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Ost/Käfertal/Feudenheim - Debatte im Bezirksbeirat über Einzugsbereich der künftigen Spinelli-Grundschule

Gefährlichen Schulweg meiden

Von 
Peter W. Ragge
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Hier, an der Ecke Dürkheimer Straße/Völklinger Straße, soll die neue Grundschule entstehen. Derzeit laufen die Erschließungsarbeiten für das Wohngebiet. © Michael Ruffler

Käfertaler Bezirksbeiräte haben die Stadt aufgefordert, Kindern aus Käfertal-Süd künftig einen gefährlichen Schulweg zu ersparen. Die Chance dazu bietet sich ihrer Meinung nach, weil das neue Wohngebiet am Nordrand der früheren Spinelli-Kaserne im Bereich der Wachenheimer Straße eine neue Grundschule bekommt. Ihr Einzugsbereich wurde im Bezirksbeirat Feudenheim vorgestellt – wo sich aber überwiegend die geladenen Käfertaler Vertreter zu Wort meldeten.

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Im Norden von Spinelli sollen zwischen 1800 und 2200 Wohnungen entstehen, im Süden der früheren Kaserne weitere etwa 250 bis 300 Wohnungen am Wingertsbuckel. Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, dafür in der Nähe der Völklinger Straße eine Grundschule als Ganztagesschule zu bauen. Der auf 16,6 Millionen Euro veranschlagte Bau soll bis April 2023 fertiggestellt werden, der Schulbetrieb zum Schuljahr 2023/2024 starten. Anfangs wird sie einzügig sein, also eine Klasse je Jahrgangsstufe haben, im Endausbau zwei Klassen. Durch den Neubau müssen aber die Schulbezirke – sprich die Einzugsbereiche der gesamten umliegenden Grundschulen auch in Feudenheim, Käfertal und im Rott – neu zugeschnitten werden. Die Planung eilt, weil das bereits ab der Anmeldung der Abc-Schützen von 2023 greifen muss.

Heike Fleischmann vom Fachbereich Bildung stellte dem Stadtteilgremium dafür mehrere Varianten vor. Wichtig dabei sei, dass die Albrecht-Dürer-Schule in Käfertal nicht langfristig zu viele Schüler verliere und die Bertha-Hirsch-Schule im Rott nicht zu voll werde. Eine Variante sieht vor, die Grenze an der Deidesheimer Straße zu ziehen und alle Kinder aus Familien südlich davon der Spinellischule zuzuordnen.

„Soziale Durchmischung“

Möglich sei auch eine Grenzziehung an der Dürkheimer Straße. Zwar würde die Albrecht-Dürer-Grundschule dann Schüler verlieren, hätte aber immer noch eine „stabile Dreizügigkeit“, so Fleischmann. Die Verwaltung präferiere dieses Szenario „aus Gründen der sozialen Durchmischung“, so Fleischmann, weil dadurch Kinder aus angestammten Käfertaler Familien ebenso wie neu Zugezogene gemeinsam die Schule besuchten und sich so kennenlernen würden.

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Auf strikte Ablehnung stieß bei der Abteilungsleiterin des Fachbereichs Bildung die Variante, entlang der B 38 die Grenze der Schulbezirke zu ziehen. „Wir wünschen uns, dass kein Kind mehr die B 38 queren muss, das ist einfach wahnsinnig gefährlich“, begründete die Käfertaler Bezirksbeirätin Rotraud Schmitt (Linke) diesen Vorschlag.

„Da würde die Albrecht-Dürer-Schule die Hälfte ihrer Schülerschaft an die Spinellischule verlieren, die wird dafür aber gar nicht genügend Raumkapazitäten haben“, entgegnete Fleischmann. Ein größeres Gebäude gestatte die Landesregierung nicht, ergänzte Bildungsbürgermeister Dirk Grunert als Sitzungsleiter, „denn es wird nichts gefördert, wenn dafür dann an anderer Stelle Schulgebäude leer stehen“.

Die Käfertaler Bezirksbeiräte Thomas Gögel (FDP) und Michael Mayer (CDU) kritisierten, dass ihnen das Konzept erst in der Sitzung unterbreitet werde. „Warum kann man das nicht im Vorfeld erhalten, damit man sich Gedanken machen kann?“, so Gögel. „Wir bekommen öfter Dinge verspätet oder gar nicht“, klagte Mayer. Er appellierte an die Verwaltung, die nördliche Grenze des neuen Schulbezirks wenigstens an der Mannheimer Straße zu ziehen, „dann entfällt immerhin das Überqueren dieser gefährlichen, dicht befahrenen Straße“.

Keine Einwände

Keine Einwände gegen die neuen Grenzen hatte der Feudenheimer Bezirksbeirat. Hier ist, wie Birgit Sandner-Schmitt (FDP) noch mal eigens erfragte, letztlich nur eine minimale Änderung vorgesehen. Danach werden Kinder aus dem Gewerbegebiet Talstraße zusammen mit denen aus den neuen Wohnungen nördlich vom Wingertsbuckel der neuen Spinelli-Schule zugewiesen. Das kann aber erst nach der Bundesgartenschau 2023 greifen, weil erst danach das Gelände geöffnet wird. Allerdings, mahnten die Bezirksbeiräte, müsse der Weg quer durch die Grünfläche von Spinelli auch für die Kinder sicher sein – also beleuchtet werden. Die endgültige Entscheidung über die Grenzziehungen wird, wenn noch Elternbeiräte und Schulleiter angehört worden sind, im September der Bildungsausschuss des Gemeinderats fällen.

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Redaktion Chefreporter

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