Innenstadt - Malereien von Bettina Mohr und Agnes Pschorn in der Galerie Raum S 4, 17 Bilder wecken Fantasie

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Agnes Pschorn (l.) und Bettina Mohr (r.) präsentieren zwei ihrer Werke. © osthues

Zwei Künstlerinnen, Bettina Mohr und Agnes Pschorn, präsentieren ab 18. Oktober ihre Werke zusammen in einer Ausstellung mit dem Titel „Bildgewordene Geschichten“ in den ehemaligen Räumlichkeiten der Mannheimer Stadtgalerie. Im Atelier von Bettina Mohr in Rheinau-Süd stellten sich die beiden Künstlerinnen und ihre Werke dem Mannheimer Morgen vor der Ausstellungseröffnung vor.

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Agnes Pschorn wurde in Arad, Siebenbürgen in Rumänien geboren. Sie besuchte das Kunstgymnasium in Temeschburg und studierte dort Medizin. 1975 siedelte sie nach Deutschland über und war als Ärztin in der Oststadt tätig. Sie widmete sich intensiv der Malerei und perfektionierte ihr Können durch Teilnahme an Malkursen bei Professor Günther Meck, der Europäischen Kunstakademie Trier und der Kunstakademie Bad Reichenhall. Über die GEDOK Heidelberg lernte sie Bettina Mohr kennen. Nach zwei Berufsausbildungen und der Tätigkeit als Dozentin für Rhythmik und Tanz in der Lehrer- und Erzieherausbildung widmet sich Mohr nun schon seit 30 Jahren intensiv der Bildenden Kunst. Sie besuchte Malklassen unter anderem bei dem Mannheimer Künstler Wolfgang Sautermeister und bei der Bielefelder Farb- und Wandgestalterin Andrea Roessler, erfuhr neue Impulse bei namhaften Künstlerpersönlichkeiten wie Markus Lüpertz.

Zum Träumen

Beide Künstlerinnen sind auf zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten. Sie beleuchten in ihren Werken das Zeitgeschehen, bereichern damit die Malerei um eine Dimension und überschreiten Grenzen. Die großen, gestisch gemalten, meist leuchtend bunten, expressionistischen Bilder von Agnes Pschorn zum Thema „Bildgewordene Geschichten“ wirken auf den Betrachter wie ein Seelenschrei. „Anorexia“ ist der Titel ihres Bildes auf der Einladungskarte. Es zeigt eine Frau in einem roten Kleid mit dunklem Haar. Im Spiegel blickt ihr ein bleiches Mädchen mit grauem Haar entgegen. Sie sind eins und blicken sich dennoch entfremdet an. Es geht um Lebenslagen und Lebenslügen, Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung.

Als Gegenpol dazu erscheinen die abstrahierten Landschaften von Bettina Mohr als ein Zufluchtsort, ein Raum der Euphorie und des Friedens. Die in ihrer Serie „Heimat“ seit 2015 entstandenen Landschaftsimpressionen sind bestimmt von einem sanften Farbklang, der den Betrachter zum Träumen und Entdecken einlädt. „Unsere Bilder erzählen keine Geschichten, sondern bieten dem Betrachter Raum für seine eigenen Geschichten“, betonte Mohr. Die Ausstellung „Bildgewordene Geschichten“ der Künstlerinnen Agnes Pschorn und Bettina Mohr wird am Freitag 18. Oktober um 19 Uhr eröffnet in der Galerie Raum S 4,17. Die Einführung übernimmt Mathias Listl (Kunsthalle Mannheim), die Umrahmung Janna Schimka. ost