Feudenheim - Konzertante „Viechereien“ in der Kulturkirche Epiphanias Es krabbelt, hüpft und tapst

Von 
Christian Hoffmann
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Über eine Beamer-Leinwand liefen Naturfotografien von Bienen, Hunden, Eseln und Vögeln. „Wir haben uns auf die Suche gemacht nach Stücken, die mit Tieren zu tun haben“, erklärte Ensemble-Leiterin Ellen Weinel. Unter der Überschrift „Viechereien“ fand in der evangelischen Kulturkirche Epiphanias in Feudenheim ein tierisch-musikalisches Konzert mit dem Blockflötenquartett „Flaute cantabile“ und Organistin Ursula Trede-Boettcher statt. Dabei tapste, krabbelte, hüpfte und flatterte es allerorten.

Ensemble-Leiterin Ellen Weinel (v.l.), Christina Klose, Josephine Janicki und Claudia Stein bilden das Blockflöten-Quartett Flaute cantabile. © Hoffmann
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Ihrem thematischen Konzert stellten die fünf Künstler auf der Leinwand ein animalisch kalauerndes Zitat von Kabarettist Heinz Erhardt über „Nasshörner und Trockenhörner“ voran. In der Musikgeschichte lassen sich zahlreiche Stücke mit Bezug auf die Tierwelt finden, dabei l ahmen Instrumente oftmals die Laute von Tieren nach. Dieses spezielle Genre scheint unerschöpflich zu sein.

Picknick mit Teddybären

Zur Eröffnung stimmte das Quartett „Flaute cantabile“, das jedes Jahr im Herbst den Gefängnisgottesdienst in der JVA Herzogenried für die dortigen Inhaftierten musikalisch begleitet, die Nummer „The Teddy Bears’ Picnic“ des Komponisten John Bratton an, mit einer luftig-schwebenden Melodie. Was ein bisschen an die amerikanische Comic-Figur Yogi Bär erinnerte – dieser Comic-Bär besitzt die freche Angewohnheit, fremde Picknick-Körbe zu klauen. Vor dem geistigen Auge tänzelte ein tapsiger Bär durch das Gotteshaus. Besonders Kindern dürfte die verspielte Melodie von „The Teddy Bears’ Picnic“ gefallen.

Anschließend spielte Ursula Trede-Boettcher auf der Orgel das Werk „Das Eichhörnchen“ von Cyril Meir Scott, aus dessen Feder ein kompletter Zoo-Zyklus stammt – mit bisweilen grotesken Klängen. „Wir verlassen die Abteilung der Säugetiere und gehen weiter ins Insektarium“, schilderte Dirigentin Ellen Weinel, wobei das Quartett mehrere Blockflöten in unterschiedlichen Größen bespielte. Wie der hektische Flügelschlag eines durch die Luft umhersausenden Insektes klang das wirbelnde Orgel-Stück „Bienen“ des zeitgenössischen Komponisten Andreas Willscher. Bei der Nummer „Hornissen“, ebenfalls von Willscher verfasst, entlockte Trede-Boettcher der Kirchenorgel einen dunkel brummenden und trompetenartigen Tonkosmos.

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„Es geht weiter zum Federvieh, der Klang eines Hühnerhofs hat wohl schon viele Komponisten begeistert, obwohl es dort meistens nicht harmonisch zugeht“, erläuterte Weinel, „danach machen wir noch einen Abstecher ins Terrarium.“ Aus dem „Karneval der Tiere“ von Saint-Saëns drangen die Motive über „Hühner und Hähne“ und „Wilde Esel“ an die Ohren der Zuhörer. Zwischendurch vermittelte sie Wissenswertes über den Kuckuck.

Das Ensemble spielte weitere Stücke wie „Le coucou“ von Louis-Claude Daquin, „Der Vogelfänger bin ich ja“ von Mozart, den Gürteltier-Tango „Tango Armadillo“ von Lance Eccles, „Die Grille stimmt ihre Geige“ von Milko Kelemen, das „Glühwürmchen-Idyll“ von Paul Lincke, das „Ameisennest (Ant Nest) von Eccles und „Ich wollt ich wär ein Huhn“ von Peter Kreuder.

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