zufrieden und glücklich bewusst. In Rollenspielen übten die Kinder, wie man auch über ein Gespräch Probleme lösen kann. Über Märchen und Geschichten verstanden auch schon die Kleinsten, dass alle Menschen unterschiedlich sind - manche haben blaue Augen, andere mögen Spaghetti und wieder andere sprechen eine fremde Sprache. Und gemeinsam machen alle zusammen die Welt vielfältig und bunt. Und wenn doch jemand das Versprechen bricht und jemanden auf den Boden wirft oder beleidigt, wird die Stopphand eingesetzt. Aus Papier ausgeschnitten und bemalt, zeigt dieses Zeichen den Anderen, dass hier Schluss ist. "Das funktioniert noch ganz gut. Auf dem Schulhof sieht man, wie die Schüler diese Hand in Streitsituationen einsetzen", erzählt die Lehrerin Kerstin Werron. hen