Süd/Almenhof - Bürger ärgern sich über illegale Müllablagerungen

„Kein Aushängeschild der Stadt“

Von 
Sylvia Osthues
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Im Bereich der Parkbucht an der Sigrid-Hackbarth-Straße machen Autofahrer ihre Mittagspause – und werfen immer wieder Verpackungen weg. © Sylvia Osthues

Dem Hobby- und Naturfotografen Thomas Hein sind achtlos weggeworfene Abfälle am Straßenrand und illegal abgeladener Müll auf Grünflächen, wie beispielsweise an der Sigrid-Hackbarth-Straße hinter der neuen Feuerwache im Almenhof, ein Dorn im Auge. Besonders ärgert ihn in diesem Zusammenhang, dass der Eigenbetrieb Stadtraumservice Mannheim, der zuständig ist für Stadtreinigung und Abfallwirtschaft, derartigen Müll nicht zeitnah entsorgt. Die Stadt hat jetzt reagiert.

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„Man nimmt meine Anrufe beim städtischen Mängelmelder entgegen und sagt, die Informationen würden weitergegeben. Mal passiert was, mal nicht.“ Nachdem er wiederholt beim Mängelmelder angerufen und auf illegal abgeladenen Müll am Straßenrand hingewiesen hatte, der nicht entsorgt worden war, riss dem Almenhöfer der Geduldsfaden. Er meldete sich bei unserer Zeitung und bat um Hilfe.

Bei einem Vororttermin wurde deutlich: Besonders auf der Seite der Bahngleise verunstalten Sperrmüll wie Matratzen, Plastikrohre und Plastikmatten, ja sogar eine komplette Sitzgarnitur, Bauschutt und Farbeimer, giftiger Abfall, Autobatterien sowie Restmüll in Säcken das Viertel. Vor allem hinter dem Parkhaus ist eine regelrechte Halde – alles liegt dort voller Bauschutt. Aber auch Fast Food-Verpackungen und anderer Unrat wurden einfach am Straßenrand und auf der abgezäunten Grünfläche zwischen Straße und Bahngleisen entsorgt.

Die illegalen Müllkippen erstrecken sich von der Einmündung der Sigrid-Hackbarth-Straße an der Fabrikstationsstraße bis unter die Neckarauer Brücke. „Vor allem am Neckarauer Übergang und am begrünten Hügel wird vieles runtergeschmissen“, kritisiert Hein. Was auf der gesamten Länge der Straße fehle seien Abfallbehälter, vor allem im Bereich der Parkbucht. Dort machen anscheinend viele Autofahrer ihre Mittagspause – zu erkennen an den zahlreichen weggeworfenen Verpackungen, Getränkebehältern und Zigarettenkippen. Man müsse sich schämen, nicht zuletzt weil dort viele namhafte Firmen ansässig seien. „Das ist kein Aushängeschild der Stadt, Mannheim ist eine wachsende Kommune, die sich entwickelt, die neue Firmen anlocken und ein positives Bild für ihre Besucher abgeben möchte“, sagt Hein.

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Gebiet im Umbruch

Der Almenhof ist eines der Viertel, das sich in einem radikalen Umbruch befindet. Das Gebiet mit der neuen Hauptfeuerwache bis hin zum Goetheinstitut ist zwar noch Baugebiet, wird aber schon von zahlreichen Firmen und Institutionen genutzt, wie beispielsweise von Bilfinger oder Industrie und Handelskammer. „Deren Mitarbeitern und Besuchern bietet sich hinter der Feuerwache ein erschreckendes Bild“, bedauert Hein. Von der Abfallwirtschaft erwartet der Almenhöfer nicht nur zügiges Handeln. Obendrein sei es notwendig, dass rücksichtslos in der freien Natur entsorgter Müll regelmäßig eingesammelt werde.

Dazu erklärt Rathaussprecher Kevin Ittemann: Die Stadtreinigung des Stadtraumservice Mannheim ist sowohl für die Reinigung der Fahrbahn der Sigrid-Hackbarth-Straße als auch für den Grünstreifen zwischen Zaun und Bahngelände zuständig. Ein Team der Stadtreinigung war noch in der Woche vor Ostern vor Ort und hat mit der Grundreinigung der verschmutzten Flächen begonnen. Nach Ostern wird die Aufstellung von Papierkörben geprüft und entsprechend veranlasst. In nächster Zeit wird der zuständige Reinigungsbezirk verstärkt Kontrollen in diesem Bereich durchführen. Die Reinigungshäufigkeit wird dann entsprechend der Verschmutzung und den bei der Stadtreinigung vorhandenen Kapazitäten festgelegt. Eine über den Mängelmelder eingegangene Beschwerde zur Sigrid-Hackbarth-Straße liegt im Beschwerdemanagementsystem des Stadtraumservice Mannheim nicht vor.

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Freie Autorin