Käfertal - Nicole Metzger und Daniel Prandl spielen im Kulturcafé / Arbeiten an Knef-Album bald abgeschlossen Eine einzigartige Stimme

Von 
Christian Hoffmann
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Sängerin Nicole Metzger und Pianist Daniel Prandl. © Hoffmann

Lieder von Hildegard Knef gab es zwar nicht zu hören, wie in der Programmbroschüre zuvor angekündigt, jedoch waren die meisten Besucher eh hauptsächlich wegen der einzigartigen Gesangsstimme von Sängerin Nicole Metzger erschienen – unabhängig vom dargebrachten Repertoire. Denn um das vollständige Werk der Knef angemessen zu Gehör zu bringen, benötige Nicole Metzger ein größeres Ensemble samt Flügel. „Das Knef-Programm werden wir nachholen, sobald der große Saal fertig ist, irgendwann nächstes Jahr“, versprach Veranstalterin Ute Mocker. Auf der Foyer-Bühne des Käfertaler Kulturhauses spielten Jazz-Sängerin Nicole Metzger und Pianist Daniel Prandl ein Baustellenkonzert im Rahmen der Reihe „Kulturcafé“ mit etlichen Jazz-Standards.

Spenden statt Eintritt

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Da erlesene Kultur finanzielle Mittel braucht und die Konzertreihe „Kulturcafé“ stets bei freiem Eintritt stattfindet, stellt Kulturhaus-Chefin Ute Mocker immer ein Spendenglas an den Ausgang, damit die Besucher selbst entscheiden können, ob sie den genossenen Auftritt mit etwas Bargeld als Spende honorieren. In der Vergangenheit war die pfälzische Sängerin Nicole Metzger schon öfter im Käfertaler Kulturhaus aufgetreten, diesmal kehrte die Vokalistin mit reduziertem Instrumentarium zurück, um dem Publikum einen repräsentativen Querschnitt aus dem großen Songbuch der Jazz-Geschichte näherzubringen.

Zur Eröffnung spielten Metzger und Prandl diverse Stücke über das lyrische Thema Mond, etwa die Nummer „Blue Moon“ von Richard Rodgers aus dem Jahre 1933 – sozusagen in Erinnerung an die erste Mondlandung vor 50 Jahren. „Auch wenn der Mond noch nicht aufgegangen ist“, schmunzelte Sängerin Nicole Metzger.

In diesem Zusammenhang gab das Zweigespann eine eigens arrangierte Interpretation des Stücks „Old Devil Moon“ verbunden mit der Bass-Linie aus dem Song „Killer Joe“ zum Besten. In der Musikfachsprache nennt man eine solche Verknüpfung Mashup oder Sampling, worüber sich vor wenigen Tagen der Europäische Gerichtshof in Luxemburg in einem Grundsatzurteil fundierte Gedanken machen musste, in Bezug auf eine Klage von Kraftwerk gegen den Produzenten Moses Pelham.

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Bei der kunstvollen Melange „Old Devil Moon/Killer Joe“ ließ Pianist Daniel Prandl mit bedächtigen Griffen die Finger über die Tasten gleiten. In solchen Momenten, wenn Prandl einen Alleingang unternahm, schaute Sängerin Metzger ihrem Kompagnon auf die virtuosen Hände. Zudem stimmte das Duo den Klassiker „Summertime“ von George Gershwin an, eine feste Bezugsgröße der Jazz-Geschichte, in einer klanglich umgeschriebenen und sedierenden Version, passend zur sommerlichen Hitze.

„Cole Porter hat Hildegard Knef 1955 als erste Deutsche an den Broadway gebracht, für sein Musical ‚Silk Stockings’, dort hat die Knef fast 700 Auftritte gespielt“, schilderte Jazz-Sängerin Nicole Metzger, die viele künstlerische Freundschaften mit Musikerkollegen in New York pflegt, auf der anderen Seite der Erdkugel. Aus der Feder von Cole Porter gab das Metzger-Prandl-Duo das Lied „Love For Sale“ zum Besten, ein Song aus der Sicht einer Prostituierten.

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Gegenwärtig nimmt Nicole Metzger ein Hildegard-Knef-Album auf, das eventuell im Herbst erscheinen könnte.

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