Feudenheim - Verwaltung informiert Bezirksbeirat über Verkehrsplanungen zum Sportpark im Bereich Neckarplatt/Pfeifferswörth Stadt will Unterführung nur noch für Radler offenhalten

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Roger Scholl
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Die Straßenbahnhaltestelle Neckarplatt mit Unterführung, die bisher für Radfahrer und Fußgänger ausgelegt ist. © Blüthner

Die Planungen der Stadt zum Sportpark im Bereich Neckarplatt/Pfeifferswörth nimmt sich Bezirksbeirat Feudenheim mit einer Anfrage an die Verwaltung vor. Dabei stehen vor allem Verkehrsaspekte im Zentrum des Interesses, aber auch die Zukunft des Geländes der ehemaligen Esso-Tankstelle will der Vorstoß beleuchten. Dort sei man vorerst allerdings noch mit Untersuchungen zur Entwicklung des Areals beschäftigt, teilte die Stadt jetzt in ihrer schriftlichen Antwort mit, erst wenn diese abgeschlossen sind, will die Verwaltung mit einer Empfehlung in die Diskussion eintreten. Klar ist schon jetzt, dass die Verwaltung plant, die Unterführung Feudenheimer Straße nur noch für Radler zu öffnen.

S-Bahnhof verworfen

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Das Stadtteilgremium wollte von der Verwaltung unter anderem wissen, ob es derzeit Pläne oder Überlegungen gibt, zur Verbesserung der Verkehrssituation einen S-Bahnhof (Riedbahn/Feudenheimer Straße) mit einem Übergang zu den Straßenbahnlinien 2 und 7 einzurichten und ob man dafür gegebenenfalls auch schon Flächen freihalte. Die gibt es nach Auskunft der Stadt nicht, schließlich wäre, so argumentiert die Verwaltung, ein solcher Bahnhof zu dicht an den Stationen Käfertal und Neuostheim. Vom Bahnbetrieb her müsse man ja auch die Umlaufplanung der Züge beachten, und es sei das Land, das als Träger dieser Aufgabe zu bewerten habe. Hinzu komme aus der Sicht der Stadt, dass die schwierige Dammlage dort den Zugang zur Station erschwere, erste Überlegungen seien auch von daher recht schnell verworfen worden.

Auch die Verbesserung des Fuß- und Radverkehrs im Bereich des Sportparks hatte der Bezirksbeirat auf seiner Agenda, das Gremium fragte daher bei der Stadt nach, welche konkreten Planungen es für eine solche Optimierung gebe. Die arbeitet nach eigenem Bekunden bereits an mehreren Stellen an einer Verbesserung der Infrastruktur.

So sieht die Verwaltung die Straße Neckarplatt aktuell in einem „ungeordneten Zustand“, Gehwege seien dort entweder gar nicht oder allenfalls teilweise vorhanden, und auch Parkplätze seien im Verlauf der Straße nicht gekennzeichnet. Das soll sich künftig ändern, so will man den Straßenquerschnitt ordnen, das heißt, die einzelnen Verkehrsfunktionen – Radler, Fußgänger, Kraftverkehr – sollen soweit möglich auch klar abgebildet und gekennzeichnet werden. Bei der Gelegenheit will die Stadt auch gleich dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht mehr in den Kanal geleitet wird, sondern im Grund versickern kann, wie es das Wasserwirtschaftsgesetz verlangt.

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Es braucht dafür – neben der Fahrbahn, dem Radweg und den Gehwegflächen – auch entsprechende Grünstreifen, damit das kostbare Nass versickern kann. Gleichzeitig muss man aber auch die Belange der Anlieger dort berücksichtigen. Eine Vorplanung für alle diese Anforderungen liege bereits vor, sie muss noch im Laufe des Jahres zur Entwurfsplanung weiterentwickelt werden. Wenn es soweit ist, will die Stadt dann den Bezirksbeirat informieren.

Die Unterführung Feudenheimer Straße soll, so will es die Stadt, im Zuge der Radschnellverbindung über Viernheim nach Weinheim künftig alleine den Radlern vorbehalten sein. Damit es keine Konflikte mit den Fußgängern gibt, sollen dann die Treppenabgänge im Bereich der Haltestelle Neckarplatt auf der Feudenheimer Straße geschlossen werden. Im Gegenzug sollen die Fußgänger dafür ebenerdig die Feudenheimer Straße kommen, die Querung werde zur Sicherheit mit Ampeln ausgestattet. Damit wäre dann auch dafür gesorgt, dass die Haltestelle ebenerdig erreichbar ist. Und wenn man schon dabei ist, will man die Unterführung dann auch von der Gestaltung her aufwerten, externe Vorschläge dazu gibt es bereits, sie werden laut Stadt derzeit geprüft, Kostenschätzungen lägen aber noch nicht vor.

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In der jüngsten Bezirksbeiratssitzung in der Kulturhalle wurde das Thema Unterführung nur kurz angeschnitten. Markus Risch (Grüne) kritisierte die Vorschläge der Verwaltung. „Eine ebenerdige Querung macht dort doch keinen Sinn. Der Gefahrenraum ist doch nicht die Unterführung, sondern doch wohl die Straße“. Hans Jürgen Ammer vom Fachbereich Stadtplanung entgegnete darauf: „Da wird eine Ampelanlage eingerichtet, wie es sie überall gibt in der Stadt. Das ist doch nicht unsicher.“

Konflikt der Verkehre

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Der Bezirksbeirat hatte in seiner Anfrage auch auf den Konflikt zwischen Radlern, Fußgängern und Autofahrern zwischen dem MHC-Sportgelände und dem Hundesportverein hingewiesen (wir berichteten), den es zu entschärfen gelte, wenn man den Bereich umgestalte. Diese Hinweise werden laut Stadt im weiteren Verfahren berücksichtigt.

Die Verbindung Neckarplatt – Am Neckarkanal – Spessartstraße ist laut Verwaltung Teil der Vorzugsvariante des Radschnellwegs Heidelberg-Mannheim, planerisch zuständig sei dafür das Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) in Zusammenarbeit mit der Stadt. Die Vorplanung für die Gesamtroute werde derzeit intern abgestimmt. Gremien wie auch Öffentlichkeit sollen dazu in regelmäßigen Abständen informiert – und wenn möglich auch miteinbezogen werden.

Redaktion Lokalredaktion, Koordinator Stadtteilseiten