Lindenhof - Meeräckerplatz nach Sanierung offiziell eröffnet / Neuer Bodenbelag mit Bänken wertet Areal auf Marktstände und Treffpunkt für Bürger

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Sylvia Osthues
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30 000 Euro sind das stolze Ergebnis eines großartiges Bürgerengagements (v.l.): Bei der Feier zur Eröffnung des Meeräckerplatzes überreichte Heidrun Kämper den symbolischen Scheck an Lothar Quast. © Osthues

„Ich lieb‘ den Marktplatz hier auf dem Lindenhof. Mittwochs und samstags da ist hier ganz viel los….“ singen die Kinder der Diesterwegschule. Inmitten des quirligen Marktreibens am Samstag wurde der neugestaltete Meeräckerplatz offiziell eröffnet. Die Sonne strahlte um die Wette mit den zahlreichen Festgästen. Zusammen mit den Landtagsabgeordneten Elke Zimmer (Grüne) und Boris Weirauch (SPD), Stadträten und Bezirksbeiräten, Thomas Sprengel, Geschäftsführer der Event & Promotion GmbH, sowie Vertretern der Bürger- und Interessengemeinschaft BIG Lindenhof, der MVV und der am Bau beteiligten Firmen erkundete Baubürgermeister Lothar Quast den „schön gestalteten Meeräckerplatz“.

Mannheim-Lindenhof Meeräckerplatz offiziell eröffnet

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Barrierefreies Gelände

Der Meeräckerplatz und seine Historie

Der Name Meeräckerplatz ist abgeleitet aus alten Gewann-Namen auf dem Lindenhof, wo teils lange noch große Wasserflächen (Meer-) vorhanden waren.

1877 errichtete der Chemiker C. Weyl auf dem Gebiet des heutigen Meeräckerplatzes eine Teerdestillationsanlage. Die „Chemische Fabrik Lindenhof, C. Weyl & Co“ brannte 1911 restlos nieder.

Im Jahr 1927 wurde das Richard-Böttger-Heim errichtet auf einem Teil des Meeräckerplatzes, auf dem in den nächsten Jahrzehnten auch der Wochenmarkt des Lindenhofes heimisch wurde.

Infolge der intensiven Nutzung war eine Sanierung des Bodenbelages überfällig.

Nach mehreren Anläufen in den 1990er Jahren und in den 2000er Jahren wurde der Platz 2018 saniert: Baubeginn war am 5. März, Bauende im Oktober. Die Kosten betrugen circa 970 000 Euro . ost

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Quast betonte: „Stadtteilplätze sind ein wichtiger Treffpunkt für die Bevölkerung und prägen einen Stadtteil in besonderem Maße.“ Vor nicht allzu langer Zeit sei der Platz noch ohne Strukturen gewesen und habe nicht dem stadträumlichen Anspruch der Lindenhöfer entsprochen, erzählte der Baudezernent.

In einem ausgesprochen langwierigen Verfahren hätten sie deshalb mit Bürgern und Kommunalpolitikern über eine mögliche Neugestaltung diskutiert, aber kein Ergebnis erreicht, dass sie als Verwaltung in die Lage versetzt hätte, mit der baulichen Realisierung anzufangen – bei knapp bemessenem Budget, erklärte Quast.

Mit dem Bau des Glücksteinquartiers sei dann der Gedanke eines barrierefreien und belebten Markt- und Quartierplatzes neu belebt worden. In einem moderierten Bürgerbeteiligungsverfahren sei nunmehr „die bestmögliche Lösung“ gefunden worden, so Quast. Der Baudezernent berichtete: Im Jahr 2016 hat der Gemeinderat beschlossen, den Auftrag zu realisieren. Seit Anfang März 2018 wurde der rund 3600 Quadratmeter große Platz saniert.

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„Der Platz ist geglückt“, so Quast: „Durch eine neue Anordnung der Aufenthaltsflächen, Sitzmöglichkeiten und einen neuen Bodenbelag wurde der Platz zu einem wunderbaren Treffpunkt gestaltet, ergänzt durch den mittwochs und samstags hier stattfindenden Wochenmarkt mit regionalen, hochwertigen und qualitätsvollen Produkten.“ Knapp eine Millionen Euro habe die Stadt dafür investiert – bei einem Zuschuss aus dem Städtebauförderprogramm des Landes Baden-Württemberg in Höhe von 305 000 Euro.

Quast dankte allen am Bau Beteiligten und Unterstützern, insbesondere Stadträtin Heidrun Kämper, der Initiatorin der Spendenaktion „Mäuse für den Meeräckerplatz“. Die Initiative sammelte für die Aufwertung des Platzes rund 30 000 Euro. Dadurch konnte die Gestaltung des Platzes ergänzt und weiter aufgewertet werden.

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SPD-Stadträtin Heidrun Kämper erinnerte an das langwierige und zähe Bemühen von Bürgern, Bezirksbeiräten und Stadträten seit den 1990er Jahren um eine Neugestaltung des dringend sanierungsbedürftigen Platzes.

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Erst Stadtplaner Klaus Elliger habe sich an das Thema getraut, meinte sie anerkennend. Der Platz in seiner heutigen Form sei auf einen Entwurf zurückzuführen, der im Jahr 2015 im Rahmen einer Bürgerbeteiligung entstanden ist. Nachdem dieser Entwurf finanziell für die Stadt alleine nicht umzusetzen war, habe sich schließlich die Bürgerinitiative „Mäuse für den Meeräckerplatz“ gegründet.

Dank vieler Sponsoren sei es der Initiative „gelungen, dass umgesetzt wird, was dem ursprünglich präferierten Entwurf so nahe wie möglich kommt und zur Qualität eines solchen Platzes gehört“, erklärte Heidrun Kämper.

So habe die Umsetzung der geschwungenen Sitzbank an der östlichen Platzkante ebenso verwirklicht werden können wie Baumpflanzungen, die Aufstellung von Blumenkü-beln und eine Akzentbeleuchtung, die im Boden eingelassen ist und so zur Wohlfühlatmosphäre beiträgt“, freute sich Kämper.

Nach mehreren Anläufen in den 1990er Jahren und in den 2000er Jahren wurde der Platz 2018 saniert: Baubeginn war am 5. März, Bauende im Oktober. Die Gesamtkosten betrugen rund 970 000 Euro.

Geschichte beleuchtet

Als weiteren Höhepunkt des Tages enthüllte Marc Oliver Kuhse vom Vorstand der Bürger- und Interessengemeinschaft BIG Lindenhof eine neue Tafel, welche die Geschichte des Meeräckerplatzes beleuchtet. „Daraus geht auch hervor, warum nur eine Asphaltdecke aufgebracht und nicht tiefer gegraben wurde“, so Kuhse.

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