Zum Neubauprojekt in Ruchheim: Nicht mit der Brechstange

Thomas Schrott zum Neubauprojekt in Ruchheim

Von
Thomas Schrott
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Das ist schon vertrackt: Bezahlbare Wohnungen sind heiß begehrt, aber die Ausweisung von Neubaugebieten im stark versiegelten Stadtgebiet wird immer schwieriger. Nach Rheingönheim und Friesenheim regt sich nun auch in Ruchheim heftiger Protest. Rein juristisch kann die städtische Immobiliengesellschaft GAG das Vorhaben am Erfurter Ring durchziehen. Sie kann sich auf einen rechtskräftigen Bebauungsplan stützen, auch wenn dieser fast 30 Jahre alt ist. Zudem kann sie darauf verweisen, dass Fördermittel, die eine günstige Kaltmiete ermöglichen, nur bei einem sehr restriktiven Stellplatzschlüssel pro Wohnung fließen.

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Dennoch sollte es dem Unternehmen zu denken geben, dass nicht nur 540 Anwohner per Unterschriften, sondern auch alle Fraktionen des Ortsbeirats um Änderungen bitten. Die Bedenken wegen schwieriger Parkplatzsituation und bereits bestehender Engpässe bei Kita und Grundschule verdienen es, ernst genommen zu werden. Einen Kompromiss zu finden, ist sicherlich nicht einfach. Der Versuch dazu ist es aber zumindest wert.

Die GAG, die gerne auf ihre Bürgernähe verweist, tut gut daran, das Projekt nicht mit der Brechstange durchzudrücken. Sonst würde ihr bislang guter Ruf leiden. In Ruchheim besteht hoher Diskussions- und Erklärungsbedarf. Verwaltung und GAG müssen darauf reagieren.

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