Ost/Feudenheim - Wie der Verein GrünWerk mit den Einschränkungen durch die Pandemie umgeht Gemüse wächst auch in Krisenzeiten

Von 
Katja Geiler
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Tabea Brekle (l.) und Greta Takla im Weidentipi, das von den Kindern der Mitglieder von GrünWerk während der Corona-Zeit gebaut wurde. © Katja Geiler

Auch beim GrünWerk Feudenheim, dem Verein für naturliebende Menschen, die gerne gärtnern, hat es aufgrund der Corona-Pandemie einen Stillstand gegeben, jedoch nur zum Teil. „Unser Konzept beruht auf drei Säulen. Die erste ist das gemeinsame Gärtnern, das lief gut. Ab Februar hatten wir das Projekt mit festen Samensorten, die widerstandsfähiger sind. Gemüse aller Art wurde erst im Gewächshaus gepflanzt, dann ins Beet gesetzt“, sagt Andrea Potrafke von GrünWerk.

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Jeder konnte – unter Beachtung der Abstandsregeln – sein Beet bestellen, und wie durch einen Zufall sind die Beete genau 1,50 Meter breit, was den Anforderungen entspricht. Auch beim GrünWerk gab es strenge Corona-Regeln, zum Beispiel wurde ein Zeitplan erstellt: Familien mit kleinen Kindern kamen zu einer anderen Zeit als ältere Menschen, es durfte jeweils nur eine Familie im Garten sein. „Wir hatten eine WhatsApp-Gruppe, um abzusprechen, wer wann kommt“, so Potrafke. „Für mich war der Garten wie eine Corona-Therapie, da meine komplette Familie zu Hause war.“

Dem Grundgedanken des GrünWerks, alles zu teilen, das Gelände sowie die Aufgaben, konnte trotz allem nachgegangen werden, nur eben anders. „Normalerweise findet das gemeinsame Werkeln und Ausbessern gleichzeitig statt, doch das ging mit den Einschränkungen ja nicht. So haben wir Patenschaften ausgegeben, wer mäht, wer die Werkstatt aufräumt, wer ein Weidentipi baut“, blickte Cordula Lang zurück.

Außer dem Tipi wurde noch ein Bohnenwigwam errichtet, bei dem die Bohnenpflanzen so wachsen, dass ein Zelt aus Blättern entsteht. Außerdem hat nun jedes Beet ein buntes Namensschild. Diese Projekte wurden für die Kinder der Mitglieder organisiert, da normalerweise Schulklassen und Kindergartengruppen vorbeikommen – die zweite Säule des GrünWerks lautet nämlich Umweltpädagogik. Vor den Sommerferien werden jedoch keine Gruppen mehr kommen.

Artenvielfalt online

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Dafür mussten die Workshops, die die dritte Säule bilden, nicht komplett abgesagt werden. „Wir starten am 23. Juni mit den Plaudereien ums Grünzeug – mit Abstand“, so Lang. Der beliebte Tag der Artenvielfalt am 21. Juni muss für das GrünWerk aber ausfallen, doch es ist ein Online-Ersatz in Planung, bei dem Artenvielfalt dargestellt werden soll. Die Beete sind übrigens alle vergeben, bis auf eines. „Es gibt zwar eine Warteliste, doch wir möchten gerne unser letztes Beet einer Familie geben. Wir möchten, dass viele Kinder hier sind“, sagt Potrafke. Vielleicht findet sich demnächst eine Familie, die nach der langen Zeit daheim Lust hat, im Garten zu werkeln.

Freie Autorenschaft Ich arbeite hauptsächlich für die Redaktion Ludwigshafen, bin aber auch zwischendurch in Mannheim unterwegs. Am liebsten schreibe ich über kulturelle Events wie Lesungen, Theaterstücke oder Konzerte. Auch wenn es um Tiere geht, bin ich gerne mit dabei, ich habe einen Hund und einen Hasen. Außerdem bin ich ein großer Sixties-Fan und führe auf Instagram einen Vintage-Blog unter miss_marble_arch.