Nördliche Innenstadt - Osman Gürsoy (SPD) offiziell als Ortsvorsteher ernannt / Debatte über sehr geringe Wahlbeteiligung Wunsch nach „lebendiger Gemeinschaft“

Von 
Dirk Timmermann
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Neu-Ortsvorsteher Osman Gürsoy vor dem Ortsvorsteherbüro. © Thomas Tröster

Ludwigshafen. „Ich möchte möglichst viele Bürger an Entscheidungen beteiligen.“ Mit einem Bekenntnis zu Bürgernähe und Vielfalt bedankte sich Osman Gürsoy (SPD) für seine Wahl zum neuen Ortsvorsteher in der Nördlichen Innenstadt. Der 32-Jährige hatte sich bei der Stichwahl am 24. Januar gegen CDU-Kandidat Wolfgang Leibig durchgesetzt. Er tritt die Nachfolge von Parteikollege Antonio Priolo an, der im September nach schwerer Krankheit verstorben war. „Mein Vorgänger ist mein Vorbild für gute Arbeit“, verwies der erste türkischstämmige Ortsvorsteher nach seiner Ernennung durch Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) in der Ortsbeiratssitzung am Dienstag auf die großen Fußstapfen, in die er tritt.

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So möchte Gürsoy inhaltlich an die Ideen des im Hemshof beliebten Priolo anknüpfen, dessen Stellvertreter er seit 2018 war. Ein wesentliches Anliegen ist ihm der Schutz der Bürger vor den Auswirkungen des Abrisses von Hochstraße Nord und Rathaus-Center. Doch auch Sicherheit und Sauberkeit stehen oben auf der Prioritätenliste. Hierfür sei ein „Aufklärungsprogramm“ erforderlich. Darüber hinaus sprach sich der Ludwigshafener, der demnächst Vater wird, für die Weiterentwicklung von Kitas und die Schaffung neuer Krippenplätze aus. Insgesamt solle den Ortsteil eine „lebendige Gemeinschaft“ prägen, so dass sich „alle Generationen wohlfühlen“.

Gürsoys freiwerdenden Sitz im Ortsbeirat nimmt indes Nikolaus van den Bruck ein. Der 61-jährige Gewerkschaftssekretär hat dem Gremium bereits angehört und möchte Impulse für das weitere Gedeihen der Nördlichen Innenstadt setzen.

Für eine lebhafte Debatte sorgte ein Antrag der Fraktion Freie Linke: Angesichts der niedrigen Wahlbeteiligung bei der Wahl zum Ortsvorsteher – von 13 000 Wahlberechtigten hatten nur zehn Prozent ihre Stimme abgegeben – regte Bernhard Wadle-Rohe die Einrichtung einer Kommission zur Ursachenforschung an. Dass der Vorschlag keine Mehrheit fand, lag zum einen an der von der SPD-Fraktion ins Feld geführten „fehlenden fachlichen Expertise“. Der stellvertretende Ortsvorsteher Wolfgang Leibig kritisierte den Antrag zudem als „unausgewogen“, da er einseitig eine „Gefahr von rechts“ heraufbeschwöre. Nichtsdestotrotz sprach Osman Gürsoy von einem „Schritt in die richtige Richtung“. Die Parteien waren sich einig, dass sie wieder verstärkt um ihre Wähler werben müssen.

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Probleme bestehen im Ortsteil bei der Versorgung mit Gelben Säcken. Der Ausgabeort beim Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) am Kaiserwörthdamm liegt nach Ansicht des Ortsbeirats zu weit entfernt – insbesondere für Menschen mit Behinderung. Daher wurde die Stadt beauftragt, mit dem zuständigen Unternehmen eine Abholmöglichkeit im Bezirk zu vereinbaren, die fußläufig erreichbar ist.