Mitte/Neckarstadt-West - Abenteuerspielplatz verliert viele Gehölze durch Pilzkrankheit / Förderverein pflanzt neue Bäume und sucht Spender Bewässerung Problem nach Ahorn-Sterben

Von 
Anke Philipp
Lesedauer: 

Der Klimawandel hinterlässt auf dem Abenteuerspielplatz im Erlenhof Spuren: Zumindest mussten im vergangenen Herbst rund um das Jugendhaus viele Bäume – Beobachter sprechen von bis zu 100 – gefällt werden. Aufgrund der Trockenheit ist der Ahorn von der Rußrindenkrankheit befallen. Nun hat der Förderverein zunächst zehn neue Gehölze gepflanzt – ein Tropfen auf den heißen Stein. Und es gibt noch weitere Probleme.

Auf dem Erlenhof-Gelände: Benedikt Glatzer (v.l.), Felix Handloser, Alexandra König-Maus und Simon Knecht bei der Baumpflanzung. © Nawid Heusel

Trockenstress als Verursacher

AdUnit urban-intext1

Verursacher der Krankheit ist ein Pilz, der aus Nordamerika stammt und speziell den Ahorn schwächt. Insbesondere in Jahren mit Trockenstress, Wassermangel und großer Hitze kann er auftreten. Danach beginnt ein ein- bis mehrjähriger Absterbeprozess, der zum Welken der Krone führt, der dann zum Schluss mit dem Absterben des Baumes endet. Im Stammquerschnitt zeigen sich laut Experten großflächige, grüne bis blaue Verfärbungen. Nach dem Tod des Baumes blättert meist an der Stammbasis die Borke ab, und es zeigen sich die vom Pilz gebildeten Sporenlager in Form eines schwarzen, nahezu flächig auftretenden rußartigen Belags (Namensgebung), der Millionen kleiner Sporen freisetzt.

Zusätzlich zu den Ahorn-Bäumen habe der Eigenbetrieb Stadtraumservice aus Sicherheitsgründen weitere Bäume aus dem waldartigen Bestand im Bereich des Jugendhauses und Abenteuerspielplatzes Erlenhof entfernen müssen, sagt die Stadt auf Anfrage der Zeitung: fünf Bäume bis 40 Zentimeter Stockdurchmesser und einen Baum über 40 Zentimeter Stockdurchmesser.

„Der Abenteuerspielplatz ist ein tolles Gelände mit viel Potenzial“, bekräftig Fördervereinsvorsitzende Alexandra König-Maus. Gemeinsam mit Mitstreitern, darunter Maik Rügemer vom Netzwerk Wohnumfeld, hat sie kurz vor dem Jahreswechsel zehn neue Exemplare auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände gepflanzt – „ein Anfang, um den Bestand nach und nach aufzufüllen“. Allerdings müssen die jungen Bäume unterschiedlicher Sorten beim Anwachsen drei Jahre gut bewässert werden. „Für uns ein großes Problem“, so König-Maus. Unterstützung käme zwar von der städtischen Entwicklungsgesellschaft MWSP. Doch allein das Personal aus dem Jungenhaus könne diese Aufgabe nicht stemmen. „Wir haben da ein Problem, die Bewässerung ist der Knackpunkt“, sagt die Vorsitzende und bittet um Unterstützung. Schließlich sei das Areal „eine kleine grüne Lunge der Neckarstadt-West und wichtig für die Leute nicht nur im Sommer“. Der Förderverein hofft nun auf Spenden, um das Gelände weiter entwickeln zu können.

Hoffnung auf Aufforstung

AdUnit urban-intext2

Dass die Stadt den Bestand zügig wieder aufforstet, hofft auch Maik Rügemer. Schön sei, dass sich der Förderverein der Aufgabe annehme. Rügemer: „Es braucht aber mehr Menschen, die die Wichtigkeit des Erlenhofs erkennen“.

Der Eigenbetrieb Stadtraumservice der Stadt hat derweil gemeinsam mit dem Fachbereich Jugendamt und Gesundheitsamt als Träger des Jugendhauses und Abenteuerspielplatzes Erlenhof ein Nachpflanzkonzept für besonders betroffene Bereiche des Geländes erarbeitet. Dank der Baumspende des Fördervereins seien unter anderem eine Kastanie, ein Ginkgo, ein Walnuss-Baum, ein Amber-Baum sowie einige Obstbäume gepflanzt worden, so die Auskunft aus dem Rathaus. „Durch die corona-bedingten Kontaktbeschränkungen konnten die Bäume nicht, wie geplant, zusammen mit den jugendlichen Besuchern der Einrichtung gepflanzt werden“. Weitere Pflanzungen würden aber folgen. „Anträge zur Finanzierung dieser Nachpflanzungen sind gestellt“, so der Rathaus-Sprecher.

Redaktion Mitglied der Lokalredation, seit 1991 zuständig für den Bereich Mannheim-Mitte mit den Stadtteilen Innenstadt, Jungbusch, Neckarstadt-West und-Ost, Schwetzingerstadt, Oststadt, Neuostheim und Neuhermsheim.