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Süd/Lindenhof - Debatte um Pfalzplatzbunker

Kritische Stimmen zur Bebauung

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ost
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Nach der Videokonferenz zum Pfalzplatzbunker stellte die Stadt noch einmal ihre Position zur Neugestaltung des Platzes mitten im Lindenhof dar (wir berichteten). Doch das Stimmungsbild in der nachfolgenden Diskussion bei der Bürgerbeteiligungsveranstaltung war durchaus ein anderes. „Kita ja – aber keine Wohnbebauung“: Dafür sprach sich die Mehrheit der Teilnehmer aus.

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Zu Beginn der Veranstaltung, bei der die Planungsbüros Yalla Yalla Studio for Change und MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbH ihre Machbarkeitsstudie zur „Entwicklung des Pfalzplatzbunkers“ vorstellten, machte Baubürgermeister Ralf Eisenhauer den Wunsch der Stadt deutlich, dass der Pfalzplatz „städtebaulich optimal für Zukunft entwickelt wird“. Angesichts des steigenden Bevölkerungswachstums sei es sinnvoll, den geplanten Kita-Neubau mit der Entwicklung von Wohnraum zu kombinieren „Man muss sehen, was möglich ist“, so Eisenhauer. Weil der Platz für die Menschen im Stadtteil sehr wichtig sei, seien die Bürger von Anfang an in die Überlegungen und Möglichkeiten mit einbezogen worden.

Stadtplanerin Alexandra Schnettler betonte: „Bei der städtebaulichen Entwicklung des 28 700 Quadratmeter großen Areals handelt es sich um einen ergebnisoffenen Prozess.“ Fest stehe derzeit nur, dass auf der bereits versiegelten Fläche des Pfalzplatzbunkers eine siebengruppige Kita entstehen soll. Robert Erasmy vom Fachbereich Demokratie und Strategie, Team Bürgerschaft und Beteiligung berichtete, dass es rund 150 Rückmeldungen von Bürgern gegeben hat, unter anderem im Rahmen einer Befragung durch das Kinder- und Jugendbüro 68DEINS! Anregungen und auch Kritik seien in die Machbarkeitsstudie geflossen.

Fünf Varianten

Hanna Rauschkolb und Florian Groß vom Planungsbüro MESS präsentierten fünf städtebauliche Entwicklungsvarianten mit unterschiedlich starken Ausmaßen der Bebauung. Die erste Variante sieht ausschließlich den Bau einer Kita im nördlichen Bereich des versiegelten Pfalzplatzbunkers vor. In der zweiten Variante sind im Obergeschoss der Kita 20 bis 30 Wohneinheiten vorgesehen. Nach Variante drei könne neben einem Komplex aus Kita und Jugendtreff am Rande der Grünfläche separat eine Bebauung mit 50 bis 70 Wohneinheiten entstehen.

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In der vierten Variante werden Kita und Jugendtreff integriert in eine Wohnbebauung auf dem Pfalzplatzbunker mit 120 bis 140 Wohneinheiten. In Variante fünf ist eine Wohnbebauung im nördlichen sowie Kita und Wohnbebauung im südlichen, bisher nicht versiegelten Bereich des Platzes vorgesehen, mit insgesamt 80 bis 90 Wohneinheiten. In allen Varianten werden Bestandsnutzungen wie Gemeinschaftsgarten, Spielplatz, Calisthenics-Anlage, Tischtennis oder Fußball erhalten – nur Lage und Umfang variieren.

Bei der anschließenden Diskussion sprachen sich 61 Prozent der Teilnehmer für Variante Eins, also gegen eine Wohnbebauung aus. Jan Habenicht von der Elterninitiative Lindenhof: „Die Kita ist unser Hauptanliegen.“ Ansonsten sollte der Pfalzplatz als grüne Oase bestehen bleiben sowie qualitativ aufwertet und weiterentwickelt werden. Dem stimmte Bezirksbeirat Peter Karbstein (Grüne/Lindenhof) zu: „Der Pfalzplatz ist für Kinder sehr attraktiv, da er sich vom klassischen Spielplatz abhebt, weil es hier viel Freifläche zur kreativen Entfaltung gibt. Bei umfangreicher Wohnbebauung ist es ein Trauerspiel.“ Stadträtin Heidrun Kämper (SPD) und andere Teilnehmer äußerten die Befürchtung, dass durch Wohnbebauung die bestehende Parkplatznot verstärkt wird. Beirat Stefan Norra (Grüne/Neckarau) warnte vor „klimatischen Auswirkungen einer Bebauung“. ost

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