Süd/Lindenhof - Online-Versammlung für Kinder Skaterplatz und mehr Bäume

Von 
Katja Geiler
Lesedauer: 
Die Teilnehmer der Stadtteilversammlung auf dem Lindenhof mussten corona-bedingt online tagen. © Katja Geiler

Skaten und viele Bäume pflanzen – das wünschen sich die Kinder vom Lindenhof. Das 68DEINS! Kinder- und Jugendbüro bietet für jeden Stadtteil eine Versammlung für Kinder und Jugendliche an, bei der auch Stadt- und Bezirksbeiräte teilnehmen, die sich die Anliegen anhören und oft mit auf ihre Agenda nehmen. So erfahren die Kinder Selbstwirksamkeit. Normalerweise finden diese Treffen in den Räumen von Jugendtreffs statt, man sitzt in einer gemütlichen Runde und erarbeitet die Themen mit Filzstift und Flipchart, ganz am Schluss kommt der Pizzabote. Doch seit fast einem Jahr sind diese Zusammenkünfte nicht mehr möglich, jetzt läuft die Versammlung als Video-Konferenz. Nun war der Lindenhof an der Reihe.

Sogar Videos geschickt

AdUnit urban-intext1

Die Kinder saßen wie erfahrene Zoom-Profis vor den Kameras. Moderiert wurde die Sitzung von Urs Südhof vom Jugendbüro, die Teilnehmerinnen und Teilnehmern kamen vom Moll-Gymnasium, dem Jugendtreff Lindenhof, dem Kanu-Club, dem Hort an der Diesterweg-Schule und dem Kinderhaus Torwiesenstraße. Die Einrichtungen hatten sich im Vorfeld intern auf die Versammlung vorbereitet, manche schickten sogar selbst gedrehte Videos. Rund 40 Teilnehmer hatten sich zugeschaltet, die in zwei Gruppen mit verschiedenen Ansprechpartnern aufgeteilt wurden.

Eines wurde schnell klar: Die Kinder auf dem Lindenhof sind gerne draußen. Sie treffen sich auf dem Platz vor der Sparkasse und nutzen die Sportmöglichkeiten. „Als Ausgleich, da man so viel vor dem Computer sitzt“, meinte Ole, ein Schüler der siebten Klasse des Moll-Gymnasiums, der zusammen mit seinem Freund Kalle oft Skateboard im ganzen Stadtteil fährt und die jeweiligen Verhältnisse gut kennt. Zur Debatte stand die Nutzung des Meeräckerplatzes zum Skaten – wenn gerade kein Markttag ist. „An vielen Tagen ist der Platz ungenutzt, er könnte als Spielfläche dienen“, meinte Stadträtin Kathrin Kölbl (FDP). „Die Wohnbebauung ist zu nah, die Obstacles können wegen des Lärms und wegen des Marktes nicht aufgebaut werden“, so Birgit Schreiber, Kinderbeauftragte der Stadt. Aber es gibt noch einen alten Platz am Stollenwörthweiher, der vielleicht aufgehübscht werden könnte.

In der zweiten Runde wünschten sich die Jugendlichen vom Kanu-Club, dass es in der Nähe ihres Steges am Rheinufer kein Gastronomie-Schiff geben sollte, aufgrund von Gefahren beim Ein- und Aussteigen, und die Kleinsten vom Kinderhaus Torwiesenstraße schickten einen Film mit ihren Wünschen: „Mehr Pflanzen, mehr Blätterbäume, mehr Obstbäume“. Auch der Wunsch nach einer Spielstraße und nach Gassi-Stationen mit Beuteln und Mülleimern wurde erwähnt.

AdUnit urban-intext2

„Das Thema Bäume und Naturschutz haben wir oft, das ist für euch ein wichtiges Anliegen“, meinte Tabea Judt vom Jugendbüro. „Wir werden bei der Verwaltung anfragen, ob der Betreiber des Gastronomie-Schiffs sein Vorhaben weiterverfolgen will“, so Bezirksbeirat Marcus Butz (SPD). Auch für die Skater-Anlage und die Spielstraße sieht es gut aus, sie wurden mit auf die Agenda der Bezirksbeiräte genommen.

Freie Autorin Ich arbeite hauptsächlich für die Redaktion Ludwigshafen, bin aber auch zwischendurch in Mannheim unterwegs. Am liebsten schreibe ich über kulturelle Events wie Lesungen, Theaterstücke oder Konzerte. Auch wenn es um Tiere geht, bin ich gerne mit dabei, ich habe einen Hund und einen Hasen. Außerdem bin ich ein großer Sixties-Fan und führe auf Instagram einen Vintage-Blog unter miss_marble_arch.