Friedrichsfeld - Hauptversammlung der Handharmonika-Freunde findet über den Video-Chat statt / 38 Vereinsmitglieder nehmen teil Mitglieder kommen online zusammen

Von 
Nina Zegowitz
Lesedauer: 
Hauptversammlung mal anders: Anstatt den Termin einfach abzusagen, war der Vorstand der Friedrichsfelder Handharmonikafreunde kreativ und beschloss, die Sitzung online stattfinden zu lassen. © Nina Zegowitz

„Wir haben uns reichlich Gedanken gemacht, wie wir das heute Abend gestalten können“, erklärt Marc Rude am Abend der Hauptversammlung der Vereinigung der Handharmonika-Freunde (VdHF). Rude ist einer von drei Vorsitzenden des Vereins, und gemeinsam haben sie an einer Alternative für die physische Zusammenkunft gearbeitet. Schließlich entstand die Idee, das Ganze einfach virtuell stattfinden zu lassen. „Zum Glück ist so etwas heutzutage möglich“, so Vereinsmitglied Harald Kahle. Insgesamt 38 Mitglieder nehmen an der Hauptversammlung teil. „Somit sind wir beschlussfähig“, freut sich Kai Rothermel. Er gehört neben Rude und Rüdiger Wolf zum Vorstandstrio.

Präsentation parallel verfolgen

AdUnit urban-intext1

Bevor das virtuelle Treffen stattfindet, sendet der Vorstand an alle Mitglieder eine Mail, die sie auf die Versammlung vorbereitet. So hatten alle Teilnehmer im Voraus die Möglichkeit, sich die Powerpoint-Präsentation anzuschauen und diese sogar parallel zur Sitzung zu betrachten.

Die VdHF schaut bei ihrem virtuellen Meeting auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Neben dem Partnerschaftskonzert in Pulversheim nahm der Verein am Sommertagszug in Friedrichsfeld teil, spielte auf Geburtstagen und einer Hochzeit, dem Vatertagsfest des Männergesangsvereins Frohsinn und veranstaltete das vereinseigene Sommerfest.

Das Highlight des Jahres war das Herbstkonzert am letzten Novemberwochenende, bevor das Jahr mit der Weihnachtsfeier und dem „harmonischen Advent“ abgerundet wurde. Spannend wird es beim Blick auf die Mitgliederentwicklung: Der Trend geht leicht abwärts. Auch wenn sich bei den Aktiven nichts verändert hat, sinkt die Zahl der passiven Mitglieder von 220 im Januar 2019 auf 203 im Januar 2020.

AdUnit urban-intext2

Genau deshalb sei die Nachwuchsförderung so wichtig für den Verein, weiß auch die Dirigentin des Jugendorchesters, Nadine Bösing. Sie unterrichtet die Tasten-Arbeitsgemeinschaft in Kooperation mit der Friedrichsfelder Grundschule. „Hier gibt es zwei Kinder, die nach diesem Schuljahr eventuell im Verein weitermachen wollen“, sagt sie.

Neu im Verein ist auch die Aufteilung des Jugendorchesters in ein Jugendensemble mit älteren Spielern und ein Schülerorchester. Letzteres probt einmal im Monat. Im wöchentlichen Unterricht können die einzelnen Stimmen geübt werden. „Hier sind alle ganz motiviert und freuen sich schon auf das Herbstkonzert“, so Bösing. „Also hoffen wir mal, dass dieses auch stattfinden kann“, fügt sie noch hinzu. Auch die Handharmonika-Freunde sind von der aktuellen Situation sehr betroffen: Es finden weder Akkordeonunterricht für die Kleinen noch Orchesterproben für die älteren aktiven Mitglieder statt.

AdUnit urban-intext3

Dafür bietet Bösing Online-Unterricht an, der wunderbar angenommen werde. „Mein Stundenplan ist von Montag bis Freitag rappelvoll“, sagt sie. Für den Verein bedeutet die immer weitere Ausbreitung des Corona-Virus, dass auch die Anmietungen des Clubheims storniert werden müssen. Alle weiteren Termine, die im 2020 eigentlich anstehen, sind unklar. Der Sommertagszug wurde jedenfalls schon abgesagt. „Wir müssen die Entwicklungen jetzt einfach mal auf uns zukommen lassen“, so Rothermel. Bei der Versammlung wurde ein Vorstand gewählt, der sich dieser Entwicklungen annimmt. In einer offenen Wahl wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder für ein erneutes Jahr in ihre Ämter gewählt.