Innenstadt: Thommy Mardo stellt Arbeiten im Ärztehaus aus Mit fotografischem Ausdruck beeindrucken

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Eine Arztpraxis betritt man normalerweise nur ungern. Doch jetzt standen nicht Erkrankungen im Vordergrund, sondern die Werke des Mannheimer Fotografen Thommy Mardo. Im Rahmen einer Vernissage präsentierte der 36-Jährige das, wofür er mittlerweile nationale und internationale Erfolge feiert: seine künstlerisch hochwertigen Fotografien.

Ungewöhnliche Blickwinkel

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Egal, ob Mardo durch das schwarz-weiße Ablichten der Stadt Mannheim aus ungewöhnlichen Blickwinkeln neue Impressionen schafft, bunte Blumen durch gezielte Nahaufnahmen entfremdet oder Porträts von verschiedenen Menschen durch überdimensionale Größe lebendig wirken lässt - alle seine Fotografien animieren zum Nachdenken. Besonders die Porträts, gedruckt auf handgeschöpftem Himalaya-Papier, sorgten für Aufsehen und bewiesen, dass der junge Künstler alles andere als eintönig arbeitet.

Diese Meinung vertraten auch Dr. Christine Trainer, die als Lungenfachärztin und Allergologin in der Gemeinschaftspraxis im Ärtzehaus in der Collinistraße tätig ist, und ihr Mann, der Lungenchirurg Stephan Trainer, die die interessierten Gäste an diesem Nachmittag begrüßten. Bereits zum fünften Mal, so Christine Trainer, fand in der Praxis eine Vernissage statt, um die ärztlichen Sinne durch schöne Künste erfrischen zu lassen. "Wir haben heute einen echten Sohn Mannheims hier", erzählte Stephan Trainer über den Fotografen, der bereits einen Bildband über die Band "Söhne Mannheims" veröffentlicht hat.

Dass der Chirurg von Thommy Mardo beeindruckt ist, machte seine Rede deutlich. So sprach er über Mardos enorme Intensität und Ausdruckskraft, die er in die Fotografien einfließen lässt, und die großen Erfolge mit seinen verschiedenen Bildbänden oder seinen vielen Projekten, die Mardo trotz erst 2004 begonnener Laufbahn als hauptberuflicher Fotograf vorweisen kann. Das Thema dieser Reihe, "Leben am Limit", verkörpern auch die Menschen aus der Bayreuther Straße. Alle weisen eine schwierige Vergangenheit auf, versprühen aber trotzdem noch Lebensfreude. Das preisgekürte Foto zeigt einen Bewohner der Straße, der trotz viereinhalb Jahren Haft ein Lächeln im Gesicht hat. Doch dass das Gefängnisleben nicht unberührt an ihm vorbeiging, lässt sich an seinen Gesichtszügen erkennen. Diese Symbiose aus Verzweiflung und Hoffnung ist es, die das Bild ausmacht.

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Zuletzt meldete sich der erkältete Künstler selbst zu Wort: "Ich kann leider nicht sehr laut und lang reden, da ich die letzten Wochen ziemlich krank war" - aber das brauchte er auch nicht. Manchmal drücken Kunstwerke mehr aus als tausend Worte. foe