Rheingönheim - Verwaltung bringt zusätzliche Sicherungen an / Entlaufenes Sikawild eingefangen / Verdächtiger ermittelt Wildpark-Zäune aufgeschnitten

Von 
Thomas Schrott
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Mehrere Hirsche sind bei den Vorfällen ausgebüxt, konnten aber wieder in das Wildgehege zurückgetrieben werden. © ws

Ludwigshafen. Bei vier Vorfällen seit Ende Oktober sind beim Wildgehege Rheingönheim Zäune durchtrennt und Tore unerlaubterweise von Fremden geöffnet worden. Dabei gelangten mehrere Hirsche in die Umgehung, konnten aber alle wieder eingefangen werden, sagt eine Stadtsprecherin. Um weitere Vorfälle zu verhindern, sichert die Verwaltung nun die Tore zusätzlich zu den vorhandenen Schlössern mit schweren Eisenketten und Vorhängeschlössern.

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Die Polizei kam unterdessen bei ihrem Ermittlungen einen Schritt voran. „Wir gehen derzeit davon aus, dass ein 39-jähriger Mann etwas mit den Taten zu tun hat“, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage dieser Redaktion. Er sei am ersten Weihnachtsfeiertag gesehen worden, wie er mit einem Hirsch außerhalb des Geheges spazieren gegangen sei.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 39-Jährige geistig verwirrt ist. Deshalb sei die Unterbringungsbehörde eingeschaltet worden. „Von dem Mann geht aber keine unmittelbare Gefahr aus“, merkt der Sprecher an.

Die Serie der Vorfälle begann Ende Oktober. Dabei gelangte Sikawild in den Gehölzstreifen, der an das Wildgehege angrenzt. Mitarbeiter konnten die sechs ausgebüxten Tiere wieder in den eingezäunten Bereich zurücktreiben.

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Beim zweiten Vorfall im November entkamen nach Angaben der Verwaltung zwei Tiere. Am 25. Dezember wurden ein Seitentor des Wildparks und das sich daran anschließende Rotwildgehege gewaltsam geöffnet. Ein Hirsch konnte über den angrenzenden Acker in Richtung Rehbachtal gelangen.

Am 12. Januar wurde ein Netzteil im Geweih eines Hirsches gefunden. „Da sich im Gehege kein Netz befindet, muss sich jemand Zutritt verschafft haben. Dass für Tiere und für Menschen dadurch eine Gefahr entsteht, ist der Person offenbar nicht bewusst“, so die Stadtsprecherin.

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In allen Fällen erstattete die Verwaltung Anzeige. Zudem prüft sie weitere Maßnahmen, um das 30 Hektar große Gelände gegen unbefugtes Betreten zu sichern. „Gerade bei Tieren in Gehegen kann ein unbefugtes Betreten mit Risiken verbunden sein. Geraten Tiere in Panik, fühlen sich bedrängt oder sind Hirsche beispielsweise in der Brunft, birgt der Aufenthalt innerhalb eines Geheges auch für ausgebildete Tierpfleger ein erhebliches Verletzungsrisiko“, weist die Verwaltung hin. Deshalb werden die Gehege auch niemals von einem Tierpfleger allein betreten. Im ehemaligen Auenwald in Rheingönheim leben 200 europäische Wildtiere aus 30 Arten.

Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten