Friedrichsfeld - Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin feiert Fronleichnam wegen Corona im Pfarrgarten / Glockenstuhl geweiht Großes Geläut statt Gesang wegen Corona

Von 
Marion Schatz
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Pfarrer Markus Miles und Gläubige feiern den Gottesdienst zu Fronleichnam unter freiem Himmel. © Marion Schatz

Zu Fronleichnam gibt es normalerweise immer eine große Prozession, bei der der Pfarrer die Monstranz mit der konsekrierten Hostie, dem Leib Christi, durch den Ort trägt. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie sind solche Prozessionen verboten. Und so fand der Gottesdienst der Seelsorgeeinheit Mannheim St. Martin zu Fronleichnam auch nicht wie geplant in Seckenheim, sondern im Pfarrgarten von St. Bonifatius in Friedrichsfeld statt. Hier finden unter Einhaltung sämtlicher Abstandsregeln bis zu 100 Personen Platz, und nahezu alle Plätze waren zum Gottesdienst am Feiertag beleg, obwohl sich das Wetter nicht gerade von seiner besten Seite zeigte.

Zum Nachdenken anregen

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Pfarrer Markus Miles hielt den Gottesdienst vor den Toren der Kirche. Fronleichnam sei nicht, wie viele vermuten ein rein katholischer Feiertag, man feiere einen Festtag für alle Gläubigen, egal welcher Konfession. Durch die derzeitigen Beschränkungen konnten leider nicht alle Gläubigen am Gottesdienst teilnehmen, an diese erinnerte Miles. In seiner Predigt ging der Pfarrer unter anderem auf die momentane Situation ein und ließ dabei auch die Rassismusdebatte nicht aus. Der Geistliche prangerte aber zugleich an, wie unbedacht mit der Schöpfung Gottes umgegangen werde. Die derzeitige Krise, deren Folgen noch nicht absehbar seien, rege aber auch zum Nachdenken an. Dieses Jahr der Krise sei auch eine Chance für uns alle. „Wir können nicht die ganze Welt verändern, im Kleinen können wir das aber schon“, ermahnte Miles die Gottesdienstbesucher. Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von Musikern des Musikvereins unter der Leitung von Anna Peschel.

Der diesjährige Gottesdienst zu Fronleichnam war aber auch auf andere Weise etwas Besonderes, denn in seinem Rahmen wurde der neue Glockenstuhl der Kirche St. Bonifatius feierlich geweiht. Nach jahrelangem Schweigen, bedingt durch Schäden am Glockenstuhl, läuten die Glocken seit Ostern wieder. Bei einer Besichtigung erwies sich der alte Glockenstuhl damals als marode und musste sofort stillgelegt werden. Sogleich bildete sich ein Fundraising-Team, um die Erneuerung zu planen und vor allem Spenden zu sammeln (wir haben berichtet).

Initiiert wurde diese Aktion von dem inzwischen verstorbenen Walter Tschischka. Ihm galt der Dank posthum ebenso wie allen anwesenden Gemeindemitgliedern, die sich für die Erneuerung des Glockenstuhls, in welcher Form auch immer, starkgemacht hatten.

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Der Dank von Pfarrer Miles richtete sich aber auch an Ingrid Baumgärtner und Kirsten Jeske, die den schönen Blumenteppich gelegt hatten und allen, die an diesem Gottesdienst mitwirkten.

Normalerweise endet der Gottesdienst zu Fronleichnam mit dem Choral „Großer Gott, wir loben dich“. Da das Singen derzeit aber noch nicht erlaubt ist, übernahmen das in diesem Jahr die Glocken der St. Bonifatius-Kirche mit feierlichem Geläut, während sie von Pfarrer Miles gesegnet wurden.

Freie Autorenschaft Als freie Mitarbeiterin berichte ich für den Mannheimer Morgen überwiegend über alles aus Friedrichsfeld. Bei Engpässen der Kollegen springe ich auch schon mal in Seckenheim, Ilvesheim oder Edingen-Neckarhausen ein.