Stadtteile - Evangelische Kirche verabschiedet Anneliese Dettling / Vorsitzende der Kooperationsregion Almenhof-Lindenhof-Neckarau freut sich auf mehr Zeit für die Familie „Einsatz mit Herzblut und Engagement“

Von 
Christine Maisch
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Ein Schritt, der sie mit Neugierde, aber auch „etwas Wehmut“ erfüllt: Nach einer Amtszeit von sechs Jahren haben die Evangelisten-Gemeinden im Mannheimer Südwesten Anneliese Dettling als Vorsitzende der Kooperationsregion verabschiedet. Zu ihrem Amt sagt sie: „Ich habe es mit sehr viel Freude gemacht.“ Es sei eine „tolle Aufgabe“ gewesen: „Wir haben als Regionalausschuss der Kirche vor Ort ein Gesicht gegeben und Verantwortung für das Gemeindeleben der einzelnen Gemeinden getragen.“

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Was sie zu diesem Entschluss bewogen hat? „Im kommenden Jahr werde ich 70 Jahre alt. Und nun möchte ich mehr Zeit für meinen Mann und meine Familie haben“, sagt die Mannheimerin dieser Zeitung auf Anfrage: „Ich würde es mal so sehen – bislang stand das Machen im Vordergrund, nun das Sein.“

Schließlich ist sie immer noch im Familienunternehmen tätig und hat nicht nur zwei Töchter, sondern auch drei Enkel im Alter von vier, fünf und sieben Jahren.

„Wir sind sehr dankbar, dass Frau Dettling sich mit so viel Herzblut und so viel Zeiteinsatz eingebracht hat, um das Zusammenwachsen der Kooperationsregion voranzubringen“, sind sich sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche der Johannis-, Markus-, Lukas- und der Matthäusgemeinde einig. „Es ist nicht einfach, diese komplexen Gemeinden mit unterschiedlichen Ausrichtungen und Interessen unter einen Hut zu bringen“, sagt auch Pfarrer Tobias Hanel von der Matthäusgemeinde. Dabei habe es den kooperierenden Gemeinden gut getan, dass Dettling mit ihrer Erfahrung als Unternehmerin auch eine gewisse Ungeduld in die kirchlichen Gremien eingebracht habe.

Persönliche Dankesworte

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Die Mitglieder des Regionalausschusses hatten sich zur Verabschiedung etwas Besonderes ausgedacht: Neben einem Geschenk und vielen Karten mit persönlichen Dankesworten und guten Wünschen trugen sie ein selbst gedichtetes Ständchen vor. Dettling war sichtlich gerührt von der Herzlichkeit des Abschiedes. „Damit habe ich wirklich nicht gerechnet“, sagte sie, nachdem der letzte Ton verklungen war. „Ich glaube, wir sind inzwischen schon ein ganzes Stück weiter zusammengewachsen.“ Damit spielte sie auf die Anfangszeit der Kooperationsregion an, die nun sechs Jahre zurückliegt. Denn damals hatte es noch viele Reibungspunkte und Missverständnisse zwischen den Vertretern der einzelnen Gemeinden gegeben.

Stattliche Zahl an Sitzungen

94 Sitzungen sind für Dettling in ihrer Amtszeit zusammengekommen. Aber es ist nicht nur diese Zahl, die beeindruckt, es sind vor allem die inhaltlichen Dinge, die unter Dettlings Leitung umgesetzt werden konnten, wie Pfarrer Hanel versichert, und beispielhaft den Prozess der Gebäudeoptimierung sowie die gemeinsamen Projekte nennt, die in den letzten Jahren auf den Weg gebracht wurden.

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Das Gremium, dem Dettling vorstand, nennt sich Regionalausschuss. Dieser ist ein Ausschuss der evangelischen Stadtsynode. Alle Synodale, die die Evangelistengemeinden vertreten, bilden den Regionalausschuss. Nach den Kirchenwahlen Anfang Dezember 2019 ist es nun auch notwendig, neue Synodale zu entsenden. Damit wird in Zukunft auch der Regionalausschuss eine neue Zusammensetzung haben. Da Dettling nicht mehr als Synodale für die Matthäusgemeinde kandidiert hatte, schied sie somit auch aus dem Regionalausschuss aus.

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„Ich bin sicher“, so Dettling in ihrem Resümee, „dass die Kooperationsregion Almenhof-Lindenhof-Neckarau auf einem guten Weg ist. Wir stehen gut da im Vergleich der insgesamt sieben kirchlichen Kooperationsregionen in Mannheim. Für die Zukunft ist es wichtig, dass Sie als neu gewähltes Gremium flexibel bleiben. Nichts ist in Stein gemeißelt. Ändern Sie Ihre Strategie, wenn neue Rahmenbedingungen auftreten. Kommunizieren Sie viel miteinander.“

Zum Schluss hatte die scheidende Vorsitzende ihrerseits noch eine Überraschung parat: Auch sie hatte für jeden Synodalen ein Geschenk vorbereitet, das sie nun überreichte.

Redaktion