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 Friedrichsfeld - Wie die Grundschule das Fernlernen organisiert / Jede Woche gibt es Aufgaben-Pakete für zuhause Das virtuelle Klassenzimmer

Von 
Marion Schatz
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Friedrichsfeld. Kurz nach acht Uhr hat sich vor dem Eingang zur Friedrichsfelder Grundschule eine Schlange gebildet. Die Kinder stehen, meist in Begleitung von Mama oder Papa und natürlich mit Abstand, vor dem Gebäude und warten, bis sie an der Reihe sind. Drinnen haben zu diesem Zeitpunkt die jeweiligen Klassenlehrerinnen ihre Tische aufgebaut. Für jedes Kind gibt es ein eigenes Päckchen mit Aufgaben, die für die Woche vorgesehen sind. Im Gegenzug geben die Kinder ihre Arbeiten ab, die sie während der vorherigen Woche erledigt haben.

Lehrerin Luitgard August (l.) hat das Lern-Material gerichtet, das Eltern und Kinder abholen können. © Marion Schatz
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Seit Wochen läuft an den Schulen im Land der Fernunterricht: Die Kinder müssen ihre Aufgaben also von zu Hause aus erledigen. Wie das aussieht, haben wir uns am Beispiel der Friedrichsfeldschule beim Vor-Ort-Termin angeschaut. Das große Bestreben von Schulleitung und Kollegium ist, dass alle Kinder beim Fernlernen mitgezogen werden. Dafür wird viel unternommen.

Videokonferenzen als Treffpunkt

Denn was eigentlich simpel klingt, verlangt allen Seiten viel ab: den Kindern, den Eltern aber auch den Lehrerinnen. Alles müsse stets gut vorbereitet und leicht verständlich sein, erklären die Pädagoginnen. Damit beim Lernen von zuhause die sozialen Kontakte nicht verlorengehen, gibt es auch immer wieder Videokonferenzen. Hierzu haben die Lehrerinnen für die Schüler der ersten Klassen ein virtuelles Klassenzimmer eingerichtet. Dort heißen sie ihre Schüler willkommen und bieten allerhand weitere Beschäftigung an, um den Unterricht aufzulockern.

Die Lehrerinnen der zweiten Klassen laden wiederum jeden Morgen um 8.30 und um 9.15 Uhr zum Start in den Tag zu einer Videokonferenz ein. Außerdem müssen die Schüler jeden Tag sowohl ein Aufgabenblatt in Deutsch als auch in Mathematik bearbeiten und zur Korrektur an die Lehrerin schicken.

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So wie die ersten beiden Klassen arbeiten auch die Klassen drei und vier parallel, um allen Kindern die gleichen Bedingungen zu ermöglichen. Zu den Aufgabenpaketen gehöre auch ein Wochenplan mit Infos zu den jeweiligen Aufgaben oder auch QR-Codes zu bestimmten Erklärvideos, die sich die Schüler über die Plattform „Schoolfox“ beim Lernen anschauen können.

„Wir versuchen, vor allem den sozialen und persönlichen Kontakt zu unseren Schülern zu halten, so gut das im Moment eben möglich ist“, so Schulleiterin Judith Falkenstein. Inzwischen gibt es Pläne für alle möglichen Eventualitäten, erklärt die Rektorin. Am liebsten wolle man wieder komplett öffnen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs war dies noch keine realistische Perspektive. Immerhin: Ab 22. Februar dürfen Grundschulen in den Wechselbetrieb mit je zwei Klassenstufen in Präsenz pro Woche starten.

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Die Schulleiterin hat Verständnis für die Eltern, die in dieser ungewöhnlichen Situation überfordert seien. Sie freue sich aber auch über Rückmeldungen zum Fernunterricht. „Wir können ja auch nichts dafür, dass es im Moment keinen Präsenzunterricht geben kann“, wirbt sie um Verständnis.

25 Kinder in Notbetreuung

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Elterngespräche seien weiterhin möglich. Entweder persönlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften oder digital per Video. Das Videotelefonieren habe die Schulleitung bereits für die Gespräche zur Grundschulempfehlung der vierten Klassen oder zur Besprechung der Leistungsentwicklung für die unteren Klassen genutzt. Von den 183 Schülern besuchten zuletzt rund 25 Kinder die Notbetreuung. „Doch die sollte wirklich nur im Notfall in Anspruch genommen werden“, betont Falkenstein.

Eine Masken-Spende von der Firma medipro und Stefan Fulst-Blei habe die Zeit bis zum Eintreffen der Masken vom Land überbrückt. Dankbar ist die Rektorin auch ihrem Kollegium und der Schulsekretärin: „Wir arbeiten hier wirklich sehr gut zusammen. Alles läuft Hand in Hand und immer im Hinblick auf das Wohlergehen unserer Schüler, damit am Ende auch wirklich kein Schüler auf der Strecke bleibt.“

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Freie Autorin Als freie Mitarbeiterin berichte ich für den Mannheimer Morgen überwiegend über alles aus Friedrichsfeld. Bei Engpässen der Kollegen springe ich auch schon mal in Seckenheim, Ilvesheim oder Edingen-Neckarhausen ein.