Schriesheim: Der fast 95-jährige Peter Hartmann erhält beim Behördentag die zweithöchste Auszeichnung der Stadt, die Goldmedaille Höfer: "Er ist ein Vorbild für uns alle"

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Konstantin Groß

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"Es ist gar nicht so einfach, noch eine Ehrung für ihn zu finden", bekennt Hansjörg Höfer, der Bürgermeister. Doch am Ende ist es ihm und dem Gemeinderat doch gelungen: Für seine Verdienste um den Mathaisemarkt wurde Ehrenbürger Peter Hartmann, der im Oktober 95 Jahre alt wird, mit der Goldmedaille Schriesheims geehrt, der zweithöchsten Auszeichnung der Stadt.

Schauplatz war der sogenannte Behördentag des Mathaisemarktes, also der Empfang der Ehrengäste aus der Region, der im durch die Kunstausstellung geschmückten Saal des Feuerwehrhauses begann und im Zehntkeller seine Fortsetzung fand.

Seit 50 Jahren für Tabak aktiv

"Peter Hartmann ist Garant, dass der Mathaisemarkt mehr ist als ein Volksfest", lobte Höfer. Denn der Geehrte organisiert seit 50 Jahren die Tabakprämierung am Vorabend des Mathaisemarktes und die Frühjahrsversammlung des Landesverbandes am jeweiligen Mathaisemarkt-Montag - "für mich als Nichtraucher natürlich eine schwierige Veranstaltung", wie Höfer scherzte.

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Mit den Worten "Er ist ein Vorbild für uns alle, ein Vorbild in dieser Stadt" überreichte der Bürgermeister, der sich dafür zuvor von Heidi Post eigens die Amtskette hatte umhängen lassen, die Auszeichnung. 1964 war sie anlässlich der Wiedererhebung Schriesheims zur Stadt begründet und zuletzt 2008 - posthum - an Fritz Hartmann und seine Schwester Else verliehen worden.

"Wir haben etwas geschaffen, das für diese Stadt sehr wichtig ist", betonte Peter Hartmann, der von seiner Enkelin Sophia begleitet wurde. Dass Hansjörg Höfer ihm diese überreichte, das freute ihn sichtlich besonders: "Denn er ist der Sohn meiner Cousine, und sein Großvater war mein Vorgänger als Vorsitzender des Tabakbauverbandes."

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Tabak, so meinte Hartmann, sei ja heutzutage zwar verpönt. Doch er sei stolz, Tabakbauer gewesen zu sein. "Allerdings war ich nie ein Kettenraucher, sondern habe immer in Ruhe meiner Zigarre genossen."

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Im Namen der vielen Ehrengäste dankte Landrat Dr. Jürgen Schütz dem "väterlichen Freund", dem er sich nicht zuletzt verbunden fühlt, "weil er den selben Geburtsjahrgang hat, wie mein Vater, nämlich 1914."

Kein Kirchturms-Politiker

Hartmann habe sich in seinem politischen Wirken, so Schütz, nie nur "am Kirchturm der eigenen Gemeinde" orientiert, sondern stets auch die Interessen der Region im Auge behalten: "Er war ein treuer Freund des Kreises und ein Kreisrat, der dem Landrat wohl gesonnen war."

Insofern lässt der Landrat es ihm auch gerne durchgehen, dass er nicht im Publikum, sondern stets inmitten seiner früheren Fraktion Platz nehme, wenn er die Kreistagssitzungen besucht: "Immerhin hat er noch nie gegen mich gestimmt."

Auch daran, dass der Rauchverbots-Vorreiter Höfer einen Tabakbauern unter seinen Vorfahren hat, konnte der Landrat natürlich nicht vorbeigehen: "Wir können nichts für unsere Vorfahren, aber umgekehrt unsere Vorfahren auch nichts für unsere Nachkommen."

Trotz Rauchverbotes in den öffentlichen Gebäuden Schriesheims zeigte sich der Landrat überzeugt, "dass wir ein Plätzchen finden werden, um gemeinsam gemütlich eine Zigarre zu genießen."